FDP: Statt 2,4 Mio.-Asylneubau lieber Wohnungen mieten – an der Landesstelle

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Die Erstaufnahmeeirichtung (EAE), ehemals Landesstelle, in Massen-Nord. (Archivbild RBU)
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Nächster Vorstoß im Streit um den Flüchtlingsneubau an der Kamener Straße.

Nach FLU und CDU (die die Planungen aufgeben wollen zugunsten von sozialem Wohnungsbau) geht jetzt die FDP mit einem Vorschlag in die Offensive. Und zwar mit einem nicht ganz so neuen. 

Ihr Fraktionsvorsitzender Günter Schmidt schlägt Mietwohnungen statt Millionen teurem Neubau vor. Und er wüsste auch, wo diese Wohnungen zu finden wären: An der früheren Landesstelle, jetzt Erstaufnahmeeinrichtung (EAE), in Unna-Massen.

„Dort an der Lippestraße und Auf der Tüte besitzt der Bund Wohnungen, die er gerne der Stadt Unna vermieten würde“, hat Günter Schmidt durch Rücksprache bei der BIMA in Erfahrung gebracht (BIMA: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben).

Dass sie in Massen-Nord Wohnungen vermietet, berichteten wir auch auf Rundblick schon, und zwar im vergangenen Oktober. Damals winkte die Stadt ab, diese Mietwohnungen seien keine Alternative.

Bürgermeister Kolter selbst hatte bereits sehr deutlich gemacht:

Bürgermeister Werner Kolter. (Archivbild / Stadt Unna)

Er wolle keine Asylbewerber geballt in Massen (Nord) unterbringen, sondern an der „dezentralen“ Einquartierung über die Stadt verteilt festhalten. Das habe sich bewährt mit Blick auf die Integration. Und daran halte er fest.

Die FDP (die dem Planungsstart für den strittigen 2,4 Mio.-Neubau an der Kamener Straße im Oktober 2017 übrigens zugestimmt hatte) bringt die freien Mietwohnungen in Massen-Nord jetzt neu aufs Tapet.

„Es wäre billiger, als  in Königsborn eine neue Unterkunft für noch zuzuweisende Flüchtlinge für so viel Geld zu bauen. Und die Stadt könnte auch flexibler  reagieren“, schrieb uns Schmidt als Rückmeldung auf seinen Antrag, der am Donnerstag (19. 4.) auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses steht.

Schmidt bestätigte uns auf Rückfrage, er habe „mit dem zuständigen Herren bei der BIMA persönlich gesprochen. Bei der Frage noch dem Mietzins war er etwas zurückhaltend, es klang aber so, als wäre er recht günstig. Diese Informationen würde sicher die Stadt Unna erhalten, wenn sie eine offizielle Anfrage stellt.“

Günstig war die Wohnung, über die wir im Oktober exemplarisch berichteten, nun nicht wirklich: Die auf dem Immobilienportal Immonet beworbenen 2 Zimmer mit Küche und Bad (Bild oben) waren mit 300 Euro Grundmiete angegeben, 400 Euro inklusive aller Nebenkosten. Die Wohnung war mit 43 qm ca. 4 qm kleiner als die an der Kamener Straße geplanten Einheiten (47 qm). 

– Bericht über den letzten Sachstand zum Flüchtlingsneubau HIER

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3 KOMMENTARE

  1. Integration funktioniert natürlich besser in einer Unterkunft direkt an einer viel befahrenen Hauptstraße gegenüber einer Kaserne und fernab von Nachbarn. Demzufolge ist ein solches Quartier vorzuziehen zu Unterkünften die direkte Anwohner hat. Mal abgesehen davon dass Integration der Bewohner überhaupt gewünscht wird, was zu beweisen wäre. Beim Lesen des Artikels habe ich ein wenig eine Suchmaschine befragt und bin auf folgendes Ergebnis gestoßen. Zitat Wiki „Starrsinn bezeichnet abwertend die Geisteshaltung einer Person, die von Unnachgiebigkeit, Eigensinn, Engstirnigkeit oder auch geistiger Unbeweglichkeit geprägt ist.“