Horror auf OP-Tisch – Patient des EK Unna während Narkose erwacht

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Während einer Operation. (Symbolbild / Pixabay)
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Blanker Horror: Während der OP erwacht man auf dem Operationtisch – und bekommt bei vollem Bewusstsein mit, wie der Chirurg „Skalpell“ befiehlt – es ansetzt – und schneidet…

Diesen Albtraum schilderte Kraftfahrer Maik Neff nach einer Schulterverletzung und nachfolgender OP im Evangelischen Krankenhaus Unna.

Maik Neff. (Bildrechte: Sat1)

„Ich hörte den Operateur reden… und dann hörte ich, wie er auf einmal sagte: ,Skalpell´ – und dann schnitt.“

Wahnsinnige Schmerzen durchfuhren ihn, schildert Maik Neff. Er schildert den Horror… „… wenn man in seinem Körper liegt, man ist gefangen, man hat Todesangst, und man merkt auf einmal, wie an einem rumgeschnitten wird.“

Maik Neff wandte sich an die Öffentlichkeit. Der TV-Sender Sat1 schildert in einem Beitrag für die Sendung „Akte 2018“ (ausgestrahlt am Abend des 8. Mai 2018) das von Neff geschilderte Erlebnis in allen Einzelheiten.

Das EK, von dem Fernsehsender mit den Vorwürfen des Patienten konfrontiert, wies die Behauptungen zurück und lehnte im Weiteren eine Stellungnahme ab: Verweis aufs laufende Verfahren. Maik Neff seinerseits schilderte vor der Kamera, dass sich eine OP-Schwester direkt nach seinem Erwachen aus der (schließlich noch geglückten) Narkose vielmals bei ihm entschuldigt hätte; diese Entschuldigungen sei auch in seinen Patientenunterlagen hinterlegt.

Ausschnitt aus dem Sat.1-Beitrag. (Bildrechte: Sat1)

Bei einem späteren Gespräch jedoch, zu dem er in die Unnaer Klinik gebeten worden sei, habe das EK die Behauptungen zurückgewiesen;  ihm sei sogar noch gedroht worden, berichtet Neff, er solle sich ja nicht mit dem Krankenhaus anlegen.

Das EK weist auch diese Behauptungen Neffs in dem Sat1-Bericht als Falschaussagen zurück.

Gegenüber unserer Redaktion nahm Kliniksprecherin Bettina Szallies für das Evangelische Krankenhaus Unna am heutigen  Mittwochmittag (9. 5.) wie folgt Stellung:

„Wesentliche von Herrn Neff getätigte Aussagen entsprechen nicht der Wahrheit.

Des Weiteren bitte ich um Verständnis, dass ich aufgrund eines laufenden juristischen Verfahrens keine weiteren Auskünfte geben kann.“

 

Gar nicht so selten: Wenn Narkosepatienten aufwachen

Dass Patienten in der Narkose aufwachen oder erst gar nicht richtig einschlafen, kommt gar nicht so selten vor. Bei etwa jedem tausendsten Patienten wirke die Narkose nicht richtig, berichten Experten.

Meist bemerke der Anästhesist schnell, wenn ein Patient wieder zu Bewusstsein komme. Dann werde die Dosis des Narkosemittels sofort erhöht. Oft erinnern sich Patienten hinterher nur schemenhaft oder gar nicht an ihr zwischenzeitliches Erwachen.

Anders sehe  es hingegen aus, wenn der Patient wach bleibe: „Er ist dann natürlich verängstigt und voller Sorge“, schildert Prof. Eberhard Kochs, Direktor der Klinik für Anästhesiologie an der Uniklinik rechts der Isar in München. „Und wenn er dann auch noch Schmerzen hat – das ist der schlimmste Fall – und sich nicht bewegen und bemerkbar machen kann in Folge der Muskelrelaxation, dann ist das eine sehr schwierige Situation.“

Ein solches Erlebnis könne fatale Folgen haben: Panikattacken, Schlaflosigkeit, Alpträume, dauerhafte psychosomatische Störungen. „Wenn man sich nach der Operation erinnert, wach gewesen zu sein, sollte man das  sofort beim Arzt ansprechen“, rät Professor Kochs. Dieser könne dann einen Psychologen hinzuziehen, der dem Patienten helfe, den Horror zu verarbeiten.

Quelle: https://web.de/magazine/gesundheit/narkose-patienten-aufwachen-31479736

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