„Wo sollen wir jetzt hin?“ Am Aus der Eissporthalle hängen junge Schicksale

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Demo für die Eissporthalle am 18. Juni. (Archivbild RBU)
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Als die vornehmlich jungen Eissportfans ab 14 Uhr mit Plakaten und Tröten bewehrt lautstark gegen die Schließung der Eishalle demonstrierten, war hinter verschlossenen Türen längst alles abgemacht.

An der Schließung zum 30. 6. dieses Jahres (Bericht über die Pressekonferenz HIER) hängen Schicksale. Beispielsweise trifft es Sabrina (25) und Nacy (15) aus der Abteilung Eiskunstlauf.

„Wir wissen nicht, wie es weiter gehen soll und wo wir demnächst trainieren sollen“, sagten die beiden Mädchen ratlos und traurig. Sabrina hatte ihre Zukunft nach ihrem Hobby, das sie über alles liebt, ausgerichtet, sie hat sich extra in Unna eine Ausbildungstelle und eine
Wohnung gesucht, um ab dem 01.07. alles näher beieinander zu haben.

Am 15. Juli hatte mit dem Event „Kids on Ice“ die neue Saison starten sollen. Jetzt ist alles vorbei. Die Eissporthalle Unna wird niemals wieder öffnen.

Jasmin (31) berichtete uns, dass ihr Sohn Jayden (9) seit 5 Jahren aktiv
Eishockey spielt. „Jayden hat bitterlich geweint an dem Abend, als er erfahren hat, dass die Eissporthalle viel eher geschlossen wird als geplant. Wir wissen nicht, wie und wo es weitergehen soll, wir sind alle vor den Kopf gestoßen von der abrupten Schließung der Halle.“

Katja (38) berichtet uns ebenfalls, dass ihre Tochter Eishockey spielt und sie selbst aktive Stammkundin war. „Wir sind bitter enttäuscht von der Schließung. Zumal das Eishockey-Camp – auf das die Kinder sich schon gefreut hatten – in den ersten drei Ferienwochen stattfinden sollte un nun abgesagt wurde. Wir wissen nicht, wohin wir mit dem Training ausweichen sollen, alle Hallen sind ausgebucht und belegt. Das Traurige ist, dass
von der Stadt keinerlei Alternative angeboten wird, die Eishalle wird einfach geschlossen und damit ist das Thema für die Stadt durch.“

Kenny (18), Lisa (18), Marcel (16) Mia (15) und Florian (18) sind nahezu täglich in der Eishalle gewesen und haben dort ihre Freizeit verbracht. „Uns wird unser zweites Zuhause genommen. Silvia, die Pächterin, war für uns Familie und wir für sie, sie begrüßte uns jeden Tag mit den Worten, ´da sind sie wieder meine Eishallenkinder!´. Wir waren auf die schliessung 2020 gefasst, aber nicht darauf das das jetzt so schnell geht…… Uns wird die letzte sportliche Aktivität genommen und der Boden unter den Füßen weggerissen. Wo sollen
wir jetzt hin?“

„Die Politiker sollen doch froh sein das wir dort hin gehen und uns nicht irgendwo auf der Straße rumtreiben und irgendwelchen Mist bauen oder nur zuhause sitzen und zocken“, sagte Marcel.

Der 12. Jahrgang der Peter-Weiss-Gesamtschule (PWG) war ebenfalls vor Ort. Denn die Zukunft der PWG-Eishockey-AG steht jetzt ebenfalls in den Sternen.

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