Notruf wählen ohne Notfall: Wer gehört in die Notaufnahme – und wer nicht?

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Untersuchung beim Arzt. (Symbolbild / Pixabay)
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Leider immer öfter: Menschen wählen abends oder am Wochenende die 112, obwohl kein „richtiger“ Notfall vorliegt.

Eine Leserin, die in der Notaufnahme eines Krankenhauses arbeitet, bat uns, einmal ein wenig für  Aufklärung zu sorgen. „Denn immer häufiger wählen Menschen den Notruf 112, statt zum Arzt zu gehen oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Anspruch zu nehmen. Doch die 112 sollte man wirklich nur im Notfall anrufen.“

Ein Hausarzt hat naturgemäß irgendwann am frühen Abend Feierabend. „Dann finden es viele Menschen praktisch, sich abends in der Notaufnahme behandeln zu lassen“, hat die Leserin als missliche Entwicklung beobachtet. Denn gedacht ist es nicht so.

Eingangsbereich des Katharinen-Hospitals am Nordring. (Archivbild RBU)

In Unna gibt es den ärztlichen Notdienst im Katharinen-Hospital (KK).  Dieser ist bis 21 Uhr für Patienten da. In der Notaufnahme werden die Patienten dann generell nach Schweregrad der  Symptomatik behandelt.

Wer dann da mit einem Leiden sitzt, das eigentlich vom Hausarzt behandelt gehört, wundert sich oft darüber (und ärgert sich), wieso er stundenlang warten muss. Und leider reagieren viele mit wachsender Ungeduld dann immer pampiger dem  Personal gegenüber.

Wann ist man ein Fall für die Notaufnahme? Das ist schwierig zu pauschalisieren, doch gibt es aus ärztlicher Sicht folgende Alarmsignale, die sofort abgeklärt gehören:

Atemnot

Schmerzen in der Brust

Plötzliche starke Schmerzen

Vorsichtig ist auch bei Taubheitsgefühlen oder Blut im Stuhl geboten.

Wer aber lediglich unter leichteren Symptomen leidet, sollte einen Termin beim Hausarzt ausmachen oder sich abends und am Wochenende an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden (116 117).

Notaufnahme oder nicht? HIER geht´s zur Zusammenfassung

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3 KOMMENTARE

  1. Eigentlich weiß jeder dass er nicht für einen quer sitzenden Fu*z einen Rettungswagen bestellen soll. NUR HÄLT SICH KEINER DARAN. Letzte Woche gab es dazu auf NDR einen Bericht bei dem deutlich gezeigt wurde für welche Nichtigkeiten ein Rettungswagen ausrücken muss und gerade auf dem Land eine Situation entstehen kann wo ein wirklicher Notfall nicht rechtzeitig erreicht wird. Es ist dringend eine Änderung notwendig wo eine nicht unerhebliche Gebühr >50 Euro erhoben wird in der Notaufnahme. Zurück gibt es das Geld wenn der behandelnde Arzt einen Notfall bestätigt ansonsten Pech gehabt. Das Problem würde sich in kürzester Zeit minimieren. http://www.ardmediathek.de/tv/45-Min/Notaufnahme-am-Limit/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=12772246&documentId=47510506