„Schwere Mängel“ in Asylunterkunft Hammer Str.: Umquartierung zur Kamener Straße

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Die Flüchtlingsunterbringung an der Kamener Straße (Baujahr 1956) wird in der Auflistung der noch vier städtischen Unterbringungen mit dem schlechtesten Zustand beschrieben und soll deshalb auch abgerissen werden und einem Neubau weichen.
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Das Thema Flüchtlingsunterkünfte hält Unna aktuell schwer in Atem. Kurzfristig sollen in einer der noch vier städtischen Unterbringungen schwere Mängel entdeckt worden sein.

Und zwar handelt sich um die Unterkunft an der Hammer Straße.

In dem für ca. zwei Dutzend Personen ausgelegten Gebäude wurden, wie am Freitag (23. 2.) durch eine Information des zuständigen Beigeordneten bekannt wurde, angeblich so schwerwiegende Mängel offenkundig, dass kürzestfristig Handlungsbedarf bestehe:

Räumung der Unterkunft und Unterbringung der Bewohner in der zweiten Königsborner Unterkunft, der an der Kamener Straße.

Diese steht bekanntlich für Abriss zur Diskussion, die Stadt möchte auf dem Gelände für ca.2,3 Mio. Euro Baukosten ein neues Flüchtlingsheim mit doppelter Kapazität errichten (bis zu 64 Bewohnern statt bisher 30).

Bekannt wurde der laut Stadt akute Zwang zur Räumung am Freitag (23. 2.) in der Arbeitsgruppe Haushaltssicherung. Diese tagte vormittags turnusmäßig im Ratssaal.

Wie aus der Sitzung bekannt wurde, konfrontierte der städtische Beigeordnete für Soziales, Uwe Kutter, die Sitzungsteilnehmer vollkommen unvorbereitet mit der Hiobsbotschaft: Es seien schlimme Mängel in der Unterkunft entdeckt worden, so gravierende, dass sie akut nicht mehr zu nutzen sei. Sofortige Umquartierung der Bewohner zur Kamener Straße sei nötig.

Dabei wird die Unterkunft an der Hammer Straße trotz ihres hohen Alters (Baujahr 1900) in der aktuellen Übersicht der Stadt über ihre Flüchtlingsquartiere noch als im Baubestand „ausreichend“  geführt. Im Gegensatz zum rund 50 Jahre jüngeren Altbau an der Kamener Straße, dessen Zustand als „sehr schlecht“ beschrieben wird und der genau deshalb ja auch abgerissen werden soll.

Das größte Gebäude mit bis zu 85 unterzubringenden Personen hält die Stadt an der Höingstraße bereit, mit Baujahr 1989 ist es in „befriedigendem“ Zustand. Eine vierte Unterbringung hat die Stadt an der Rudolf-Diesel-Straße angemietet, es bietet 60 Menschen Platz und im guten Zustand.

Überrumpelte Teilnehmer des Arbeitskreises fragen sich, ob die Stadtverwaltung mit dieser Ad Hoc-Verkündigung und Umquartierung zusätzlich Druck ausüben will, um den von ihr so nachhaltig forcierten Neubau an der Kamener Straße durchzusetzen. Dieser steht mit dem Rückzug der CDU in der vorigen Woche auf der Kippe. 

Entschieden wird im Frühjahr, wohl im April.

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5 KOMMENTARE

  1. „ob die Stadtverwaltung mit dieser Ad Hoc-Verkündigung und Umquartierung zusätzlich Druck ausüben will“
    was denn sonst?? Es sei denn die schwerwiegenden Mängel wurden von den derzeitigen Bewohnern herbeigeführt, dann ist dieser Zustand ja kurzfristig auch in anderen Unterkünften zu erwarten.

  2. Wenn denn die Parteien die jetzt der ursprünglichen idiotischen Neubauplanung von mehreren Millionen Euro (Begründung: zu teuer, Erfahrungen zeigen dass solche Neubauten nach Überlassung durch die Nutzer nach kurzer Zeit erneut renovierungsbedürftig bzw. abbruchreif sind) weiterhin skeptisch gegenüber stehen sollte ja dann einer schnellen Vermarktung des Grundstücks bzw. eine Planung notwendiger Sozialwohnungen umgehend möglich sein

  3. Zitat „Warum fallen diese offenbar gravierenden Sicherheitsmängel erst jetzt auf, nachdem diese Unterkunft seit Jahren ohne Probleme Jahren betrieben wurde? Hat man in der Vergangenheit etwa fahrlässig den Brandschutz vernachlässigt? „ Zitat Ende. Aha, es geht also nicht um Mängel die kurzfristig, aus welchem Grund auch immer, aufgetreten sind sondern um Mängel die bereits in der jüngsten Vergangenheit offensichtlich waren. Oder nun herbeigeredet werden. Bei der Vorgehensweise der Stadt kommt mittlerweile der Verdacht auf dass bereits die Aufträge zum Neubau bereits vergeben sind und die Unternehmen Druck auf die Verwaltung machen. Auch hier eine Schelm der Böses dabei denkt wie ich bereits in einem älteren Kommentar zu dem Thema geäußert habe. Er verdichtet sich immer mehr und ich kann nur hoffen dass die Parteien die auf der Zielgeraden doch noch den Funken der Erleuchtung erhalten haben und dem roten Filz nicht angehören diesem Spuk ein Ende setzten.