Zusatzverkehr durchs „Mühlencenter“: Ratsherr Tetzner vermisst wichtige Zahlen

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Grafik des geplanten Mühlencenters mit der verkehrlichen Anbindung. (Ten Brinke Group)
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Wie soll das verkehrlich hinhauen mit dem Einkaufscenter auf dem Mühle-Bremme-Gelände? So manchem Ratspolitiker fehlt es da noch an Vorstellungskraft.

Zusätzlich zum ohnehin schon äußerst gedrängten Verkehrsaufkommen im Bereich Kreishauskreisel, Kantstraße und Ringtunnel müssen künftig auch noch die (erhofften) Kundenströme des „Mühlencenters“ bewältigt werden.

Was in dem über 30-seitigen  Verkehrsgutachten im Auftrag der Stadt (Bericht HIER) bereits als Herausforderung dargestellt wird, muss aus Sicht des fraktionslosen Ratsherrn Christoph Tetzner noch gründlich mit Zahlen unterlegt werden.

Wie berichtet, waren die prognostizierten Verkehrsauswirkungen durch das Einkaufscenter im Stadtentwicklungsausschuss am 21. März vorgestellt worden.

„Der Gutachter schlägt vor, eine Fußgängerampel an der Viktoriastraße zu bauen“, erinnert Tetzner in einem Antrag an den Bürgermeister, den er am heutigen Montag (28. 5.) ins Rathaus mailte.

Dargestellt wurden die momentane Situation ohne Ampel, das Szenario mit Mühlencenter-Verkehr ohne Ampel und die Veränderungen dann, die Ampel mitbringen würde. „Vermisst habe ich eine vierte Situation: wenn wir die Fußgängerampel bauen, aber das Projekt Mühle Bremme dann nicht realisiert wird.“

Außerdem vermisst Tetzner die Einbeziehung des Innenstadtverkehrs in die Betrachtung. 

„Geplant wird hier eine Ampel direkt hinter dem Tunnel“, resümiert er den Vorschlag des Gutachters. Wie wirkt sich das auf den Verkehr aus, der bislang ampelfrei in Richtung Innenstadt durchfließt bis zur ersten Ampel auf dem Ring/Obere Husemannstraße? Er staut sich noch dichter im Ringtunnel. „Das hat auch der Gutachter bestätigt“, erinnert Christoph Tetzner, „Zahlen wurden nicht vorgelegt.“

Die fehlenden Zahlen bittet Tetzner die Stadtverwaltung nachzureichen, „damit eine gesamtheitliche Betrachtung möglich ist. Auch wären Informationen über die Bauzeit interessant, da der Investor plant, die Fläche auf Niveau des Ringes abzutragen. Meiner Vorstellung nach wird dies zu einem zusätzlichen starken Schwerlastverkehr führen.“

Auf der Baustellenplanung müsse daher besonderes Augenmerk liegen, zumal Unna im  avisierten Zeitraum gleichhzeitig vom Ausbau der A44 belastet werde. 

Tetzners Fazit: „Das kann nur funktionieren mit Bremme, wenn wir die Westtangente haben.“ Und die Umgehungsstraße ist nicht in Sicht.

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Unnas Verkehr und das Mühlencenter – So soll es funktionieren:

  • Das Einkaufszentrum soll über einen Ampel-Knotenpunkt an den Innenstadtring angebunden werden.
  • Für die Anbindung von der Kantstraße aus in Richtung Norden wird eine Linksabbiegerspur angelegt.
  • Ausfahrt ist in beide Richtungen möglich (westlich wie nördlich).
  • Zu Spitzenzeiten nachmittags wird das Verkehrsaufkommen von derzeit 325 Fahrzeugen pro Stunde um 140 Kfz wachsen.
  • Auf dem Ring ist durch die neue Ampel in Spitzenzeiten mit zusätzlichem Stau und Zeitverlust zu rechnen (im Mittel 64 Sekunden).
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