Pacht-Aus für Eishalle ohne Diskussion beschlossen: Übernahme – oder Abriss

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Eissporthalle Unna. (Archivbild RBU)
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Es gab gar keine Diskussion mehr.

Der Unnaer Stadtrat hat am Donnerstagabend nahezu einstimmig das Ende des Pachtvertrags für die Eissporthalle beschlossen.

Mit Nein stimmten die beiden Vertreterinnen der Linken, der fraktionslose Ex-Pirat Christoph Tetzner und SPD-Ratsfrau Ingrid Kroll. Krolls Parteifreundin Bärbel Risadelli (fraktionslos) hatte während der Abstimmung den Ratssaal verlassen.

Beschlossen ist somit folgender Beschlussvorschlag der interfraktionellen Haushaltskommission:

Die Wirtschaftsbetriebe (WBU) sollen den Pachtvertrag mit der Betreiberfamilie Kuchnia zum 31.01.2020 kündigen. Sollte die private GmbH die Halle aus eigenen Stücken weiter betreiben, „sind im städtischen Konzernverbund 150.000 Euro pro Jahr einzusparen sowie bauliche und anderweitige vertragliche Risiken auszuschließen.“

Was im Klartext bedeutet: Die städtische Tochter WBU will ab dem 1. Februar des übernächsten Jahres das Gebäude nicht mehr für den Eissport weiter betreiben.

Wenn sich kein Käufer für das über 40 Jahre alte sanierungsbedürftige Gebäude findet – im Raum steht die Übernahme durch die Pächterfamilie -, würde es dann wohl abgerissen, das Gelände in Königsborn für Wohnzwecke o. ä. vermarktet.

Beim sogenannten „Eisgipfel“ am 24. Juni 2014 hatten die WBU vier Szenarien für die sanierungsbedürftige Halle entworfen:

1. Weiterführung ab 2020 wie bisher – seit Donnerstagabend (26. 4. 18) per Ratsberschluss hinfällig; 2. Verkauf der Halle unter Option „Eissport“; 3. Übertragung der Halle in Erbbaurecht; 4. Abriss.

Keine Zustimmung fand die Linkspartei mit ihrem Antrag, über den Punkt „Pacht-Aus für die Eissporthalle“ gesondert abzustimmen. Um die anderen Ratsvertreter zu zwingen, „Farbe zu bekennen“, so Fraktionschefin Weber. Die Eishalle wurde im Paket zusammen mit drei anderen Punkten auf der 7 Punkte umfassenden Sparliste behandelt:

  • – die Sybil-Westendorp und die Carlernst Kürten Stiftung sollen ab 01.01.2019 in das Stiftungsnetzwerk der Sparkasse eingebunden werden – das soll die Verwaltung mit der Sparkasse abklären;
  • die anderen Kommunen sollen sich stärker an der Finanzierung der Werkstatt im Kreis Unna beteiligen – darüber sollen Gespräche geführt werden (Unna zahlt derzeit allein 250.000 von 500.000 Euro pro Jahr);
  • die Verwaltung soll die Aufgabe der Kita Vinckestraße, Harkortschule, Falkschule und Nicolaischule in die Wege leiten (Kita, Falk- und Nicolaischule ziehen in neue Gebäude am Hertinger Tor um).

Die vier anderen Punkte aus dieser ersten Vorschlagsliste der Sparkommission sollen auf Antrag der SPD-Fraktion bis zur Ratssitzung im Juni noch einmal den Bürgern gegenüber „kommuniziert werden“ – sie werden NICHT revidiert, sofern sich nicht noch ganz neue Erkenntnisse auftun:

  • Aufgabe des Sportplatzes Alte Heide (Neuvermarktung für Gewerbe),  sobald die Sportanlage an der Kamener Straße erweitert ist.
  • Aufgabe des Sportplatzes Billmerich (Waldstadion) zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Der Verein soll dabei geholfen werden, eine Neunutzung für das Vereinsheim zu finden.
  • Schließung des Bürgeramtes Massen und
  • Schließung des Bürgeramtes Königsborn – beides zum 31.12.2018.

 

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8 KOMMENTARE

  1. Auch wenn es für alle Beteiligten traurig ist: Man keine Kohle ausgeben, die an anderer Stelle benötigt wird. Wenn Herr Kolter sagen würde :“ Ihr wolltet Willkommenskultur, jetzt zahlt auch für die Willkommenskultur !“ müssten 90 % der Meckerer den Mund halten, insbesondere Linke und SPD.

    • Die Flüchtlingskosten sind MITNICHTEN der einzige Grund, wieso die Stadt Unna Finanzprobleme hat, insofern ist diese monothematische Kampagne von Ihnen langsam ermüdend und auch ärgerlich, Dagobert. Wir schlagen vor, Sie vertiefen sich erst einmal ausgiebig in die Haushaltspläne der vergangenen 10 Jahre.

      • Ich habe mich bereits in die Haushaltspläne vertieft. Was ist es denn sonst ? Welche Kosten sind denn „multithematisch“ besonders gravierend ? Wie hoch sind die Kosten für MUFL und Flüchtlinge ? Wieviel wird für Mietwohnungen und Flüchtlingsunterkünfte ausgegeben(inklusive sinnloser Pläne)? Wieviel Flüchtlinge wurden auf „Hartz4“ umgetauft, um die Kosten zu verschleiern? Der Posten „Transferleistungen“ ist immens hoch und wird in den nächsten Jahren weiter steigen.
        Natürlich verschlingt die Flüchtlingspolitik (alleine in Unna!) „monothematisch“ mit Sicherheit viele Millionen pro Jahr. Es wäre verlogen, dieses Punkt zu leugnen.

        Ich verlange ja auch nicht, dass kein Geld mehr für Flüchtlinge ausgegeben wird. Es muss nur offen kommuniziert werden, wofür Geld ausgegeben wird und wofür gespart werden soll. Die „Willkommenskultur-Rufer“ sollten sich der Konsequenzen Ihrer Rufe bewusst sein.

        Interessanterweise beschweren sich jetzt diejenigen am lautesten, die vor zwei Jahren die Flüchtlingspolitik befürwortet haben und über „christliche Nächstenliebe“ gefaselt haben.

        Das Leugnen der Realität ist unglaublich ermüdend und ärgerlich. Warum sagt denn keiner, was „multithematisch“ so viel Geld kostet ?

  2. Die Züricher Zeitung hat es auf den Punkt gebracht:
    https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/die-fluechtlingskosten-sind-ein-deutsches-tabuthema-ld.1316333

    Die realen Kosten der Willkommenskultur werden in vielen kleinen Unter-Etats versteckt. Jeder Parkgebühren-Euro wird exakt verbucht, aber keiner will einen Zusammenhang zwischen Finanznot und Flüchtlingsausgaben erkennen? Warum meldet sich denn kein Lokalpolitiker zu Wort und erklärt den Finanzbedarf ? Es herrscht nur noch betretenes Schweigen. Okay, die Linkspolitiker sind lauthals dagegen, können aber auch keine Erklärung abliefern. Die ganze Nummer ist eine Schande für Unna.

  3. Ich stimme Dagobert voll und ganz zu!
    …und ich muss sagen…das Ende der Eissporthalle wäre ein weiteres riesiges Armutszeugnis der Politik gegenüber den Bürgern. Es schaudert mich nur noch….auf Stadt- und Kreisebene! Welch eine Politik…was für Versager werden da immer wieder gewählt!