Multiple Körperverletzung inklusive: „Verrückt gespielt“, um in andere Unterkunft zu kommen

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Symboldbild / Pixabay
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Er wollte unbedingt in eine andere Unterkunft. Und dazu war dem 25-Jährigen so ziemlich jedes Mittel recht. Schwere Körperverletzung eingeschlossen.

Die Quittung bekam der junge Asylbewerber jetzt 9 Monate nach seinen Ausrastern vor Gericht. Sein Wunsch erfüllt sich – er bekommt eine andere Unterkunft. Die wird für das nächste Jahr vergitterte Fenster haben.

– Rückblick.

Im Sommer vorigen Jahres war der 25jährige Marokkaner, untergebracht in einer Unterkunft im benachbarten Märkischen Kreis, wiederholt massiv auffällig geworden.

Wie die Westfalenpost aus der öffentichen Gerichtsverhandlung schildert, soll der Nordafrikaner „regelrecht verrückt gespielt“ haben, um in eine andere Unterkunft verlegt zu werden. Mit den Mitbewohnern in seiner damaligen Bleibe lag er im Clinch.

Also machte er Druck, konkret Randale. In Menden zog er am 29. August Drogenpäckchen schwingend durch die Fußgängerzone, brüllte „Ich verkaufe Marihuana!“; später am Tag suchte er eine Asylunterkunft in Menden auf, forderte draußen einen syrischen Flüchtling auf, „Allahu Akbar“ zu rufen. Dabei schrie er: „Ich bin Gaddafi!“

Der Syrer weigerte sich und kassierte von dem Marokkaner mehrere  Schläge auf die Ohren, litt danach tagelang unter Ohrenschmerzen.

Zwei weitere Zeugen erhielten völlig aus der Luft heraus Tritte und Schläge, die alarmierten Polizeibeamten beschrieben den 25 Jährigen als „aggressiv, böse und wütend“.

Auf der Wache wünschte der angriffslustige Asylbewerber in die Hans-Prinzhorn-Klinik Hemer eingewiesen zu werden – was auch geschah: zwangsweise. Allerdings fiel die Diagnose der Ärzte anders aus als vermutlich von dem Patienten gewünscht: Dieser junge Mann wisse genau, was er tue, habe weder Psychosen noch Depressionen. Er wolle schlicht in eine andere Unterkunft.

Wieder heraus aus der Klinik bedrohte der 25-Jährige wenige Tage später in einer Asylunterkunft in Balve einen Eritreer mit einem Küchenmesser, versuchte zwischendurch, seinen eigenen Hausrat inklusive Kleidung und Bettzeug draußen vor seiner verhassten Unterkunft zu verbrennen. „Er ist auch schon einmal nackt aufgegriffen worden“, zitiert die WP eine Polizeibeamtin.

Sein Verteidiger konnte nicht viel zu Gunsten seines Mandanten in die Waagschale werfen. Er nannte die Perspektivlosigkeit des Marokkaners, der im Duldungsstatus seit 2011 im Märkischen Kreis lebe – ohne Perspektive auf dauerhaftes Bleiberecht. Freilich habe er „sicher keine gute Performance abgegeben“.

 „Sie haben das Grundprinzip nicht verstanden. Man muss Regeln einhalten.“

Dies schrieb der Richter dem Angeklagten ins Stammbuch. Er sei  „überzeugt, Sie werden genau so weiter machen, um andere Ziele zu erreichen.“

Urteil: Ein Jahr Gefängnis ohne Bewährung – für drei Körperverletzungen (eine davon schwer) und ein Drogendelikt. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Monate mehr gefordert.

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2 KOMMENTARE

  1. Soll diese Haftstrafe jetzt als Erfolg verkauft werden? Der Verbrecher hätte schon 2011 abgeschoben gehört. Stattdessen wird er seit 7 Jahren vom Steuerzahler und vom BAMF verwöhnt. Hinzu kommen Tausende Euro für unnötige medizinische Behandlungen und die Versorgung seiner Opfer. Alleine der Knast-Aufenthalt wird uns rund 36.000 Euro kosten. Ich schätze mal, dass nur dieses eine Goldstückchen bis jetzt deutlich über 100.000 Euro gekostet hat. Die zukünftigen Kosten nicht mitgerechnet. Eigentlich müsste man das BAMF und die Anti-Abschiebe-Industrie für diese „Asylbewerberkosten“ haftbar machen.

    Uns wird leider viel zu oft eine Milchmädchenrechnung präsentiert:
    https://www.rundblick-unna.de/2017/12/08/anforderungen-und-kosten-der-fluechtlingsunterbringung-fuer-unna/