Zu laut, zu schnell und nicht zu bremsen – Hobbypilot auf selbst-getuntem Fahrrad

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DIY-Düsenantrieb am Fahrrad. (Foto: Polizei Dortmund)
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„Evel Knievel“ auf Düsenschlitten gestoppt, titelt Dortmunds Polizei.

Mit einem getunten Fahrrad Marke Eigenbau ging den Dortmunder Beamten am Montagabend (21. Mai) gegen 20:10 Uhr, ein 19-Jähriger ins Netz – doch das war gar nicht so einfach, schnell war er!

„Ein „Fahrrad“ mit der Geräuschentwicklung eines Phantomabfangjägers und der Geschwindigkeit eines Düsenschlittens (analog Modell 74 Z „Starwars“) „flog“ an ihrem Streifenwagen vorbei“, beschreibt Pressesprecher Kim Freigang den Beginn des Einsatzes.

An der Stockumer Straße/Baroper Bahnhofstraße überflog das Düsenfahrrad eine rote Ampel, woraufhin die Einsatzkräfte die Verfolgung aufnahmen. Die eigenwillige Fahrradkonstruktion schaffte es tatsächlich auf 80 km/h, bergauf immerhin  50 km/h – und der helmlose Fahrer musste dazu nicht mal in die Pedale treten.

Doch am Ende nützte ihm das nichts, er musste anhalten. Der 19-jährige Wittener hatte sein Fahrrad mit einem Zweitaktmotor ausgestattet, den er im Internet als „Tuning-Paket“ inklusive 80-Kubik-Motor, Kupplung, Auspuff, Ritzel und Kette bestellt hatte. Für den offiziellen Charakter hatte sich der junge Tüftler extra ein Versicherungskennzeichen bei einem Kumpel geliehen – während er jedoch keinen Führerschein hatte, hatte sein Rad nahezu keine Bremsfunktion, die Reifen kein Profil.

Foto: Polizei Dortmund

„Dass die Gesamtkomposition so nicht zulässig ist, habe er sich schon gedacht, so der Konstrukteur. Trotzdem wollte er den Düsenschlitten in den kommenden Tagen dem TÜV vorstellen“, berichtet Freigang.

Daraus wird aber nichts – die Polizei stellte das Fahrrad sicher und ermittelt nun gegen den 19-Jährigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Verstoß gegen das Pflichtversicherungs- und Kraftfahrzeugsteuergesetz sowie Kennzeichenmissbrauchs.

Foto: Polizei Dortmund
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