Schläge vorm „Village“: 23-Jährige sucht ihren Helfer nach Prügelei… – und die Polizei?

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Symbolbild. (Foto: Rundblick)
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Junger Mann mit Gipsarm gesucht!

Mit Gehirnerschütterung und dicker Lippe endete eine Disconacht im Dortmunder „Village“ für Jana S. – sie sucht nun einen Zeugen über Facebook, die Dortmunder Polizei steht in der Kritik.

Die Dortmunder Polizei habe „alles falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte“, kritisiert die 23-Jährige in ihrem Post. So sollen die Beamten die Personalien des wichtigen Zeugen nicht aufgenommen haben. „Da die Polizei auch erstmal eine Woche Urlaub machen musste, wurde mein Fall nicht bearbeitet.“

Ein junger Mann mit einem Gipsarm habe das Geschehen mitbekommen und auch zusätzlich noch die Polizei informiert. Diesen sucht Jana S. nun und hofft auf Hilfe aus den Sozialen Medien.

Polizeisprecherin Dana Seketa bestätigte unserer Redaktion gegenüber den Vorfall, die Polizei Dortmund ermittelt wegen schwerer Körperverletzung:

Was war passiert?

Am 19. Mai (Samstag) feierte die junge Frau mit ihrem Freund in der Dortmunder Disco. Als sie gegen 04:00 Uhr zu ihrem Auto in der Kampstraße kam, trafen die beiden auf eine sechs- bis siebenköpfige Gruppe. Plötzlich schlug ein Mann aus der Gruppe zunächst auf das Auto und dann auf das Paar ein, berichtete die 23-Jährige.

Sie sei bewusstlos geschlagen worden schildert die junge Frau. Auch auf ihren Freund schlugen die Täter zu zweit ein, traten ihm in den Magen. Jana S. erlitt eine Gehirnerschütterung und eine Verletzung an der Lippe, musste mit sieben Stichen genäht werden, eine Narbe wird wohl bleiben.

Der Haupttäter soll etwa 1,85 Meter groß und etwas kräftiger gewesen sein. Laut Jana S. hatte er kurze bis mittellange dunkle Haare und einen Bart (etwas mehr als einen 3-Tage-Bart). Er soll „türkischer Abstammung“, eventuell auch „Sinti oder Roma“ gewesen sein. Eines der Mädchen habe braune Haare gehabt, sie soll etwas korpulenter gewesen sein, trug ein rotes Oberteil, eine weiße Strickjacke und eine schwarze Hose.

Der Facebook-Post, mit dem Jana S. in der Gruppe „Du bist Dortmunder, wenn…“ nach ihrem Helfer sucht, nahm in den Sozialen Medien an Fahrt auf, wurde dutzendfach geteilt. Sogar die Bild-Zeitung berichtete.

Doch warum berichtete die Dortmunder Polizei nicht über den Vorfall?Die genauen Gründe, warum es hierzu keine Pressemeldung gab, kann auch die Polizeisprecherin nicht nennen, denn die Hintergründe einer solchen Entscheidung sind vielfältig.

„Wie genau sich die Situation vor Ort für die Kollegen dargestellt hat, warum die Personalien dieses Zeugen nicht aufgenommen wurden, kann ich nicht beurteilen“, so Seketa und erklärt weiter: „Eventuell reichen auch schon die Aussagen der übrigen Zeugen, wenn diese z.B. deckungsgleich sind.“

Zu dem Aufruf der 23-Jährigen auf Facebook sagt sie: „Die Frau hat jedes Recht dazu, den Vorfall in den Sozialen Medien zu teilen. Ich kann verstehen, dass sie emotional von dem Vorfall geprägt ist und sie das sehr mitgenommen hat. Aber ich kann versichern, dass die Fälle immer bearbeitet werden, leider ist das nicht immer in ein oder zwei Tagen möglich. Wenn es akute Hinweise in einem Fall gibt, wird jedoch ohne Zeitverzug ermittelt, ob der zuständige Sachbearbeiter im Hause ist oder nicht.“

Die Dortmunder Polizeipressesprecherin Dana Seketa (Foto: PP Dortmund)

Die beiden Opfer sollen bereits zuvor schon Kontakt zu der Gruppe gehabt haben, berichtet Dana Seketa. „Die später Beschuldigten sollen die beiden Geschädigten nach Feuer gefragt haben, man hat sich zunächst wohl verstanden.“

Wie es dann hinterher zu einem solchen Gewaltausbruch gekommen sei, sei unklar. „Warum dann dieser Umschwung passierte, muss noch ermittelt werden.“

Auch die Polizei Dortmund bittet den jungen Mann mit dem Gipsarm, sich zu melden. Er – und eventuelle weitere Zeugen – werden gebeten, sich unter 0231 – 132-7441 mit der Kriminalwache der Dortmunder Polizei in Verbindung zu setzen.

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