Rückstau vom Kreisel bis ins Parkhaus: Einkaufszentrum Mühle Bremme wird verkehrliche Herausforderung

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Luftbild des Mühle Bremme-Geländes. (Foto: Thomas Karczewski)
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Ein neues Einkaufszentrum am nördlichen Eingang der Innenstadt, mit rund 7000 qm Verkaufsfläche, umringt von Hauptverkehrsstraßen, die schon jetzt an ihre Grenzen stoßen. Die Neuentwicklung des „Mühle Bremme“-Geländes hinter der Post (Bericht HIER) wird vor allem eine verkehrstechnische Herausforderung.

Seit Oktober entwickelt wie berichtet die Bocholter Immobiliengesellschaft Ten Brinke das Areal.

Der Investor wird den Stand der Planungen in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 21.03.2018 vorstellen und erläutern. Eingeschlossen der Frage: Wie soll das dort direkt an Ring, Kantstraße und Kreishauskreisel mit dem Verkehr funktionieren?

Die sehr spezielle Verkehrssituation an diesem Knotenpunkt ist der Stadtverwaltung bewusst. Die Leistungsfähigkeit der Verkehrsanbindung muss gewährleistet sein, damit steht und fällt die gesamte Planung.

Momentan dient eine schmale Straße der Anbindung ans Mühle Bremme-Gelände. Doch wenn aus dem Parkplatz ein Einkaufszentrum wird, muss eine entsprechende Verkehrslösung her. (Archivfoto RBU / Th. Karzewski)

„Aufgrund der besonderen Bedeutung der verkehrlichen Erschließung an dieser Stelle“, schreibt die Stadt  in der Vorlage für den Stadtentwicklungsausschuss, werden gleich zwei Gutachten zur Verkehrsfrage erstellt: ein allgemeines Vorgutachten und ein projektbezogenes Verkehrsgutachten.

Mit dem Vorgutachten hatte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Unna (WFG) bereits im Oktober 2016 die Ingenieurgesellschaft BBW/Brilon, Bondzio, Weiser beauftragt; das  projektbezogene ist noch nicht fertig, es wurde vom Investor frisch in diesem Jahr an das Ingenieurbüro für Verkehrs-und Infrastrukturplanung aIb, Ambrosius Blanke vergeben.

Schon jetzt ist klar, dass das neue projektbezogene Gutachten im Kern das Ergebnis des  Verkehrsgutachtens BBW bestätigt:

„Nach Durchführung begleitender Maßnahmen ist die Abwicklung des Verkehrs, die das neue Einkaufszentrum mit sich bringt, gewährleistet.“

Grafik der geplanten Verkehrsregelung mit Entwicklung des Mühlencenters. (Quelle Investor/Stadt Unna)

So soll es funktionieren:

  • Das Einkaufszentrum soll über einen Ampel-Knotenpunkt an den Innenstadtring angebunden werden.
  • Für die Anbindung von der Kantstraße aus in Richtung Norden wird eine Linksabbiegerspur angelegt.
  • Ausfahrt ist in beide Richtungen möglich (westlich wie nördlich).
  • Zu Spitzenzeiten nachmittags wird das Verkehrsaufkommen von derzeit 325 Fahrzeugen pro Stunde um 140 Kfz wachsen.
  • Auf dem Ring ist durch die neue Ampel in Spitzenzeiten mit zusätzlichem Stau und Zeitverlust zu rechnen (im Mittel 64 Sekunden).
Der Zebrastreifen an der Viktoriastraße direkt vor dem Kreisel. (Archivbild: Rundblick)

Dreh- und Angelpunkt – der zwangskastrierte Kreishaus-Kreisel:

Der ohnehin hoch belastete Kreisel hat auf den Verkehrsablauf in diesem Stadtgebiet „maßgeblichen Einfluss“, schreiben die  Gutachter (nachvollziehbar) in ihre Expertise. Als Kernproblem sehen sie das hohe Fußgängeraufkommen auf der Viktoriastraße, welches „die Verkehrsqualität des Kreisverkehrs“ bereits ohne ein zusätzliches Einkaufszentrum „deutlich beeinträchtigt“ – siehe regelmäßiger Feierabendrückstau oft bis zum Ostring.

Empfehlung daher: Eine „signalisierte Querung“ (sprich: Fußgängerampel) an der Viktoriastraße.

Diese könne dann auch folgendes absehbares Szenario „signifikant“ in seiner Wahrscheinlichkeit verringern:

„(Es ist) … davon auszugehen, dass sich innerhalb der Spitzenstunde trotzdem ein Rückstau vom Kreisverkehr bis in den Bereich der Parkhausausfahrt einstellt, der die Ausfahrt aus dem Parkhaus kurzzeitig blockiert.“

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