Auf Flucht vor Abschiebung 4 Polizisten teils schwer verletzt – Im Krankenhaus Kanülen vom Leib gerissen

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Symbolbild (Pixabay)
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Er riss sich buchstäblich die Kanülen und Schläuche vom Leib, als er aus dem Krankenhaus fliehen wollte, und verletzte hemmungslos brutal vier Polizisten teils schwerwiegend. Er wollte offenbar seiner Abschiebung entgehen.

Die Dortmunder Polizeisprecherin Cornelia Weigend berichtet von einer krassen Verfolgung eines hochaggressiven mutmaßlichen Drogendealers. Der 28 jährige Libanese widersetzte sich heute Nacht seinen Verfolgern mit schrankenloser Brutalität. Einer der eingesetzten Beamten liegt schwer verletzt im Krankenhaus, drei weitere wurden ebenfalls verletzt.

Ausgangspunkt war eine Gewerbekontrolle in der Nacht zu Freitag (23. 2.) in der Dortmunder Nordstadt.

Um 0:50 Uhr kontrollierten Polizeibeamte in einem Shisha-Café an der Münsterstraße der Reihe nach die Besucher. Dabei fiel bereits der besagte junge Mann (28) durch sein nervöses Verhalten auf. Als er selbst an der Reihe war, stellten die Beamten fest, dass eine Ausschreibung der italienischen Behörden vorlag – als Ersteinreiseland.

Völlig abrupt sprang der 28 Jährige auf und spurtete zum Notausgang. Verfolgt von den Polizisten rannte er auf den Hinterhof, wollte über eine Mauer klettern.

Die Beamten bekamen ihn zu packen, zogen ihn von der Mauer und versuchten ihn zu fixieren. Doch der riss sich los, rannte dann schnurstracks auf einen Polizisten zu und schlug und trat wie wild.

Einen Polizeibeamten erwischte er derart heftig, dass der 49-Jährige zu Boden stürzte und sich schwer verletzte. Ein 30 jähriger Kollege stürzte ebenfalls, bekam einen Tritt gegen den Kopf – zum Glück nicht mit voller Wucht, aber der Tritt traf heftig.

Trotz mehrfacher Aufforderungen, sich zu ergeben und auf den Boden zu legen, gebärdete sich der Libanese weiterhin wie wild, so dass die Polizeibeamten schließlich ihrerseits Gewalt anwendeten. Gemeinsam rangen sie den 28 Jährigen zu Boden und fesselten ihn. Festnahme.

Der schwer verletzte 49 jährige Polizist wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht und  stationär aufgenommen.

Währenddessen brachten seine Kollegen den Festgenommenen zur Wache. Während der Fahrt verhielt er sich weiterhin aggressiv und renitent.

Bei der Durchsuchung auf der Wache fand sich in der Geldbörse eine braune Substanz, vermutlich Drogen, außerdem Bargeld in dealertypischer Stückelung.

Nach kurzem Aufenthalt und Erstversorgung des jungen Mannes in der Wache bestellten die Polizeibeamten einen Rettungswagen. Sie wollten den 28 Jährigen zur ärztlichen Untersuchung und Prüfung der Gewahrsamsfähigkeit in ein Krankenhaus bringen:

„Augenscheinlich ging es ihm nicht gut, und er wurde zusehends apathischer“,

begründet Polizeisprecherin Weigandt diese Entscheidung ihrer Kollegen.

Also ab ins Krankenhaus, natürlich unter Polizeibegleitung.

Während der medizinischen Behandlung, die die Polizeibeamten etwas abseits der Behandlungsliege (getrennt durch einen Sichtschutz) verfolgten, startete der vermeintliche Patient abrupt einen erneuten Fluchtversuch:

„Der noch vor wenigen Augenblicken apathisch wirkende Mann rannte plötzlich los, vom Schockraum über den Flur in Richtung der Stationen, und entledigte sich hierbei aller bereits gesetzten Kanülen und Kabel“,

beschreibt die Polizeisprecherin diese filmreife Szene.

Bei seiner erneuten Festnahme trat der Libanese einem Polizeibeamten (29) gegen den Fuß, einem weiteren (29) gegen das Handgelenk und verletzte beide. Ein 26-jähriger Sicherheitsmitarbeiter und weitere hinzueilende Zeugen unterstützten schließlich die dann  endgültige Festnahme: Ein Arzt attestierte Gewahrsamsfähigkeit, und so ging´s ins zentrale Polizeigewahrsam.

„Der 28-jährige gebürtige Libanese ist bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten, alleine in drei Fällen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Er versuchte offensichtlich, sich durch Flucht seiner Festnahme zu entziehen und einer möglichen Abschiebung zu entgehen“, schließt Cornelia Weigandt diese krasse Schilderung einer nächtlichen Festnahme.

Die Ermittlungen dauern an.

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