„,Heimat´ gewinnt wieder an Bedeutung“: Bundesverdienstkreuz für Dr. Peter Kracht

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Dr. Peter Kracht strahlend nach der Auszeichnung mit seiner Familie und Landrat Michael Makiolla. (Foto: M. Strathoff)
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Es ist eine Ausnahme-Auszeichnung und fand in würdiger Kulisse statt. Im Wasserschloss Opherdicke nahm Dr. Peter Kracht am heutigen Mittag (13. 2.) das Bundesverdienstkreuz entgegen – das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, das der Bundespräsident besonders ums Gemeinwohl bemühten Bürgern verleiht.

Dr. Peter Kracht, Kreisheimatpfleger, Massener Ortsvorsteher und in ungezählten weiteren vornehmlich kulturellen Ehrenämtern tätig, nahm den Orden aus der Hand von Landrat Micheal Makiolla entgegen.

Auszüge aus der Rede des Landrats, mit der er die außergewöhnlichen Verdienste des beliebten und überregional bekannten Heimathistorikers würdigte.

Bei dem Verdienstorden handelt es sich um die einzige allgemeine und damit zugleich höchste Auszeichnung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.

Im Jahr 1951 stiftete Theodor Heuss den Verdienstorden, um Leistungen würdigen zu können, die dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienen.  …Darum geht es heute nicht mehr, jedenfalls nicht im damaligen Sinne. Dennoch ist unsere Gesellschaft nach wie vor auf Menschen angewiesen, die sich für das Gemeinwohl engagieren. Das hat Peter Kracht zweifellos getan!

Aus der Ordensanregung geht hervor, dass er sich bereits seit Jahrzehnten ehrenamtlich engagiert. So war er Mitbegründer und erster Vorsitzender des Historischen Vereins zu Unna e.V., ist Kreisheimatpfleger, Mitglied im Verwaltungsrat des Westfälischen Heimatbundes und Ortsvorsteher von Unna-Massen.

Aus der offiziellen Ordensbegründung:

Durch sein jahrelanges Engagement im kulturellen Bereich hat Herr Dr. Peter Kracht auszeichnungswürdige Verdienste erworben.

Herr Dr. Kracht ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er ist studierter Historiker und Journalist. Nach langjähriger Tätigkeit als Redakteur einer Tageszeitung arbeitet er heute als freier Journalist und Autor.

Seit den 1980er Jahren zählt Herr Dr. Kracht zu den engagiertesten ehrenamtlich Tätigen auf dem Gebiet der Heimatpflege und der Lokalgeschichte im Kreisgebiet Unna. Mit der Übernahme des Amtes des Kreisheimatpflegers für den Kreis Unna im Juni 1988 hat er eine Reihe weiterer Ehrenämter im Westfälischen Heimatbund übernommen:

Seit 1991 engagiert er sich als Vorsitzender des Heimatgebiets Hellweg (umfasst die Kreise Unna und Soest sowie die Stadt Hamm); seit Ende 1996 nimmt er auch die Leitung der Fachstelle Geschichte im Westfälischen Heimatbund wahr und gehört in diesen beiden Funktionen zugleich dem Verwaltungsrat des Westfälischen Heimatbundes an.

Als „homo historicus“ liegen ihm vor allem lokal- und regionalgeschichtliche Themen am Herzen.

10 Kreisheimattage, annähernd 20 Heimatgebietstage Hellweg sowie fast zwei Dutzend Tagungen der Fachstelle Geschichte widmeten sich unter seiner Ägide lokalgeschichtlichen Themenstellungen.

Sein Engagement beschränkt sich nicht allein auf Westfalen, denn seit 1996 hält er jährlich Vorträge zu archäologischen und historischen Themen vor dem „Freundeskreis Alte Kulturen e.V.“ in Freiberg in Sachsen. Dieser hat ihn im November 2013 für seine Verdienste um die Sicherung des kulturellen Erbes mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft gewürdigt.

Zudem gehört Herr Dr. Kracht dem Vorstand des Deutschen Wanderverbandes (DWV) an und ist dort seit 2005 in der Funktion des bundesweiten Fachwarts für Kultur tätig. Er ist … Ansprechpartner für 58 Mitgliedsvereine sowie acht Landesverbände im Ressort „Kultur“.

Ebenso ist er seit 2013 berufenes Mitglied für den DWV im „Deutschen National-Komitee für Denkmalschutz.“

Im „Sauerländischen Gebirgsverein“ (SGV) ist Herr Dr. Kracht seit 1983 Mitglied und seit den 1990er Jahren Hauptkulturwart des SGV-Gesamtvereins und des Deutschen Wanderverbandes. Für sein Engagement wurde er bereits mit dem Silbernen Ehrenzeichen des SGV ausgezeichnet.

Seit Juni 2014 ist Herr Dr. Kracht Ortsvorsteher von Unna-Massen und setzt sich für die Belange seiner Ortschaft gegenüber dem Rat der Kreisstadt Unna ein.

Gerade dank seines Engagements im Bereich der Heimatpflege ist er über die Stadtgrenzen Unnas hinaus bekannt.“

 

Dr. Kracht erhielt heute das Verdienstkreuz am Bande (Foto: Kreis Unna)

Lieber Peter,

die gerade vorgetragene Ordensbegründung beschreibt eine ganz besondere Leistung – nämlich Deine Leistung.

Wir brauchen in unserer Gesellschaft Menschen, die sich intensiv und nachhaltig für die Gestaltung und Weiterentwicklung unseres Gemeinwesens einsetzen und engagieren. Ohne diese Menschen würden sowohl unsere Gesellschaft als auch unser Staat verkümmern.

Du hast Dich intensiv und nachhaltig eingesetzt und so möchte ich an dieser Stelle folgendes berichten:

Nachdem der Kreis Unna sich schweren Herzens zur Einstellung der Printausgabe des Jahrbuches Kreis Unna entschlossen hat, hast Du im letzten Jahr persönlich die Herausgeberschaft übernommen, und das in Deiner Funktion als ehrenamtlicher Kreisheimatpfleger.

Der Begriff „Heimat“ hat aktuell politisch wieder an Bedeutung gewonnen.

In 2 Bundesländern, in Bayern und NRW, gibt es Heimatministerien. Möglicherwiese erleben wir bald, dass auch ein Bundesheimatministerium geschaffen wird.

Für Dich und Deine Mitstreiter, lieber Peter, war „Heimat“ nie ein veralteter Begriff.

Du hast Dich Zeit Deines beruflichen Lebens immer um die Pflege des Heimatbewusstseins im Kreis Unna, in Westfalen und darüber hinaus gekümmert. Ich glaube auch, dass wir gut daran tun, das Gefühl der Menschen für eine örtliche und regionale Identität zu fördern, um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu stärken.

Der Moment der Ordensverleihung.

Nach meiner Auffassung muss das dann für alle Menschen gelten, die in einem Ort oder in einer Region leben, unabhängig von ihrer Herkunft. In unserer globalisierten und unübersichtlichen Welt kann eine solidarische örtliche Gemeinschaft das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

Dafür steht Dr. Peter Kracht!  Den wir heute mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes ehren!

Für Ihr herausragendes Engagement spreche ich Ihnen Dank und Anerkennung aus.

Mein Dank gilt selbstverständlich auch Deiner Familie – insbesondere Dir, liebe Gudrun – denn Du hältst ihm den Rücken frei und akzeptierst seinen hohen zeitlichen Einsatz bei der ehrenamtlichen Tätigkeit.“

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