Konflikt mit „Meisterhaus“: Stadt bessert an „Leitboys“ nach

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Alles wieder auf Start. Nein, nicht alles – aber ein bisschen was.

Die Stadtverwaltung Unna rudert mit ihren umstrittenen „Leitboys“ am Südwall (Restaurant Meisterhaus) ein Stückweit zurück. Das teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage der CDU-Fraktion am Donnerstag (8. 3.) mit, informiert heute (Freitag) die CDU.

So sollen unmittelbar vor dem „Meisterhaus“ auf einer Länge von einigen Metern die Absperrungen wieder entfernt werden, um eine Belieferung des Restaurants zu ermöglichen.

„Dies ist offenbar das Ergebnis eines Ortstermins der Stadt in den letzten Tagen“, schätzt CDU-Fraktionschef Rudolf Fröhlich. Die Stadt wolle offenbar den Streit mit dem italienischen Gastwirt beenden.

Die CDU-Fraktion begrüße das Einlenken der Stadt an der Stelle ausdrücklich, so Fröhlich in einem Statement auf der CDU-Homepage. Doch gleichzeitig müsse künftig konsequent gegen Falschparker eingeschritten werden, die den entstandenen „Freiraum“ vor dem Restaurant vermutlich wieder als willkommene Abstellfläche nutzen würden. „Damit wären wir dann wieder am Anfang der Diskussion“, bilanziert Fröhlich. Sehr fröhlich kann er darüber nicht sein, denn die umstrittenen Leitboys hatte nicht die Verwaltung auf eigene Faust beschlossen, sondern einen politischen Beschluss umgesetzt. „Die Stadt kommt vermutlich künftig um energische repressive Maßnahmen gegen Falschparker nicht herum“, bilanziert Fröhlich.

Der Vorsitzende der Freie Liste Unna-Fraktion (FLU), Klaus Göldner, meldete sich am Nachmittag ebenfalls mit einem Statement. Er kritisiert die Maßnahme der Stadt als „grobe Verschlimmbesserung“.

„Allein der Name dieser Verkehrseinrichtung als möglicherweise witzig gemeinter Vermischung der deutschen und englischen Sprache ist bereits eine Zumutung“, so Göldner.

„Vermutlich bedurfte es aber dieser Radikallösung, um des Problems nachhaltig Herr zu werden. Fest steht nämlich, dass am Südwall jetzt nicht mehr falsch geparkt wird bzw. werden kann!“

Zweiter Vorteil aus Göldners Sicht: „Das alles wird erreicht, ohne dass sich jemand die Mühe einer Kontrollmaßnahme machen müsste. Der Preis für diese nachhaltige Lösung ist – neben den bis jetzt verschwiegenen, vermutlich hohen Kosten des Projekts – der Ärger mit einigen, lange nicht allen! Anliegern und die Gefährdung des Radfahrverkehrs.“

Denn zum Überholen von Radfahrern durch mehrspurige Fahrzeuge sind beide Richtungsfahrbahnen erheblich zu schmal, kritisiert der FLU-Fraktionsvorsitzende.

„Überdies ist der Anblick des Südwalls nunmehr an Hässlichkeit kaum zu überbieten. Dieser Eindruck wird sich verstärken, wenn erst einmal die ersten Baken plattgefahren sind – siehe als Beispiel den Verkehrsring in Höhe der Star-Tankstelle.“

Die CDU feiere jetzt die Zurücknahme der Baken in Höhe des Meisterhauses um einige Meter als großen Erfolg. „Ich meine, diese „nicht Fisch, nicht Fleisch“- Lösung ist eine grobe Verschlimmbesserung, die man getrost als schlechteste aller Lösungen bezeichnen darf. Im Bereich des Meisterhauses kann demnach demnächst wieder lustig falsch geparkt werden, und man wäre wieder auf die vermutlich ausbleibende Kontrolltätigkeit der Ordnungsbehörde angewiesen. Im weiteren Verlauf bliebe es bei der Gefährdung der Radfahrer und die ausgewiesene Hässlichkeit der Einrichtung.“

Göldner fordert:

„Die Baken müssen komplett weg und es wird täglich konsequent kontrolliert, oder sie bleiben genauso stehen.“ Vielleicht könne man ja auch einmal nach einer anderen Lösung für hungrige Unnaer suchen, die nur mal eben am Schalter eine Pizza abholen wollen. Tiefgaragenplätze scheinen die Lösung nicht zu sein, denn Fahrzeuge standen immer auch dann auf der Fahrbahn, wenn die Tiefgarage geöffnet war. Vielleicht sollte Herr Gala einen Lieferservice einrichten, oder ein paar Plätze am Eingang des Biergartens für Abholer einrichten und reservieren.“

 

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