Politiker kippen großes Ramadan-Volksfest am Ausweichstandort in Dortmund

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Volksfest Festi Ramazan. (Foto: festiramazan.com)
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Deutliches Nein der Politik zur Rückkehr des „Festi Ramazan“ an die Westfalenhallen – aber einen anderen Veranstaltungsort für dieses Großevent gibt es nicht.
Damit wird das große muslimische Volksfest zum Fastenmonat Ramadan in diesem Jahr wohl nicht in Unnas großer Nachbarstadt gefeiert werden können.
Am Dienstagabend stimmte die zuständige Bezirksvertretung Innenstadt-Ost mit überraschend großer Mehrheit gegen den Veranstaltungsort am Remydamm nahe der Westfalenhallen.
Vorgeschlagen hatte die Stadt die Parkplätze E1 und E2. In geheimer Abstimmung wandten sich jedoch 12 Bezirkspolitiker dagegen, nur 5 waren dafür. 
Zur Erleichterung vieler Anwohner, die im Vorfeld Protestunterschriften gesammelt hatten. Sie sorgten sich um Lärm und Vermüllung während der immerhin vier Festi-Wochen (vom 16. Mai bis zum 17. Juni sollte es gefeiert werden).
Im vergangenen Jahr wurde das Festi Ramazan am Fredenbaumplatz gefeiert, mit über 220.000 Besuchern in den 4 Wochen. Auch dort gab es massive Anwohnerbeschwerden: Lärm bis zum frühen Morgen, Chaos durch kreuz und quer parkende Fahrzeuge und Parksuchverkehr nervten die Bewohner. Daher sollte die Großveranstaltung in diesem Jahr wieder an die Westfalenhallen zurückkehren.
Im vorigen Jahr kratzen die Besucherzahlen pro Tag zeitweilig an der 20.000er-Marke,  so am Pfingstsonntag. Das Lokalradio 91,2 schilderte ein Parkchaos in der gesamten Nordstadt, da die eigens eingesetzten Shuttle-Busse nur sehr unbefriedend angenommen wurden.
Die Anwohner hätten sich vor allem wegen hupender Autos in der Nacht massiv bei der Polizei beschwert.

Die Stadt Dortmund beschrieb das „Festi Ramazan“ auf ihrer Website „Ausdruck der Vielfalt“ und wollte daher auf jeden Fall an dem Fest festhalten. In Dortmund würden „Vielfalt und Toleranz seit jeder gelebt“. Das Festi bilde eine „Kulturbrücke zwischen den Nationen“.

3 Jahre lang fand das Festi (anfangs mit massiven Verkehrs- und Lärmproblemen) an den Westfalenhallen statt. 2017 war das wegen Modernisierungsarbeiten an den Westfalenhallen nicht möglich.

Der Standort Fredenbaum erwies sich aber ebenfalls als untauglich. Daher hatte der Veranstalter für die beiden Parkplätze am Remydamm ein umfassendes Verkehrs- und Sicherheitskonzept vorgelegt.

Doch dieses konnte die Politiker in der BV Innenstadt-Ost am Dienstagabend (24. 4.)  offenbar nicht überzeugen.

Dem Lokalsender 91,2 sagte Veranstalter Arens, dass ein anderer Veranstaltungsort nicht in Frage käme.

– Während des Fastenmonats Ramadan verzichten gläubige Muslime von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Ab Einbruch der Dunkelheit wird dann gemeinsam gegessen, getrunken und gefeiert.
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