Auch bei noch mehr Verkehr: Kaum Chance, Unnas Problemkreisel wieder zu öffnen

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Trotz der Mehrverkehre, wenn das „Mühlencenter“ auf dem Mühle Bremme-Gelände gebaut ist: Es gibt kaum eine Chance, Unnas „Problemkreisel“ wieder für zweispuriges Einfahren zu öffnen.

Dies machte Baudirektor Michael Ott bei der jünsten Kreiseldiskussion im Haupt- und Finanzausschuss klar.

Die FDP hatte wie berichtet im November eine Wiederöffnung des Kreishaus-Kreisels auf zwei Spuren beantragt – es solle zumindest genau geprüft werden. Bericht über ihre Vorschläge dazu HIER.

„Keine Chance“, machte Baudirektor Ott unmissverständlich klar. Denn: „Die Unfallzahlen sind seit dem Rückbau auf Einspurigkeit deutlich rückläufig.“

Und die Unfallzahlen waren seinerzeit der Grund dafür, dass Unnas Problemkreisel – zu überdimensioniert eigentlich für Einspurigkeit, aber formal nicht groß genug, um innen zwei Spuren zu markieren – dauerhaft auf Einspurigkeit verengt wurde.

In der aktuellen Liste der Unfallhäufungspunkte ist Unnas Problemkreisel abermals als guter alter Bekannter vertreten.  (Bericht vom 9. 5. 2018 HIER)

Seitdem sind sowohl die Staus wieder angeschwollen wie aber auch gleichzeitig die Zahlen schwerer Unfälle deutlich zurückgegangen. Und Letzteres habe Vorrang, unterstrich Ott gegenüber der FDP.

Und eine erstaunliche Zusatzbemerkung  gab er noch zum Besten:

Der Verkehrsplaner hatte den damals zweispurig angelegten Kreisverkehr „bewusst ohne Zebrastreifen“ geplant.

Die kamen auf Verlangen des damaligen GAL-Ratsherrn Hermann Strahl erst nachträglich dazu.

Dies war aber nicht im ursprünglichen Sinne des Erfinders, offenbarte jetzt Michael Ott: Denn:

„Unsicherheit führt zuweilen auch dazu, dass die Leute vorsichtiger fahren.“

Dieses Thema ist durch.

„Die Situation zwingt uns eventuell zu Plan B“, räumte Unnas städtischer Baudirektor mit Blick auf die ehrgeizigen Bebauungspläne für das Mühle Bremme-Gelände ein. Denn damit werden nochmal erheblicher Verkehrszuwächse auf den ohnehin dicht fluktuierten Bereich Kantstraße/Viktoriastraße/Kreisel zukommen.

Das aktuelle Verkehrskonzept sieht vor allem den Fußgängerüberweg auf der Viktoriastraße als Problempunkt. Am Nachmittag zwischen 16 und 17 Uhr wurden durchschnittlich 300 Menschen gemessen – nur in dieser einen Stunde.

Der Lösungsansatz besteht laut Gutachtern in einer „gebündelten Lenkung der Passanten“ durch eine Ampel. In der Grundnote wird die Situation dort suboptimal bleiben, daraus machte die Stadt bei der Vorstellung der Mühlencenterpläne zusammen mit dem Investor gar keinen Hehl.

Die Einspurigkeit des Kreisels wird nach jetziger Prognose bleiben.

 

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4 KOMMENTARE

  1. Ist es nicht sinnvoll, mal an eine Untertunnelung oder an eine Brücke für die Fussgänger und Radfahrer zu denken? So kann der Verkehr vernünftig laufen (auch einspurig) und der Kohlenstoffdioxidausstoß kann wieder gesenkt oder eingehalten werden. Ich bin froh das ich rechtzeitig von Königsborn nach Massen gezogen bin und mir dadurch dieses tägliche Verkehrschaos erspart bleibt.

    • Hallo longman, im Zuge der Mühlencenter-Pläne auf dem Mühle Bremme Gelände werden auf jeden Fall umfassende Verkehrslösungen überdacht werden müssen. Die Frage nach kostspieligen Varianten wie von Ihnen genannt erübrigt sich mit Blick auf den Spardruck der Stadt Unna vermutlich von selbst… VG von der Redaktion!

  2. Hallo Redaktion, da soll die Stadt aber mal aufpassen, das hier nicht am falschen Ende gespart wird. Ich würde sicherlich einen Besuch im geplanten Mühlencenter ohne Wenn und Aber ausschließen bei den bisherigen Verkehrskollaps, und da werde ich nicht alleine sein. Wer hat schon Lust vor und nach dem Bummel in langen Staus zu stehen? Ich kenne niemanden!
    Ich selber meide seit meinen Umzug 2014 nach Massen jegliche Stadtfahrt in Unna und mache meine Erledigungen lieber im nahe gelegenen Holzwickede.