Ehrgeizige Bremme-Pläne: „Mühlencenter“ für 25 Mio. am Eingang zur City

6
2729
Grafischer Entwurf des geplanten Einkaufscenters "Mühlencenter" mit Edeka als Ankermieter. (Archivbild RBU / Grafik: Ter Brinke Group)
Facebookrss
Vorab: Der Traum vom „H&M Unna“ ist ausgeträumt.

Doch hat der Investor der Mühle Bremme ehrgeizige Pläne.

Für 25 Millionen Euro will die Ten Brinke Group das Areal am nördlichen City-Entrée zu einem attraktiven, topmodernen Einkaufszentrum entwickeln:

mit hochwertiger Gastronomie, Läden mit Kleidung, Dekoartikeln, Accessoires (keine Möbel), möglichst  (Unterhaltungs-)Elektronik – die käme ins Obergeschoss.

Und das Erdgeschoss wird ein Edeka-Markt beziehen, einer der ganz neuartigen Generation: offen, licht, bewegte Großflächen – es gibt in ganz Deutschland  bisher erst vier dieser Super-Supermärkte.

V. li. Dipl.-Ing. Michael Deterding (Deterding Architektur), Investor Peter El-Dessouki (Ten Brinke), Ute Heinze (WFG), Baudirektor Michael Ott. (Foto: RBU / Thomas Karcewski)

Für die Ten Brinke Group stellte Projektentwickler Peter El-Dessouki die ambitionierten Pläne mit dem Bremme-Gelände am heutigen Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Rathaus und am Abend im Stadtenwicklungsausschuss vor.

Baudirektor Michael Ott betonte einleitend, es gelte die „Zentrumsqualität zu steigern“, konkret die Attraktivität der Fußgängerzone an der nördlichen Tangente.

Für das dafür nun geplante Einkaufscenter einigte man sich in der Pressekonferenz auf den das Codewort „Mühlencenter“.

Die wuchtigen Industriegebäude, die seit Jahrzehnten den Mühle Bremme-Komplex prägten, werden abgerissen. Sie weichen einem eleganten zweigeschossigen  Baukörper, dessen ovale Form dem Busbahnhof einen Steinwurf entfernt nachempfunden ist.

Der lichte, helle Eingangsbereich bietet Sitzmöglichkeiten für Cafés und hochwertige Gastronomie. Einzelne kleinere Läden (Deko, Textilien) ergänzen ein neuartiges Supermarkt-Konzept mit bewegten Großflächen (vergleichbar mit offenem Wohnen ohne Türen): So haben z. B.  Supermarkt und Drogeriemarkt fließende Übergänge auf einer Fläche an Stelle enger Gänge und trennender Türen.

„Märkte dieses Konzepts gibt es bisher erst vier in ganz Deutschland“, erklärte Peter El-Dessouki: drei in Düsseldorf, einen in Bottrop. Die Ansiedlung dieses Top-Edekas gilt als sicher. „Wir sind uns einig.“

Für das Obergeschoss ist Unterhaltungselektronik avisiert, das ist aber noch nicht sicher.

Ähnliches gilt für Café/Gastronomie. Sie sind in Planung, Gespräche werden geführt, die Ergebnisse stehen jedoch noch aus. 

Die Parkplätze, 350 an der Zahl, werden auf dem Dach angeordnet und über eine Rampe erreichbar sein. Die Warenanlieferung durch Lkw läuft über eine separate Zufahrt: Sie kommt sich daher nicht mit den Pkw-Kundenverkehren ins Gehege, versichern Stadtplaner, Architekt Michael Deterding und Investor El-Dessouki.

Die Villa auf dem rückwärtigen Gelände der Mühle Bremme steht unter Denkmalschutz und wird NICHT abgerissen, unterstrich Michael Deterding. Das historische Gebäude soll mittels einer Glasspange mit dem Neubau verbunden werden. Ebenfalls unter Schutz steht der mächtige Baum an der Post, er ist ein Naturdenkmal.
Entwurf des Mühlencenters. (Grafik: Investor)
Luftbild der Mühle Bremme. (Archiv RBU)
Für das Postgebäude selbst gibt es ebenfalls mittlerweile Ideen einer geänderten Nutzung, da sich die Postfilialen in den Innenstädten allgemein verkleinern. Eventuell könnte in der oberen Etage so etwas wie ein Medical Center entstehen, ließ Architekt Deterding anklingen. 
………………………………………………………………………………
Foto RBU

……………………………………………………………………………………………….

Investor Peter El-Dessouki ist der Standort seit Langem bekannt: Er stammt aus Unna. Im  Februar 2017 wurden erste Konzepte vorgestellt, begleitet durch die Wirtschaftsförderung (WFG). Namentlich hob Architekt Deterding das Engagement von Karin Rose hervor.
Ein heikler Punkt der ehrgeizigen Neuentwicklung ist die Verkehrsfrage: Aufgrund des sensiblen Standorts an diesem ohnehin schon hoch frequentierten Knotenpunkt wurden gleich zwei Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben – das eine ist von 2016, „das jetzige Konzept ist taufrisch“ erklärt Peter El-Dessouki. Es kommt gleichwohl zum gleichen Fazit wie das 2016er-Gutachten: schwierig – aber machbar.
 
Verkehrsidee..
 
Facebookrss

6 KOMMENTARE

  1. Das wird die ganze Innenstadt kaputt machen. Aber es zählt ja eh nur Geld Geld Geld. Alles kann man in und um Unna sehr gut einkaufen. Aber füttert die dummen Massen weiter mit Konsum. Der Verstand ist bei den Meisten eh schon verloren. Traurige Gesellschaft.
    Eine Alternative die die Glückshormone dauerhaft ausschüttet kommt niemandem in den Sinn, Hauptsache wir konsumieren und sind für den Moment glücklich.
    Gehorche, arbeite, konsumiere und vermehre dich = Leitfaden zum Leben der Massen