Kaum Chancen für Lkw-Nachtfahrverbot und dauerhaft 50 km/h auf B1 in Unna

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Stau auf der B1 - hier von Unna aus in Richtung Werl: Ein klares Indiz dafür, dass es auf der A44 wieder mal gekracht hat. Denn dann dient die B1 sofort als Ausweichstrecke - und ist deshalb zu wichtig, um noch weiter reglementiert zu werden, befindet Straßen.NRW. (Archivbild RBU)
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Ein generelles Nachtfahrverbot für Schwerlastverkehr auf der B1 im Innenstadtbereich Unna hat kaum Chancen auf Realisierung. Kurzfristig überhaupt nicht, längerfristig „eventuell“.

So ernüchternd aus Sicht der Antragsteller stuft die Stadtverwaltung aktuell denWunsch B1-naher Anwohner ein, aus Lärmschutzgründen nächtliche Lkw-Fahrverbote und generelles Tempolimit einzuführen.

Temporärer Tempo-50-Bereich auf der B1 in Unna. (Archivbild RBU)

Eine Unterschriftenaktion ist angelaufen (Bericht HIER), der sich in knapp einer Woche rund 60 Anwohner nördlich der B1 angeschlossen haben. Das sagte uns Initiatorin Marie-Theres Ehmanns vom Jägerweg am Dienstag im Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung (FSO). Dort kam ihr Antrag auf den Tisch.

Neben dem Fahrverbot für Schwerlastverkehr wünschen die Unterzeichner die derzeitige Tempobeschränkung auf 50 km/h als Dauerlösung.  Momentan ist sie nur „temporär“ gedacht, bis Straßen.NRW die drei innerstädtischen B1-Kreuzungen entschärft hat. Dies sollte eigentlich schon im kommenden Jahr geschehen, doch 2019 wird jetzt zuerst geplant und dann 2020 umgebaut.

Die Kreuzung B1/Hertinger Straße. Ab hier gilt seit Anfang März 50 statt 70 km/h. (Archivbild RBU)

Fachbereichsleiter Hans Kaufmann konnte im Ausschuss auch schon konkreter benennen, was die Landesbehörde zum Verkehrssicherheitszustand der drei Bundesstraßenkreuzungen im Innenstadbereich herausgefunden hat: Alle drei – B1/Hertinger Straße, B1/Iserlohner Straße und B1/Kessebürener Weg – sind nicht mehr „regelkonform“. Die Rechtsabbiegerspuren entsprechen nicht mehr den Anforderungen.

„Noch 2019 will das Land daher alle drei Kreuzungen umplanen und 2020 umbauen“, nannte Kaufmann die Zeitschiene. Bis dahin bleibt das Tempolimit von 50 statt 70 km/h bestehen. Was ja auch schon mal ein Erfolg sei, stimmten die Politiker zu.

Die Initiatorin nahm das alles wenig erfreut zur Kenntnis. Ihr Argument, dass auf Dortmunder Stadtgebiet beides gelte – nächtliches Lkw-Fahrverbot wie Tempobeschränkung – lässt Straßen.NRW nicht als Argument gelten, beschied Hans Kaufmann der Bürgerin. Denn die Landesbehörde erachtet die B1 in Unna als unverzichtbare Ausweichstrecke, wenn auf der A44 (wieder mal) ein Unfall passiert ist und der Verkehr aufgrund Teil- oder Vollsperrungen abgeleitet werden muss. In Dortmund seien vielerlei Ausweichstrecken vorhanden, in Unna sei es praktisch nur diese eine.

Einen Hoffnungsschimmer signalisierte Kaufmann der enttäuschten und ernüchterten Antragstellerin mit dem Ausbau der A44 auf 6 Spuren: „Danach erfolgt eventuell Herunterstufung der Bundesstraße zur Landesstraße.“

Bis dahin gehen allerdings noch viele Jahre ins Land – und die Szenerie auf der B1 WÄHREND des jahrelangen Ausbaus mag sich Marie-Theres Ehmanns gar nicht vorstellen.

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2 KOMMENTARE

  1. […] Was sich bereits abzeichnete, bestätigte nun auch Straßen.NRW. Aus hiesiger Sicht könne „ein Nachtfahrverbot für den Schwerverkehr sowie eine dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzung nicht realisiert werden“ – mit diesen Worten reagiert der Landesbetrieb Straßen.NRW auf ein Schreiben von SPD-Politiker Oliver Kaczmarek. Darin verlangte der Politiker eine Einschätzung der Behörde zu einem Lkw-Nachtfahrverbot und dauerhaften Tempo 50 auf der B1 im Unnaer Innenstadtbereich berichtet das Büro des Bundestagsabgeordneten in einer Pressemitteilung. […]