Polizei in Sorge: 2017 erneut mehr Tote und Schwerverletzte auf den Autobahnen

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Die Zahl der schlimmen Autobahnunfälle mit Toten und Schwerverletzten ist erneut gestiegen. (Foto: Symbolbild / Pixabay)
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Die Entwicklung alarmiert. Die Zahl der schweren Unfälle auf den umliegenden Autobahnen ist erneut gestiegen – auf den jetzt zweithöchsten Wert seit 5 Jahren.

Mehr Todesopfer, massiv mehr Schwerverletzte – freilich weniger Unfälle am Stauende. Aber das kann die Negativbilanz kaum aufhellen.

– Ähnlich unerfreulich fällt die Unfallbilanz der Kreispolizeibehörde Unna aus – BERICHT HIER.

Bei der Bekanntgabe der Unfallstatistik 2017 auf den Autobahnen zeichnete die zuständige Polizei Dortmund ein alarmierendes Bild. Im Gegensatz zu den allgemein gesunkenen Unfallzahlen in den Stadtgebieten von Dortmund und Lünen gab es auf den Autobahnen im Regierungsbezirk Arnsberg nochmals einen Toten mehr als im Vorjahr.

21 Menschen starben 2017 auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken. Die Zahl der Schwerverletzten schnellte um 31 auf insgesamt 240 hoch.

„Wobei die Anzahl der ,Stauendunfälle´ um 38 auf 300 gesunken ist“, merkt die Polizei an. „Trotzdem handelt es sich um den zweithöchsten Wert der letzten fünf Jahre. Und auch 2017 starben wieder Verkehrsteilnehmer an Stauenden.“

Was dagegen tun?

Polizeipräsident Gregor Lange wirkt ein bisschen ratlos. Die polizeilichen Maßnahmen seien bereits massiv gesteigert worden:

Verkehrssicherheitsberatungen auf Autobahnraststätten, Schwerpunktkontrollen zu Beginn der Ferien, Schwerpunktontrollen des Schwerlast- und Güterfernverkehrs, Brückenfotografie gegen Handysünder, Videoabstandsmessung, die neue mobile Tempokontrolle in Baustellen, über 199.000 geahndete Tempoverstöße.

„Trotzdem erreichen wir offenbar nicht alle Verkehrsteilnehmer. Wir werden unsere Konzepte daran ausrichten, um die Zahl der Getöteten und Verletzten deutlich zu minimieren“, kündigt der leitende Polizeidirektor Ralf Ziegler an.

„Den Bereich der illegalen Kraftfahrzeugrennen und die entsprechenden Szenen werden wir noch deutlicher in unseren Fokus rücken und  Verstöße konsequent ahnden. Menschen, die unseren öffentlichen Verkehrsraum als Rennstrecke missbrauchen, gefährden nicht nur sich selbst, sondern vor allem auch eine Vielzahl an Unbeteiligten.“

Das „Phänomen Tuning-und Raserszene“ (die Dortmunder Polizei nennt beide Gruppen kombiniert – unserer Redaktion ist bewusst, dass nicht jeder Tuner rast und nicht jeder Raser ien Tuner ist) rückte 2017 in der Großstadt deutlich in den Fokus.

„Adressaten der polizeilichen Maßnahmen sind hierbei vor allem Szeneangehörige, die bei erheblicher Überschätzung der eigenen Fähigkeiten, Höchstgeschwindigkeiten deutlich überschreiten oder unter grober Missachtung der den Gegebenheiten angepassten Geschwindigkeiten alle Bedenken über die Regeln des Straßenverkehrs außer Acht lassen und damit Menschenleben gefährden“, heißt es in der Mitteilung dazu.

 

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