Rechtsextreme greifen nach Streit Afrikaner an – 5 Festnahmen – Opferschutz für die Opfer

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Symbolbild. (Foto: Rundblick)
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Auslöser soll eine rassistische Beleidigung gewesen sein – es folgte eine heftige Attacke mit Schlägen und Tritten auf ein schon am Boden liegendes Opfer.

Am Dortmund-Ems-Kanal sind am Donnerstagabend (19. 4.) Rechtsextreme auf drei dunkelhäutige Männer losgegangen, berichtet die Dortmunder Polizei. Auf Nachfrage sagte uns Sprecherin Nina Vogt, dass die drei aus Guinea stammen und in Dortmund wohnen.

Die Angreifer seien der „der rechtsextremistischen Szene zuzuordnen“. Sie hätten ihre Opfer am Kanal attackiert und verfolgt. Unter anderem kam ein Absperrpfosten als Wurfgeschoss zum Einsatz, der sein Ziel nur knapp verfehlte.

Es waren Zeugen, die die Polizei riefen, als sie die Auseinandersetzung bemerkten. Gegen 20.10 Uhr beobachteten sie, wie es auf einem Fußweg nahe einer Brücke an der Weidenstraße zwischen drei dunkelhäutigen Männern und einer Gruppe anderer Männer zunächst zum verbalen Streit kam.

Dieser eskalierte im Handumdrehen in einer Schlägerei, in deren Verlauf die Gruppe aus dem Spektrum der Rechtsextremen noch anwuchs.

Die Afrikaner versuchten daraufhin zu flüchten. „Dabei wurden sie von ihren Angreifern, die sich den Zeugenaussagen zufolge teils mit Holzstöcken bewaffnet hatten, verfolgt“, beschreibt die Dortmunder Polizei diese regelrechte Verfolgungsjagd, bei der einer aus der Gruppe auch einen Absperrpfosten nach den Flüchtenden schleuderte.

„Dieser verfehlte sein Ziel glücklicher Weise. Als einer der drei Verfolgten schließlich stürzte, wurde er zudem geschlagen und getreten.“

Aufgrund der exakten Beschreibung durch die Zeugen konnten die alarmierten Polizeibeamten die tatverdächtige Gruppe noch vor Ort antreffen und zur Personalienfeststellung festsetzen. Vier Männer (19, 21, 23, 18, aus Dortmund), die nach ersten Zeugenbefragungen als Hauptverdächtige identifiziert wurden, nahmen die Beamten fest.

Zudem stellte sich bei der Kontrolle der Gruppe heraus, dass gegen eine anwesende 20-jährige Frau aus Bochum ein Haftbefehl zur Strafvollstreckung vorlag. Sie wurde ebenfalls festgenommen. Alle fünf mussten den Weg ins Polizeigewahrsam antreten.

Die drei Guineer (23, 25, 31) blieben unverletzt. „Sie werden in den folgenden Tagen weiter durch die Polizei betreut, um ihnen unter anderem auch Maßnahmen des Opferschutzes anzubieten“, schreibt die Polizei.

Die Männer gaben in ihren ersten Aussagen an, dass Auslöser des anfänglichen Streits eine rassistische Beleidigung der Rechtsextremisten heraus gewesen sei. Der 23-Jährige sagte außerdem aus, dass er, nachdem er am Boden liegend geschlagen und getreten worden sei, sein Mobiltelefon vermisse. Dies war offenbar gestohlen worden.

Die Soko Rechts der Polizei Dortmund hat noch am Donnerstagabend die Ermittlungen übernommen. Die vier Tatverdächtigen befinden sich weiterhin im Polizeigewahrsam.

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