Aus für Unnas Eissporthalle schon Ende Juni

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Ferienspaß der "Falken" in der Eissporthalle - ein Foto aus dem Rundblick-Archiv.
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Schock für Unnas Eissport und Jugend. Die Eissporthalle Unna ist Geschichte.

Das Aus ist beschlossen, und zwar kürzestfristig.  Bereits zum 1. Juli – also in knapp zwei Wochen – soll der  Pachtvertrag zwischen der „Ice & Fun“-GmbH der Pächterfamilie Kuchnia und den Wirtschaftsbetrieben Unna (WBU) „einvernehmlich aufgehoben werden“.

Bis Ende Juli ist die Eishalle am Ligusterweg dann endgültig zu räumen. Das Gebäude soll im Anschluss abgerissen, das Grundstück vermarktet werden.

Dies erfuhr unsere Redaktion heute Mittag aus verschiedenen vertraulichen (und vertrauenswürdigen) Quellen. Die Stadt kündigte am Nachmittag auf unsere Nachfrage eine Vorlage für die Sportausschusssitzung am kommenen Dienstag an, ging jedoch noch nicht auf die Inhalte ein.

In der kurzfristig für 15 Uhr angeberaumten Sitzung für den 19. 6. 2018  ist die Eissporthalle einziger Tagesordnungspunkt. In der Einladung heißt es: „Die besondere Dringlichkeit liegt in der Notwendigkeit aufgrund eines unvorhersehbaren Ereignisses im Bereich einer für den Betrieb unerlässlichen Anlage.“

Nach unseren Informationen soll die Pächterfamilie für die vorzeitige Beendigung des Pachtvertrags eine großzügige Abstandssumme erhalten. Einen ungleich höheren Erlös soll im Folgenden die Vermarktung des Grundstücks nach dem Abriss der Halle einbringen.

Laut bisheriger offizieller Marschroute hatte der Pachtvertrag noch bis zum regulären Ende weiterlaufen sollen – das wäre bis zum 31. Januar übernächsten Jahres gewesen. Die interfraktionelle Haushaltskommission hatte im April einstimmig Folgendes beschlossen:

Die Wirtschaftsbetriebe (WBU) sollen den Pachtvertrag mit der Betreiberfamilie Kuchnia zum 31.01.2020 kündigen. Sollte die private GmbH die Halle aus eigenen Stücken weiter betreiben, „sind im städtischen Konzernverbund 150.000 Euro pro Jahr einzusparen sowie bauliche und anderweitige vertragliche Risiken auszuschließen.“

Bedeutete: Die städtische Tochter WBU machte klar, dass sie das Gebäude nur noch so lange für den Eissport betreiben möchte, wie sie vertraglich dazu verpflichtet ist. Also längstens bis zum 31. Januar 2020.

In dem interfraktionellen Sparbeschluss heißt es allerdings weiter – und genau dieser Zusatz kommt jetzt zum Tragen:

Findet sich kein Käufer für das über 40 Jahre alte sanierungsbedürftige Gebäude – im Raum stand natürlich die Übernahme durch die Pächterfamilie -, würde es abgerissen, das Gelände in Königsborn für Wohnzwecke o. ä. vermarktet.

Diese Option – aus Sicht der Eissportler der GAU – steht indessen schon seit vier Jahren ganz offiziell auf der Agenda der städtischen Tochter Wirtschaftsbetriebe Unna.

Beim „Eisgipfel“ am 24. Juni 2014 in der Volksbank Unna: Bürgermeister Werner Kolter, Technischer Beigeordneter Ralf Kampann, Sportchef Uli Seliger (vorn, v. li.) diskutieren mit den Ratspolitikern Zukunftsszenarien für die zuschuss- und schon damals hoch sanierungsbedürftige Eissporthalle. (Archivbild RBU)

Denn beim sogenannten „Eisgipfel“ am 24. Juni 2014 hatten die WBU schon vier Szenarien für die sanierungsbedürftige Halle entworfen:

1. Weiterführung ab 2020 wie bisher – seit dem 26. 4. 18 per Ratsberschluss hinfällig; 2. Verkauf der Halle unter Option „Eissport“; 3. Übertragung der Halle in Erbbaurecht; 4. Abriss.

WBU-Chef, 1. Beigeordneter und damals Kämmerer Karl-Gustav Mölle beim „Eisgipfel“ vor knapp vier Jahren. (Archibild RBU)

Eishallenpächterin Silvia Kuchnia meldete sich auf unsere Nachfrage erst am Abend kurz zurück. Sie verwies für eine Stellungnahme auf kommenden Dienstag.

Die Stadtverwaltung hat noch nichts offiziell bestätigt. Sprecherin Katja Sahmel teilte uns auf Anfrage am Nachmittag indessen mit, dass für den Sportausschuss am kommenden Dienstag (19. 6. 18) eine Vorlage vorbereitet sei. Die Inhalte würden der Presse vorab am frühen Nachmittag vorgestellt.

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