Über 5 Mio. Gesamtkosten: Sanierung der Stadthalle wird fast 2 Mio. € teurer

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Stadthalle Unna (Foto RBU)
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Haushaltssicherungskonzept, drohende Steuererhöhungen – da hat diese Hiobsbotschaft noch gefehlt: Die Sanierung der Unnaer Stadthalle wird teurer. Viel teurer.

Mehrkosten von fast 2 Millionen Euro stehen im Raum für die seit mehreren Jahren laufende Sanierung der Erich-Göpfert-Stadthalle, für die der Rat jetzt außer Plan das nötige Geld genehmigen muss. Im Haupt- und Finanzausschuss am 15. Februar wird das unerfreuliche Thema diskutiert.

Der Sanierungszeitplan:

2011: 326.000 Euro für Toilettenanlagen, Fenster, LED Technik

2016 – 2019: 3,8 Mio. für grundsätzliche Sanierung

Diese grundsätzliche Sanierung beschloss der Rat einstimmig am 01.12.2016. Aus Haushaltsmitteln flossen 3,5 Mio., der Rest aus Fördergeldern.

„Im Jahr 2018 soll der Schwerpunkt der Arbeiten erledigt werden. Wegen der Größe der Baumaßnahme, aber vor allem aufgrund der Komplexität des Bauablaufes ist dieses sehr aufwändig“, schreibt die Stadt in ihrer Vorlage (unten verlinkt).

Sie betont:

„Die Sanierung dient insbesondere in 2018 der Sicherstellung der Betriebssicherheit der Stadthalle. Sie ist daher unverzichtbar.“

Die Arbeiten sollen im laufenden Betrieb der Stadthalle innerhalb von 4 Baufenstern durchgeführt werden, in denen keine Veranstaltungen stattfinden werden.

Und dann heißt es:

„Die … Kostenübersicht aus 12/2017 weist deutliche zusätzliche Kosten auf.“

Folgende Gründe werden aufgelistet:

  • Die bisherigen Kostenansätze stammen aus dem Jahr 2016. Der mittlerweile konjunkturell sehr angespannte Baumarkt führt zu höheren Baukosten je nach Gewerk um bis zu 20%. Kalkuliertes Plus: 600.000 Euro.
  • Es haben sich erhebliche Schadstoffbelastungen offenbart (insbesondere Asbest/Mineralfasern in der Bausubstanz). Zusatzkosten für Entsorgung: 355.000 Euro.
  • Verschärfte Brandschutzauflagen – Plus: 250.000 Euro.
  • Arbeitsschutz und Betrieb der Stadthalle – ein Plus von 135.000 Euro.
  • Neue technische Richtlinien seit 1. 1. 2018: Mehrkosten von 75.000 Euro.
  • Kosten- und zeitintensiver Bauablauf (Sanierung im laufenden Betrieb innerhalb von engen Zeitfenstern) wegen Doppelschichten, Wochenendarbeit u. ä. – Zusatzkosten von 55.000 Euro haben die Fachingenieure angemeldet.
  •  Nebenkosten (Ingenieurkosten usw.) – ein Plus von rund 210.000 Euro

In Summe macht das Zusatzkosten von ca. 1.855 Mio. – von den erwarteten 720.000 Euro Fördergeldern wurden bisher 500.000 Euro bewilligt.

Sollten die restlichen Fördermittel nicht bewilligt werden, erhöht sich der Eigenanteil der Stadt für den gesamten Sanierungszeitrahmen auf  5,15 Mio. Euro.


Die Finanzierung erfolgt durch:

Mehreinnahmen bei der Umsatz-, Gewerbe- und Einkommensteuer,  geringere Ausgaben für die Kreisumlage, Mehrerträge/-einzahlungen aus dem Einheitslastenabrechnungsgesetz.

Zur Halle schreibt die Stadt:

„Die Erich-Göpfert-Stadthalle Unna ist mit 6500 m² Gesamtfläche die größte Anlage dieser Art in Unna und genießt als Schulaula und Veranstaltungshalle dementsprechende Bedeutung. Die Baugenehmigung wurde 1979 erteilt. Eingehende Untersuchungen haben gezeigt, dass die nahezu 40 Jahre alten technischen Anlagen (Lüftung, Heizung, Elektrik, Beleuchtung usw.) sanierungsbedürftig sind und in Teilen nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. Dieses gilt insbesondere für die speziellen gesetzlichen Regelungen nach der SonderbauVO hinsichtlich des Brandschutzes.“

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5 KOMMENTARE

  1. Kosten für die Leitboys am Südwall? Kennt die Stadt Unna nicht denn die Rechnung ist noch nicht da.
    Als Privatmann prüfe ich einen Invest immer vorher und überlege mir ob ich mir das leisten kann und ob der Aufwand in Relation zum Nutzen steht
    Kosten für den Neubau der Flüchtlingsunterkunft an der Kamener Straße. Selbst unter Berücksichtigung der Abriss und Entsorgungskosten der Bau im Randgebiet 30% über dem Marktpreis in bevorzugten Wohnlagen. Interessiert SPD, CDU, Grüne Politiker bei der Stadt nicht. Nun der absolute Hammer: Kein Zweifel ,die Stadthalle ist sanierungsbedürftig. Dass die Kosten dafür aber nun 50% =1.8Millionen Euro über der ursprünglichen Kostenplanung liegt zeigt unverantwortliches Unvermögen der Politik und laienhaftes Vorgehen der Beteiligten. Kein Privatmann kann es sich erlauben bei einer Neubau- oder Sanierungsmaßnahme die Kosten um 20% geschweige denn um 50% zu erhöhen. Aber es gibt ja die (fast unerschöpfliche) Melksau, den Steuerzahler, Wann endlich werden diese verantwortungslosen Vertreter dieser Entscheidungen mal zur Rechenschaft gezogen? Aber nein, es werden weiter Kosten verursacht z.B für eine erneute Planung des Neubaus an der Kamener Straße obwohl bei der vorgebrachten Argumentation zur Stadthalle ein Invest von 2,4 Mio sowieso nicht zu halten ist.