Gelb-grüner Widerstand gegen „neue“ Unnaer Rathaustreppe fruchtet nicht

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Umstrittene Erneuerung: die Treppe vom Bahnhof zum Rathausplatz. (Archivbild RBU)
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Gelb-Grün ist auch in Unnas Multifraktionen-Stadtrat eine eher seltene Farbkombination. Zum Tragen kam sie am Mittwochabend (16. 5.) bei der „neuen“ Rathaustreppe.

Ein neu gestalteter Aufweg mit Leuchten und Sitzpodesten, dazu einer Freifläche für die neue Großtagespflege im Rathaus.

– Was konkret geplant ist, können Sie in diesem Vorbericht nachlesen.

Das alles wird mit über 300.000 Euro nicht eben billig, wobei 80 Prozent davon vom Land NRW als Fördergelder fließen. Für Unna bleibt ein städtischer Anteil von 66.700 Euro.

Was denn auch der Grund war, wieso die Politiker im Stadtentwicklungsausschuss am gestrigen Abend dem Projekt mit großer Mehrheit zustimmten. Auch wenn es, so räumte Rudolf Fröhlich für die CDU ein, gerade in der aktuellen Spardebatte ein „schwieriges Projekt“ ist.

Die FDP hatte wie berichtet beantragt, auf die umfangreiche Erneuerung der Treppe zwischen Rathausplatz und Bahnhof zu verzichten; der Kosten wegen. Diese Kosten stiegen von ursprünglich 250.000 zwischenzeitlich auf 315.000 Euro, was das Vertrauen der Grünen in die stringente Finanzplanung der Verwaltung nicht eben nährte. Stichwort Stadthalle, Stichwort Schulzentrum Nord – überall schießen plötzlich die Kosten ins Kraut.

Björn Merkord (Grüne)

So warf  Ratsherr Björn Merkord dem städtischen Baudirektor Michael Ott in der Sitzung offen vor, dass er inzwischen fast dazu neige, sich ein wenig hinter die Fichte geführt zu fühlen: „Können wir denn sicher sein, dass die Kosten während des Baus der Treppe nicht noch weiter steigen?“

Ott wiederholte, was den Kostenanstieg auf über 300.000 Euro verursacht hatte: der hohe Aufwand im Bereich der abzureißenden Treppe über dem Kellergeschoss des Rathauses. Abdchtung der Gebäude, Dachbegrünung auf vorhandener Unterkonstruktion, Wiederherstellung der Randbereiche zwischen Rathaus und Fluchttreppenhaus, Fassadenbekleidung mit Attikaabdeckung – für all diese aufwändigen Arbeiten sei ein ergänzender  Planungsauftrag an ein Architekturbüro erforderlich gewesen.

Die Grünen können sich trotzdem nicht mit diesem 315.000-Euro-Projekt anfreunden. „Wenn wir die Treppe für 30.000 Euro sanieren können, sollten wir das tun“, beharrte Merkord.

Günter Schmit (FDP)

Günter Schmidt (FDP-Fraktionsvorsitzender) warf den großen Fraktionen plus Verwaltung gar die „Dollarzeichen“ im Auge vor, immer mit dem (gierigen) Blick darauf: „Hier könnten wir was mitnehmen.“ Sprich (in diesem Fall): eine gute Viertelmillion Fördergeld.

Diese Unterstellung, man wolle durch den Treppenneubau Geld schaufeln, verbat sich die SPD in scharfem Ton. „Wir wollen diese Treppe bauen, weil es schöner aussieht!“ Die SPD „steht hinter dieser Treppe“.

Auch die CDU steht hinter dieser Treppe, wobei ihr Fraktionschef Rudolf Fröhlich einräumte, dass es „schon schwer zu diskutieren“ sei über dieses Projekt, wo gleichzeitig so schmerzliche Spareinschnitte für die Bürger bevorstünden. Doch hier bekomme die Stadt  Geld „geschenkt“ – über 250.000 Euro Fördergeld aus dem Landesfördertopf.

Angesichts eines verbleibenden 20-prozentigen Eigenanteils für die Stadt und der bereits angefallenen Planungskosten stimmte auch Klaus Göldner für die Freie Liste Unna zu (FLU): „An dieser Treppe können wir kein Geld sparen.“

Chr. Tetzner (fraktionslos)

Christoph Tetzner (fraktionslos) hatte und hat hingegen eher grundsätzliche Probleme mit diesem Treppenprojekt: schon wieder eine neue Optik im schon vorhandenen optischen Sammelsurium der Innenstadt, vor allem aber nicht barrierefrei. Wenn die Politik auf Barrierefreiheit beharre, entgegnete freilich Ott, könne es „noch viel teurer werden“, denn im Untergrund verlaufen dort „30, 40 Jahre alte Leitungen“.

Nach Überzeugung der Stadtverwaltung, schloss Baudirektor Ott das Thema ab, erhöht diese Treppenneugestaltung maßgeblich die Attraktivität der Innenstadt.

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