Unna im Sparzwang: Reicht´s denn noch für die neue Fußgängerzone…?

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Unnas Fußgängerzone, hier Blick auf die Bahnhofstraße. (RBU)
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Die ersten höchst umstrittenen Sparbeschlüsse für Unna sind durch – Sportplätze, Bürgerämter werden aufgegeben bzw. geschlossen, der Pachtvertrag für die Eishalle wird gekündigt.

Reicht das Geld jetzt überhaupt noch für das Großprojekt Fußgängerzone? Die FDP meint: Nein.

Sie will die Millionen teure Erneuerung der Unnaer Bummelmeile auf unbestimmte Zeit verschieben.

Ihr entsprechender Antrag, über den wir bei Einbringung bereits berichteten, steht heute (16. 5.) im Ausschuss für Stadtentwicklung zur Diskussion.

Die Meinung der Stadtverwaltung:

„Es war Wunsch der Politik, alle geplanten Großprojekte / -investitionen zeitlich zu ordnen, um sie besser bewerten zu können“, erinnert Stadtsprecherin Katja Sahmel. „Die Verwaltung ist daher derzeit dabei, diese Themen – zu denen auch die Fußgängerzone gehört –  entsprechend aufzuarbeiten, so dass die Politik dann in einer der nächsten Ratssitzungen über die Priorisierung der einzelnen Vorhaben beraten und beschließen kann.“

Die Treppe vom Bahnhofsvorplatz zum Rathaus- und Katharinenkirchplatz hinauf. (Archivbild RBU)

Zu diesen Projekten gehört auch die Rathaustreppe. Auch auf ihre Sanierung will die FDP verzichten. Die Kosten für die Stadt halten sich bei der Treppe allerdings vergleichsweise im Rahmen, von den 315.000 Euro Gesamtkosten würde 80 Prozent das Land NRW aus Fördermitteln für den Städtebau übernehmen. Blieben für die Stadtkasse 66.700 Euro. BERICHT HIER.

Zur Fußgängerzone:

Neben dem Verzicht auf die Teichsanierung im Bornekamp und besagtem Neubau der Rathaustreppe fordert die FDP  jetzt auch das komplette Einstampfen der Pläne für eine neue Fußgängerzone.

Flickschustern auf der Massener Straße. (Archivbild RBU)

Diese soll saniert werden, in mehreren Bauphasen ab 2019, angefangen bei der Massener Straße – da dort am kaputtesten. Gesamtbaukosten: rund 2,2 Mio. Euro nach aktueller Planung (Massener Str./Hertinger Str. 1,030 Mio., Bahnhofstr./Gesellschaftsstr./Niesenstr. 1,070 Mio).

Doch die FDP, die in den ersten 3 Jahren nach  der Kommunalwahl 2014 nur ganz vereinzelt mit Anträgen von sich reden machte, schaut jetzt alarmiert auf die Haushaltslage. Bis 2020 muss der Haushaltsausgleich geschafft sein, und die Gemeindeprüfungsanstalt bescheinigte Unna bekanntlich ein Ausgabenproblem. Man gebe zu  großzügig Geld aus.

Die Sanierung der Stadthalle wird insgesamt an die 6 Mio. Euro kosten – um 1,9 Mio. sind die veranschlagten Kosten jüngst gestiegen. (Archivbild)

 

Ihren Antrag, die Sanierung der Bummelzone erst mal zu den Akten zu legen, begründet die FDP auch mit dem finanziellen Ausufern gleich mehrerer anderer Sanierungsprojekte zugleich – Stadthalle (plus 1,88 Mio.), Realschule (plus 1,4 Mio.) oder Schulzentrum Nord (1,6 Mio.).

 

„Aufgrund der angespannten Haushaltslage ist es aus unserer Sicht nicht mehr vertretbar, die Sanierung der Fußgängerzone voranzutreiben. Dabei ist auch zu bedenken, dass die Fußgängerzone erst vor 25 Jahren saniert worden ist, was eine Kostenbeteiligung der Anlieger ausschließt und so die Kosten ausschließlich bei der Stadt Unna liegen.

Dass uns annähernd jeden Tag zusätzliche Mehraufwendungn von Baustellen bekannt werden, … ist hinlänglich bekannt. Millionen, die nicht eingeplant waren und von denen zum jetzigen Zeitpunkt niemand sagen kann, woher sie kommen sollen. Aus unserer Sicht sollte daher eine Sanierung der Fußgängerzone auf unbestimmte Zeit verschoben werden.“

Fußgängerzonensanierung Unna – ZEITPLAN UND KOSTEN

Die umfassende Sanierung der sanierungsüberreiifen Unnaer Bummelzone geht bisher von folgendem Zeitplan aus: 2017 Planung – 2018 Entscheidung – 2019 und 2020 Umsetzung.

Auf dem Plan stehen (in der Reihenfolge ihrer Sanierungsreife): Massener Straße, Hertinger Straße (beide je 1,03 Mio. Baukosten), dann Bahnhofstraße, Gesellschaftsstraße und Niesenstraße (avisierte Kosten: 1, 07 Euro).

Die Planungskosten setzt die Stadt mit 200.000 Euro an. Macht in Summe rund 2,3 Millionen.

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