Angst vor Narkose? Verfahren werden immer sicherer

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Photo by Marcel Scholte on Unsplash
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Um die Vollnarkose ranken sich viele Gerüchte, Horrorgeschichten und auch Ängste.

Einen aktuellen Fall gab es erst kürzlich am Evangelischen Krankenhaus Unna (EK) – ein Patient erwachte dort zu Beginn der OP aus der Narkose. Bericht HIER.

Panik ist jedoch ungerechtfertigt, erklärt Prof. Dr. Ellerkmann, Klinikdirektor für Anästhesie in Dortmund, denn die Verfahren – gerade in den letzten Jahrzehnten – seien sehr sicher geworden.

Viele Menschen haben Angst davor, nach einer Narkose nicht mehr wach zu werden. „Das ist extrem unwahrscheinlich“, sagte Prof. Dr. Ellerkmann. Anästhesiologische Komplikationen als Todesursache treten inzwischen bei nur einem von 200.000 Patienten auf.

Narkosen sind inzwischen beinahe maßgeschneidert

Vorerkrankungen oder schlechte Erfahrungen bei vorherigen Narkosen (Wachheit während der OP, Übelkeit, Zahnschäden, allergische Reaktionen) sollten im Vorgespräch dennoch unbedingt mitgeteilt werden. So können die Ärzte das Risiko gut einschätzen und ein optimales Verfahren auswählen.

Auch vor zu frühem Erwachen fürchten sich viele Patienten. Erst kürzlich berichtete der Rundblick von einem Fall aus einem Unnaer Krankenhaus. Die Ärzte können die Gehirnströme jedoch mittels EEG überwachen – und solche Vorfälle verhindern. Sollten Auffälligkeiten auftreten, wird die Dosis des Narkosemittels entsprechend nach oben oder unten korrigiert.

Zu viele Beruhigungsmittel vor der OP sind, laut Prof. Dr. Ellerkmann, übrigens auch nicht unbedingt von Vorteil. Gerade ältere Patienten seien dadurch nach der OP noch verwirrter – das schade den Betroffen mehr, als zu helfen.

Prof. Dr. Ellerkmann ist Klinikdirektor für Anästhesie beim Klinikum Dortmund (Foto: Klinikum DO)

Schlecht für das Gehirn?

Eltern befürchten oftmals, dass eine Narkose die Entwicklung des Kindes nachteilig beeinflusst. „Es ist nicht bewiesen, dass die Gehirnentwicklung von Kindern durch die Narkose relevant beeinträchtigt wird.“, erklärt der Anästhesist.

Viel wichtiger sei, dass Eltern ihre Furcht nicht auf den Nachwuchs übertragen: Im Gegensatz zu Erwachsenen sind Kinder vor einer OP meist unerschrocken.

„Gemeinsame Gespräche vor dem Eingriff helfen sowohl den Eltern als auch dem Kind beim Entspannen“, so Ellerkmann.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Narkosemasken der Kleinen mit wohlduftenden Gerüchen zu versehen: Durch Geruchsstifte, riechen diese dann nicht mehr steril oder nach „Krankenhaus“, sondern nach Vanille, Erdbeere oder ähnlich Leckerem.

Zusätzlich können Kinder mit Videospielen oder Filmen abgelenkt werden, so verknüpft der kleine Patient den Vorgang erst gar nicht mit Angstzuständen.

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