Möchtegernpolizist rast mit Blaulicht durch die City

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(Archivbild: Rundblick)
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Das schöne Spielzeug ist jetzt weg. Tja, dumm gelaufen.

  • Leichte Schadenfreude blitzt durch diese Meldung durch, die Polizeisprecher Gunnar Wortmann so herrlich formulierte, dass wir sie hier wörtlich wiedergeben möchten.

„Kleine Kinder spielen oft mit Polizeiautos und machen Tatütata dabei. Diese kindlichen Spiele hat jetzt ein besonders „kluges“ Kerlchen (Achtung: Ironie!) aus Dortmund versucht in die Realität umzusetzen. Ergebnis: Spielzeug bzw. Auto beschlagnahmt!

Gegen 22:25 Uhr am Montag, 16. April 2018, bemerkte eine Polizeistreife einen VW-Golf, der auf dem Schwanenwall in Richtung Osten fuhr. Auffällig: aufheulender Motor, deutlich überhöhte Geschwindigkeit und die Krönung: ein Blaulicht auf dem Dach.

Im Einmündungsbereich Geschwister-Scholl-Straße raste das Auto dann über eine rote Ampel, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Möglichkeit, dass es sich dabei um zivile Beamte handeln könnte, wurde aufgrund der Fahrweise und einer kurzen Nachfrage über Funk ad acta gelegt. Allerdings blieb die Fahndung „zunächst“ erfolglos.

Am nächsten Abend, 17. April, gingen die Beamten an den einschlägigen „Raser-Treffpunkten“ auf die Suche. Im Bereich des Ostwalls wurden die Beamten fündig: Dort stand der VW. Allerdings ohne Blaulicht.

Der Halter, ein 24-jähriger Dortmunder, wollte mit der ganzen Sache zunächst nichts zu tun haben und stritt alles ab. Dabei verfing er sich aber immer mehr in Widersprüchen.

In der Zwischenzeit wollte ein Bekannter (20) ganz schlau sein und Kratzer auf dem Dach des Golfs wegwischen. Diese stammten augenscheinlich vom dem „Blaulicht“, welches vor Ort nicht gefunden werden konnte.

Dieser 20-Jährige steigerte sich aber noch, in dem er massiv die Kontrolle der Beamten behinderte und als Höhepunkt einen Beamten tätlich angriff. Die Nacht durfte der Hobby-Feinpolierer im Polizeigewahrsam verbringen. Anzeige folgt.

Insgesamt wurde die Beweislast durch weitere Ermittlungen gegen den 24-Jährigen immer erdrückender. Um die ganze Geschichte abzukürzen erfolgte eine Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft. Die Beamten beschlagnahmten das Auto.

Der Führerschein wäre auch noch dran gewesen, wenn der Dortmunder ihn denn mitgeführt hätte. Aber das kann man ja im Rahmen der Ermittlungen noch nachholen. Diese dauern an.

Bei aller Blaulicht Faszination, ganz ohne Spaß: Mit solchen brandgefährlichen Aktionen gefährdet man nicht nur sich selber, sondern auch Unbeteiligte!

Übrigens, für alle ernsthaft Interessierten, die mit einem echten Polizeiauto und Tatütata zu einem Einsatz fahren möchten, gibt es heute Nachmittag ab 16 Uhr die Möglichkeit, sich bei der regelmäßigen Info Runde für Polizeibewerber zu informieren. Siehe auch: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4971/3915795 „

 

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