Urlaubsguru will expandieren – 5geschossiger Bürokomplex auf Viktoria wird als „Option“ geprüft

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Das Viktoria-Areal zwischen Hammer- und Viktoriastraße soll buchstäblich nach Jahrzehnten endlich neu belebt werden. (Archivfoto / RBU)
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Was lange währt… sehr lange währt… … soll jetzt endlich Gestalt annehmen.

Die Stadt will das Viktoriagelände neu beleben. Und dazu möchte der  Investor – die Viktoria Grundstücks GmbH & Co. KG i.G  (Schnitger) – eine äußerst bekannte lokale „Marke“ an den Rand der Innenstadt holen.

Auf der zugewucherten Brache zwischen Viktoria- und Hammer Straße soll sich, so das Ziel einer heute im Rathaus vorgestellten Planung, ein Reiseunternehmen niederlassen – mit 250 Mitarbeitern in einem fünfgeschossigen Gebäudekomplex.  Und dieses Reiseunternehmen ist kein anderes als Urlaubsguru.de aus Holzwickede, das seit vorigem Jahr bereits mit einem Store in der Unnaer Innenstadt vertreten ist (an der Hertinger Straße).

Die avisierte Wiederbelebung der Brache gab heute (Mittwoch) die Unnaer Bauverwaltung bekannt. Dazu lud Baudirektor Michael Ott am Vormittag zu einer Pressekonferenz ins Rathaus.

Pikant: Bei Urlaubsguru selbst wusste man nichts davon.

Denn die Planung, die die Stadt in einer umfangreichen Vorlage für den Stadtentwicklungsausschuss kommende Woche dezidiert beschreibt, „ist alles andere als in trockenen Tüchern“, unterstrich bei einem Telefongespräch mit unserer Redaktion ein energischer und hörbar irritiierter Daniel Krahn, der gemeinsam mit Daniel Marx „Urlaubsguru“ gegründet hat.

„Wir wollen weiter wachsen“, bestätigte Daniel Krahn die grundsätzlichen Expansionspläne von Urlaubsguru. „Doch ob das an der Viktoriastraße in Unna sein wird, ist vollkommen offen.“

Man habe weitere gute Opitionen, etwa in Dortmund sowie auch am Standort Ecoport in Holzwickede. Dass die Stadt eine Pressekonferenz einberuft und quasi Vollzug verkündet, ohne das betroffene Unternehmen daran zu beteiligen oder wenigstens vorab zu informieren, bezeichnet Daniel Krahn als „mehr als befremdlich“. 

Dauerbaustelle Viktoria

Stillstand nach gut 20 Jahren will die Stadt gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer Johann Peter Schnitger an der Viktoriastraße beenden und einer der dicksten Knoten der Unnaer Flächenentwicklung durchschlagen werden.

Auf dem nördlichen Teil des  10.000 m² großen Areals ist nach den heute vorstellten Entwürfen das Bürogebäude geplant (Bruttogrundfläche  1.540 m², Bruttogeschossfläche 7.705 m²), südlich entlang der Bahnlinie soll ein Nebengebäude mit Sporthalle und Lager den Komplex ergänzen.

Der Verkehr würde von der Viktoriastraße aus über die bereits ausgebaute Gebietseinfahrt an der Ostseite des Bürogebäudes fließen. Parkplätze würden oberirdisch auf dem Gelände angelegt: entlang der Pkw-Zufahrt sowie zwischen Bürokomplex und Nebengebäude.

Am Mittwoch kommender Woche, 21. 3. 2018, wird sich im Stadtentwicklungsausschuss erstmals die Unnaer Politik mit den Plänen befassen. Auch dies erfuhr der Urlaubsguru-Chef erst am heutigen Nachmittag im Telefonat mit Rundblick.

„Ziel der Planung ist, eine brachgefallene Fläche in städtebaulich gut integrierter Lage innerhalb der Innenstadt einer dauerhaften Neunutzung zuzuführen“, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage.  Laut  „Integriertem Handlungskonzept Innenstadt Unna 2022“ (Büro Frauns, 2016) ist – per Ratsbeschluss – Einzelhandel für Nahversorgungs- sowie innenstadtrelevante Sortimente auf der Viktoriafläche ausgeschlossen.

Andererseits eröffne die Größe des Geländes und seine Innenstadtnähe „ein weites Spektrum an Nutzungsmöglichkeiten: Verwaltungsgebäude, Bildungseinrichtungen, Gemeinbedarfseinrichtungen, sogar gewerbliche Anlagen sind ebenso wie Wohnnutzung vorstellbar“, führt die Expertise aus.

Die Stadt hatte sich 2014  mit dem westlichen Geländeteil um die Ansiedlung der Sparkassen-Akademie NRW beworben. Das scheiterte, Dortmund bekam den Zuschlag: Gegen das Phönixsee-Gelände war Unna mit seiner Viktoria chancenlos.

Doch „die Zielrichtung ,Büronutzung´war damit gesetzt“, erklärt die Verwaltung.

Und nun hat die Viktoria Grundstücksgesellschaft eine konkrete Planung vorgelegt: für einen fünfgeschossigen Bürokomplex, Parkplatzanlage und Nebengebäude für Urlaubsguru. Welches gleichwohl deutlich betont: Alles ist offen. Und entschieden über den Standort wird laut Daniel Krahn sowieso nicht kurzfristig: Die Gespräche und Verhandlungen können noch einige Monate dauern.

Um die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen und das Vorhaben städtebaulich und gestalterisch steuern zu können, ist die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich (§ 12 BauGB). Die Umweltauswirkungen werden laut Stadt „voraussichtlich erheblich“ sein. Sie werden in einem Umweltbericht beschrieben und bewertet.

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