„Abgelehnt!“ Rückschlag für Tempo 30 auf Unnaer Hauptstraßen

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Die Iserlohner Straße zwischen B1 und Schützenhof) bleibt vorerst die einzige Unnaer Hauptstraße mit reduziertem Tempo. (Foto: Archiv RBU)
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Tempo 30 – aus Lärmschutzgründen – auf Unnaer Hauptverkehrsadern, z. B. Friedrich-Ebert- und Kleistraße? – Vorerst: Abgelehnt.

Der (laut Kritik der CDU) „Lärmschutz der etwas anderen Art“ ist von der zuständigen Landesbehörde – Straßen.NRW – abgewiesen worden. Das freut die CDU natürlich sehr, hatte sie diesen Versuch der Stadt, den „Lärmaktionsplan“ mittels Tempodrosselung durchzusetzen, doch von Anfang an massiv kritisiert.

Abgelehnt: Tempo 30 auf der Friedrich-Ebert-Straße (B233) wird es vorerst nicht geben. Ebensowenig auf der parallel verlaufenden Hammer Straße, der Hansastraße und der Kleistraße in Massen.

Bericht über die von der Stadt beantragten fünf 30-er-Regelungen HIER.

Entsprechend unverzüglich teilt die CDU-Fraktion die Neuigkeit (die gleichwohl erwartbar war) am heutigen Sonntag (4. 3.) gleich eifrig auf ihrer Facebookseite mit.

„Für die Befürworter der umstrittenen Temporeduzierung auf Hauptverkehrsstraßen in Unna zu Lärmschutzzwecken erweist sich das Tempo 30 erwartungsgemäß als frommer, aber vorerst realitätsferner Wunsch“, verkündet Fraktionschef Rudolf Frölich am Mittag mit merklicher Genugtuung:

„Der Landesbetrieb Straßen.NRW hat als Straßenbaulastträger nunmehr seine Ablehnung des Antrags per Stellungnahme ins Rathaus Unna geschickt. Damit ist die Maßnahme also vorerst nicht realisierbar.“

Bleibe abzuwarten, wie das Rathaus nun reagiere – und ob man, so Fröhlich, „gewillt ist, sich mit der Frage auf den wahrscheinlich langwierigen Rechtsweg zu begeben.“ Denn eine Klage wäre wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, die Autofahrer auf zentralen Hauptverkehrsachsen (darunter Bundesstraßen) auf die Bremse zu zwingen.

Auf der Iserlohner Straße (Bericht HIER) konnte die Stadt ein Teilstück, das sich in ihrer Zuständigkeit befindet, mit 30-er-Schildern bestücken: Vom Schützenhof bis zur B1 hat die Stadt an dieser Bundesstraße (B233) selbst die Baulast.

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8 KOMMENTARE

  1. Es muss jetzt aber mal Schluss sein mit dem Unfug!
    Bin vorhin am Sonntag mit Tempo 30 das Stück auf der Iserlohner Straße gefahren.
    Angehalten und mal die Ohren gespitzt.
    Ich habe keinen Lautstärkeunterschied zwischen Fahrzeugen festgestellt, die mit Tempo 30 oder Tempo 50 gefahren sind. Hatte eher das Gefühl, dass bei Tempo 30 im 2. Gang der Lärm noch etwas lauter war.
    Für mich absoluter Schwachsinn diese Regelung. Dient nur zum „Abkassieren“!

  2. Eine Lärmreduzierung bei Tempo 30 im Vergleich zu Tempo 50 lässt sich nur in Studien unter labormäßigen Voraussetzungen nachweisen. Ansonsten ist die Lärmminderung im Wesentlichen beeinflusst durch das Fahrverhalten (Motordrehzahl, frühzeitiges Hochschalten), der Bauart des Fahrzeuges (bei neueren Fahrzeugen ist der Motorraum komplett abgekapselt, je nach Modell mit besserer oder schlechterer Dämmung) und der Bereifung (Abrollwiderstand). Also können Fahrzeuge mit Tempo 50 auch bedeutend leiser sein. Insofern mal eine gute Entscheidung von Straßen. NRW. Wichtiger ist doch die derzeit geführte Diskussion zu Schadstoffemissionen. Dazu gab es im Nov. 2012 eine Fachtagung des Umwelt Bundesamtes zum Thema: Tempo 30
    Ich zitiere mal aus einer Studie von Heinz Steven
    „Das Ergebnis ist eindeutig: Die niedrigsten Emissionen ergeben sich bei Zielgeschwindigkeiten von 50 bis 70 km/h.
    Tempo 30 ergibt gegenüber Tempo 50 eine Erhöhung der CO2- Emissionen um ca. 19%, bei den Partikelemissionen beträgt die Erhöhung im Mittel 14%, bei den NOx-Emissionen im Mittel 6%,
    https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/377/dokumente/steven-veroeffentlichung.pdf
    Insofern: die Entscheidung ist nicht zu Beanstanden.

      • Der Antrag der Stadt basiert auf der Forderung notwendige, geforderte Lärmreduzierung umzusetzen. Die Idee dazu war dies durch eine zweifelhafte Umsetzung mit Tempo 30 zu erfüllen und mutet den Anliegern dabei eine höhere Schadstoffbelastung zu. Da muss sie sich nun was anderes einfallen lassen. Vielleicht bessere Radwege. Im Zweifel wird die Stadt aber eher ein paar Schlaglöcher „produzieren“ damit Tempo 30 wegen „schlechtem Straßenzustand“ umgesetzt werden kann.