Erkenntnis sickert: „Sicherheits“-Poller am Königsborner Tor erhöht die Unsicherheit

2
1120
Der Sperrpfosten an der Unterführung Königsborner Tor / Harger Zentrum wirkt offenbar kontraproduktiv für die Sicherheit der Radfahrer. (Fotos: Rundblick Unna)
Facebookrss

Neues vom zumeist ungeliebten Sperrpoller am Königsborner Tor.

Der hitzig diskutierte orange-weiße Pfosten, der Ende Oktober 2017 auf SPD-Antrag buchstäblich über Nacht zwischen zwei Blumenbeeten vor dem Harger-Zentrum emporwuchs, um unerlaubten Durchgangsverkehr zu stoppen – er scheint seinen Zweck nicht nur nicht zu erfüllen.

Im Gegenteil erhöht dieser „Sicherheitspoller“ (für Radler und Fußgänger) auf der Hammer Straße 2 genau für die radelnde Klientel die Unsicherheit.

Diese Beobachtung teilte Prof. Jürgen Vollrath aus Königsborn am heutigen Dienstag (12. 6.) dem Fachausschuss kund, dem Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung (FSO).

Denn seit dieser Pfosten wenige Schritte vor der Unterführung zur Fußgängerzone dem Kreiselstau-Abkürzungsverkehr aus Richtung Kantstraße vorgesetzt wurde, passiert nach Vollraths Beboachtung Folgendes: Autofahrer (die z. B. jemanden an der Unterführung abladen oder abholen wollen), stoppen jetzt unmittelbar vor den Blumenbeeten, drehen und fahren zurück.

Damit rangieren die Autos (wie oben im Bild – aufgenommen heute Abend) genau dort hin und her, wo die Radler aus der Unterführung hochrollen und die Straße queren. Nicht wenige schießen ziemlich rasant aus der Unterführung.

„Und dort wird sogar direkt vor dem Poller geparkt„, mahnte der aufmerksame Bürger Vollrath, der dieses Szernario sorgfältig protokolliert hat, versicherte er. Sein Appell heute im Ausschuss: „Der Poller muss weg!“

Statt dessen solle ein Zebrastreifen „die letzten Autofahrer, die dort den Kreiselstau abkürzen“ (es seien eh nicht sehr viele), zur Vorsicht vor querendem Fuß- und Radverkehr bewegen.

Als sich aus dem Ausschuss Zustimmung regte, sah es der städtische Rechtsderzernent Matthias Immick angebracht, doch kurz an die Genese dieses Sperrpfostens zu erinnern: „Er wurde auf Antrag der SPD mit breitem Konsens beschlossen, auch mit Zustimmung des ADFC!“ Nichtsdestotrotz war Professor Vollrath mit seinem Vorstoß erfolgreich: Die Verkehrssituation dort in dem Bereich wird beobachtet…

und möglicherweise kommt der Poller dann wirklich wieder weg.

Er hat übrigens inkl. Umgestaltungsarbeiten rund 10.000 Euro gekostet.

Rückblick auf Herbst 2017:

Der Sinn der neuen Sperre, die überraschte Autofahrer eiskalt erwischte, war es, die Sicherheit für Fußgänger und Radler zu erhöhen die an dieser heiklen Stelle bisher konzertiert auf Durchgangsverkehr trafen. Außerdem sei der Bereich „stadtgestalterisch unbefriedigend“.

Daher beantragte die Unnaer SPD-Fraktion eine Verbesserung für den Radverkehr im Bereich Königsborner Tor/Friedrich-Ebert-Straße. Und der Poller war ein zentraler Bestandteil dazu. In den politischen Gremien stieß der Vorschlag von einzelnen Ausnahmen abgesehen auf Zustimmung.

Ab jetzt war Schluss mit dem Abbiegen auf der Kantstraße im Stau vor dem Kreisel und anschließendem Vorbeischlängeln am Hargerzentrum vorbei zur Viktoriastraße.

„Friedrich-Ebert-  und Hammer Straße sollen an dieser Stelle zu Sackgassen werden, die für Fußgänger und Radfahrer jedoch nach wie vor passierbar bleiben“, erläuterte die Stadtverwaltung. Die Zufahrten zum Harger Zentrum (mit dem Mongolischen Restaurant) wie auch zur geplanten Gastronomie auf dem alten Güterbahnhof seien über die Hammer Straße gewährleistet.

Die SPD-Fraktion begründete ihren Antrag damit, dass eine der Hauptachsen des Fußgänger- und Radverkehrs durch den Tunnel Königsborner Tor über die Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Königsborn verlaufe. Kurz und gut: Dort wimmele es in den Stoßzeiten von Radlern und Fußgängern. Und wenn diese Ströme von Fußgänger und Radfahrern aus dem Tunnel auf die Hammer Straße quellen, entwickelt sich dort ein Gefahrenpunkt – wegen querender  Kfz-Verkehre, denen nun der Riegel vorgeschoben ist. Bzw. der Poller, orange-weiß.

In der Hauptverkehrszeit morgens bzw. nachmittags nutzten laut Stadtverwaltung ca. 59 bzw. 82 Fahrzeuge (in 1,5 Stunden) die Durchfahrt.

 

Facebookrss

2 KOMMENTARE

  1. Und wieder weitere 10 tausend hirnlos verrannte Euronen. Gut gedacht ist eben nicht gut gemacht. Früher sagte man „aus Fehlern lernt man“ Heute weiß man dass diese eine kostspielige Erfahrung ist die man vermeiden sollte und besser lösen kann. Dazu ist aber ein gesamt inhaltlicher Lösungsansatz erforderlich, offensichtlich eine Überforderung unserer örtlichen Politiker.