Sanierung auf früherer Kokerei Massen startet – Gebäudeschäden nicht auszuschließen

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Symbolbild Altlastensanierung. (Fotorechte: AVA)
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Gebäudeschäden sind nicht vollends auszuschließen: Die Sanierung der schadstoffbelasteten Fläche im Norden der ehemaligen Zeche/Kokerei Massen ¾ startet.
Die Anlieger wurden am 14. März durch den AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung – und den Kreis Unna informiert. Dieser teilt mit, was geplant ist:
Die Sanierung wird in zwei Phasen durchgeführt. Im ersten Abschnitt wird auf dem Gelände des dortigen Autoverwertungsbetriebes eine Bodensanierung (Kernschadensanierung) durchgeführt.
Dazu muss zunächst Bodenaushub bis etwa 4 m Tiefe erfolgen, um eine Tragschicht für das Großlochbohrverfahren herzustellen. Damit wird der kontaminierte Boden bis zu 9 m Tiefe herausgenommen und durch unbelastetes Material ersetzt. Der Durchmesser des Bohrers beträgt 1200 mm.
Das belastete Material wird fachgerecht entsorgt. Danach werden die Baugruben wieder verfüllt und die Verkehrsfläche wieder hergestellt.“
Schäden an benachbarten Gebäuden, warnt der Kreis vor, können nicht gänzlich ausgeschlossen werden. „Damit sie reguliert werden können, muss an den Nachbargebäuden eine Beweissicherung durchgeführt werden. Die Betroffenen wurden schon vor einiger Zeit darüber informiert, die Beweissicherung läuft bereits.“
Im Mai sollen die Arbeiten starten und ca. 6 Monate dauern.
 
Sanierungsphase II ab 2019
Die Bodenbelastungen reichen wahrscheinlich über das Grundstück des Autoverwertungsbetriebs hinaus und liegen auch unterhalb der am Standort vorbeiführenden Dortmunder Straße. Nach Abschluss der Phase I werden die dort gewonnenen Erkenntnisse deshalb ausgewertet. Sollten sich dabei die Vermutungen bestätigen, erfolgt eine zweite Sanierungsphase.
In Phase II, die frühestens im Jahr 2019 beginnt, werden die Gebäude auf dem Gelände entlang der Dortmunder Straße rückgebaut, der Boden darunter und der Bereich der Dortmunder Straße saniert. Vor Beginn dieser Phase werden die betroffenen Anwohner ebenfalls informiert. Auch eine Beweissicherung wird erneut durchgeführt werden.
 
Hintergrund der Sanierung
Bei dem Projekt handelt es sich um den Betriebsstandort der ehemaligen Zeche und Kokerei Massen ¾, die von 1912 bis 1926 betrieben wurde. Nach Einstellung des Betriebs wurde die Kokerei abgerissen. Durch die Produktion und im Rahmen des Rückbaus kam es zu erheblichen Kontaminationen insbesondere des Bodens und des Grundwassers mit kokereispezifischen Schadstoffen.
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