Brutale Attacke auf Eurobahn-Kontrolleure: Justiz setzt Schlusspunkt

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Symbolbild (Pixabay)
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Die Attacke war roh, brutal und frei von jeglichen Hemmungen. Selbst als das Opfer schon am Boden lag, wurde es weiter getreten, geschlagen… krankenhausreif geprügelt.

Fast ein Jahr nach der scheußlichen Attacke auf zwei Eurobahn-Mitarbeiter auf dem Soester Bahnsteig (Rundblick berichtete) ist die Gewalttat juristisch abgeschlossen. Der Jüngere der beiden Angreifer bekam eine Bewährungsstrafe, der Ältere wurde abgeschoben. Das berichtet der Soester Anzeiger.

Am Nachmittag des 25. April 2017 waren die beiden Nordafrikaner  in der Eurobahn von Hamm in Richtung Soest gefahren, ohne gültige Tickets. Die Kontrolleure erwischten sie dabei, stiegen mit ihnen zusammen am Soester Bahnhof aus. Auf dem Bahnsteig versuchten sich die Ertappten loszureißen – und als sie das nicht schafften, griffen sie die überrumpelten Kontrolleure sofort so massiv und brutal an, dass einer der Männer schwere Verletzungen erlitt.

Die  Gewalttäter rannten weg, liefen jedoch noch im Bahnhof Soester Polizeibeamten in die Arme. Diese nahmen sie fest, wickelten die erkennungsdienstliche Behandlung ab: zwei Marokkaner, 17 und 18 Jahre alt, gemeldet in Dortmund.

Ein Student, der im Zug mitfuhr, filmte die brutalen Szenen mit seinem Handy. Das Video wurde den Gerichtsakten zugefügt.

Wegen der ausgesuchten Rohheit der Attacke (der schwer verletzte Eurobahnmitarbeiter war 6 Wochen krank geschrieben) reagierten unsere Leser damals sehr aufgebracht und verständnislos darüber, dass beide jungen Männer nach der Personalienaufnahme wieder laufen gelassen wurden; die Behörden sahen keine Haftgründe. Vier Monate später wurde der 17 Jährige doch noch verhaftet – weil ihn die Ermittler nicht mehr unter seiner gemeldeten Adresse auffanden. Er wartete seither hinter Gittern auf seinen Prozess.

Das Jugendschöffengericht Soest sprach nun final das Urteil: 16 Monate auf Bewährung. Begründung für die Richter: das halbe Jahr, das der junge Mann schon in U-Haft verbracht hatte, und „gute Führung“ im Gefängnis. Das Video hätte belegt, dass die brutaleren Tritte  der Ältere ausgeübt hätte, argumentierte der Richter außerdem.

Keine Rolle spielte bei der Aussetzung der Strafe offenbar der Umstand, dass der 17 Jährige bereits vorbestraft war (6 Monate wegen gemeinschaftlichen Diebstahls).

Der Ältere ist bereits abgeschoben worden. „Er soll sich nach Erkenntnissen der Justiz ohnehin illegal in Deutschland aufgehalten haben und unter verschiedenen Namen und Geburtsdaten den Behörden aufgefallen sein“, schreibt der Anzeiger dazu. So sei nicht mal sicher, ob der brutale Treter zur Tatzeit wirklich  erst 18 Jahre alt gewesen sei.

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