Spiel mit dem Tod am Gleis Oberaden: Hechtsprung direkt vor Güterzug her

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Symbolbild.
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Dem Tod gerade noch einmal von der Schippe gesprungen….

… ist dieser Lebensmüde, der am frühen Samstagmorgen (03. Februar) mit einem Hechtsprung die Gleisanlagen in Bergkamen-Oberaden überquerte – direkt vor einem herannahenden Güterzug.

Den Schockmoment für den Triebfahrzeugführer kann man sich ausmalen.

Der Alarm für die Bundespolizei kam gegen 06:10 Uhr: Bahnbetriebsunfall im Bereich des alten Güterbahnhofs Oberaden. Vor Ort suchten bereits Einsatzkräfte der Feuerwehr Oberaden und der Bergkamener Polizei den Streckenabschnitt nach einer Person ab.

Der Triebfahrzeugführer berichtete, dass auf der Fahrt in Richtung Hamm bei Oberaden urplötzlich eine Person quer vor dem Güterzug vorbei gehechtet war. Der  34-Jährige leitete unverzüglich eine Schnellbremsung ein. Ob er eine Person erfasst hatte, konnte der Bahnmitarbeiter aber nicht eindeutig sagen.

Schlimme Momente der Ungewissheit folgten also. Der Streckenabschnitt wurde intensiv abgesucht; gefunden wurde niemand, es ergaben sich am Zug keine Hinweise auf einen Zusammenprall.

Der Bahnmitarbeiter wurde zunächst ärztlich untersucht. Dann konnte er seine Fahrt wieder aufnehmen.

Die Bundespolizei leitete ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein und warnt vor folgenden Gefahren des Bahnverkehrs:

Seien Sie stets achtsam, wenn Sie sich an Orten aufhalten, wo sich Züge bewegen. Denn Züge …

   - durchfahren Bahnhöfe mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 
     Stundenkilometern. Durch den entstehenden Luftsog können 
     unmittelbar an der Bahnsteigkante befindliche Gegenstände in 
     Bewegung geraten.
   - können Hindernissen nicht ausweichen und haben einen sehr langen
     Bremsweg.
   - nähern sich fast lautlos.. Ein elektrisch betriebener Zug - 
     selbst mit über 200 Stundenkilometern - ist für das menschliche 
     Ohr erst wahrnehmbar, wenn er bereits vorbeifährt!
   - fahren auch außerhalb des ausgehängten Fahrplanes und können ein
     Gleis in beide Richtungen befahren.
   - Vorsicht vor elektrischem Strom in Oberleitungen und 
     Stromschienen

Jedes Jahr verunfallen Personen, die aus Leichtsinn, Unwissenheit und Abenteuerlust auf abgestellte Güterwagen klettern oder auf S-Bahnen „surfen“. Fast alle dieser Unfälle enden mit schwersten Verletzungen oder tödlich.

Bereits die Nähe zu den Oberleitungen, zum Beispiel durch Klettern auf Bahnwaggons, genügt für einen Stromschlag – die Stromleitung muss hierfür nicht berührt werden.

Oberleitungen haben eine Spannung von 15.000 Volt (das sind 65 Mal mehr als in der Steckdose zu Hause) und eine Stromstärke von über 1.000 Ampere. Diese Kombination ist in der Lage, die Luft zu überspringen und auf einem Lichtbogen – einem Blitz – über den Körper zur Erde zu gelangen.

Der menschliche Körper, der zu zwei Dritteln aus Wasser besteht, wird in diesem Moment zum „leitenden Gegenstand“. Deshalb haben auch Drachen und Modellflugzeuge in der Nähe von Ober- und Hochspannungsleitungen nichts verloren.

   - Gleise sind kein Fotostudio

Die Bundespolizei warnt davor, Gleise als fotografisches Motiv zu verwenden.

Diese Warnung gilt nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Personen, die zu Werbezwecken fotografieren. Denn hierbei werden ebenfalls oft Personen auf Bahnanlagen dargestellt. So kann zum Beispiel der Eindruck entstehen, dass sich auf Bahngleisen sorglos balancieren lässt.

Die Bundespolizei warnt: Ein solches Verhalten ist leichtsinnig und kann zu tragischen Unfällen führen.

Zudem handelt ordnungswidrig, wer Gleise unbefugt überschreitet oder sich unbefugt innerhalb der Gleise aufhält.

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