Wegen Ticketkontrolle: Angriff auf Fröndenberger Bürgerbusfahrer

5
1483
Facebookrss

Ein Schlag ins Gesicht des Ehrenamts – im wahrsten Sinne. Schlimmer, es waren Fausthiebe.

Auf einen 73-jährigen Bürgerbusfahrer in Fröndenberg hat es am gestrigen Dienstag einen gewalttätigen Angriff gegeben.  Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung wurde gestellt, bestätigte Polizeisprecherin Vera Howanietz uns am Mittag auf Nachfrage.

Was die Debatte schon seit dem Vormittag in den sozialen Netzwerken in Fröndenberg hochkochen ließ: Bei dem Angreifer handelte es sich angeblich um einen Asylbewerber, der den Fahrpreis nicht hatte entrichten wollen.

Ersteres stimmt, das zweite nicht, berichtete die Polizeisprecherin kurze Zeit später.  Der Streit brach aus, weil der Fahrer die Karten kontrollierte. Es ging nicht um den Preis.

Der 73 jährige Fahrer hatte laut ihrer Mitteilung gegen 12.10 Uhr am Bahnhof Fröndenberg zwei Asylsuchende im Bürgerbus aufgenommen. Er kontrollierte wenig später die Fahrausweise.

„Die beiden Fahrgäste regten sich darüber auf und äußerten dieses lautstark. Einer von ihnen schlug dem Busfahrer mit der Faust ins Gesicht und anschließend mit einem Gegenstand auf den Kopf“, berichtet Vera Howanietz.

Der Fahrer erlitt eine Platzwunde und wurde vor Ort von Rettungskräften ärztlich versorgt. Es wurde ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Hinweise auf den/die Täter liegen vor, unterstreicht die Polizei.

Der verletzte Fahrer hat nach weitergehenden Informationen unserer Redaktion selbst (arabischen) Migrationshintergrund. Er lebt seit Jahrzehnten in Fröndenberg und ist sehr engagiert als Bürgerbusfahrer als auch im Patenschaftskreis für die Flüchtlingshilfe tätig. Der ca. 40-jährigen Angreifer war ihm von Sehen von dieser Arbeit aus dem Patenschaftskreis bekannt.

Der Vorsitzende des Fröndenberger Bürgerbusvereins, Jochen Oberschelp, unterstrich auf Nachfrage, dass der während des laufenden Ermittlungsverfahrens keine Stellungnahme abgeben werde.

Er zeigte sich gleichwohl entsetzt über die Diskussion, die in der größten Fröndenberger Facebookgruppe losgebrochen war, gleich nachdem eine Posterin dort am Vormittag über den Vorfall berichtet hatte. „Vieles, was in dieser Diskussion behauptet wird, stimmt nicht. Das ist Hetze ersten Ranges“, kritisierte Oberschelp gegenüber unserer Redaktion. Der Bürgerbusverein mache sich mit dieser „Stimmungsmache“ ganz entschieden nicht gemein. „Mir ist vollkommen egal, welche Person mit uns fährt. Wir machen keinerlei Unterschiede bei unseren Fahrgästen.“

 

Facebookrss

5 KOMMENTARE

  1. Ist so verdächtig Still hier auf der Internetseite mit Kommentaren. Haben alle Redeverbot oder mittlerweile resigniert. Nun haben wir wieder mal einen Einzelfall zu dem Einzelfall in Flensburg. Mittlerweile kein Problem da es ja normal ist in den Medien zu lesen das unsere Gäste offensichtlich mit Messern in der Tasche reisen. Komisch, ich habe keins, bisher habe ich mich gefragt warum auch aber vielleicht muss ich meine Meinung ja ändern. Zurück zu dem Fall der ja mittlerweile Normalität ist. Hier war zwar kein Messer aber die Faust und offensichtlich ein weiteres Tatwerkzeug im Einsatz. Zu wünschen lässt leider in dem einen wie dem anderen Fall die Berichterstattung. Statt klar an die Öffentlichkeit zu gehen werden im Vorfeld wieder einmal Tatsachen verschwiegen und in Fall Frbg. erst nach Nachfrage von RBU veröffentlicht. Eine andere örtliche Zeitung hat es bisher nicht für erforderlich gehalten die Berichterstattung an zu passen. Gerade das ist es was mittlerweile nervt. Nicht dass messerstechende Zombies draußen rum laufen sondern dass immer alles verniedlicht wird und möglichst keinen Verdacht auf die neuen Sozialschmarotzer wirft. Die Polizeigewerkschaft fordert endlich eine Registrierung der Straftaten mit einem Messer und dem Personenkreis, der diese ausführt. Warum wohl? In diesem Sinne sollte Rundblick weiter nachfragen und zumindest die die sich auch über Internet informieren besser auf dem Laufenden zu halten als die örtliche Presse, von den öffentlich rechtlichen ganz zu schweigen. i

    • Zur Eingangsbemerkung, Gremling: Die Leserschaft hat sich kommentarmäßig ausgiebig auf Facebook ausgetobt – auf der Fröndenberger Seite musste der Admi die erste ausufernde Diskussion sogar eigenhändig beenden. Zu deinen weiteren Anmerkungen: Natürlich werden wir weiter nachfragen. Das ist unser Job. Schönes Wochenende dir.

    • St. Gremling, wir haben eine Anfrage an unsere Facebook-Community gestellt, ob wir die Vielzahl der Kommentare dort hierher kopieren dürfen. Wenn kein Widerspruch kommt, machen wir das.

      Zu deinem Kommentar gerade schrieb ein Leser Folgendes:

      Mirko Meinberg Er musste das nicht beenden. Er hat das eigenmächtig entschieden.
      Verwalten

      Rundblick Unna Mirko Meinberg er „musste“ es aus seiner Sicht. So war das gemeint.

      Mirko Meinberg:

      Für mich sind das auch keine Einzelfälle, aber auch nicht pauschal alles Sozialschmarotzer. Es sind vielfach Menschen die aus Kriegsgebieten oder Ländern kommen, wo Konflikte mit Gewalt ausgetragen werden. Und das wird hier fortgesetzt. Hinzu tragen manche noch ihre hausgemachten Probleme hier herübre(Kurden/Türken) Dazu religiöse Gruppen auf engem Raum(Christen/Muslime) Minderheiten wie die Jesiden. Menschen in denen Israel ausradiert gehört und so aufgewachsen sind. Nebenbei bemerkt noch die kriminellen Clans. Meines Erachtens ist, dass die Politik das nicht rafft oder raffen will und immer alles verharmlost. Auf eine einfache Frage kommen 300 Wörter die komplett an der Frage vorbeigehen usw. Wir haben hier Probleme und es werden noch mehr, dessen bin ich mir sicher. Nur hilft es da nicht alle als kriminell und Parasiten zu beschimpfen, sondern müsste mal knallhart durchgreifen. Und ein Politiker sollte mal aufhören seinen Rhetorikkurs anzuwenden und Worthülsen auszuplaudern und stattdessen klare kurze Antwort geben und die Ärmel hochkrempeln. Motto Null Toleranz, wer sich nicht benimmt fliegt ganz einfach raus. SCHEISS EGAL, was ihm in der Heimat droht. Hat seine Chance gehabt.

  2. […] der letzte Warnschuss, ein Schuss vor den Bug (Habig) für Gayas A. aus Fröndenberg. Für seine Attacke gegen den ehrenamtlichen Bürgerbusfahrer Housmand Mazloum am Mittag des 29. Mai – die dem… –  verurteilte Amtsrichterin Schlierkamp den vorbestraften irakischen Asylbewerber am […]