Ein lauschiges Plätzchen zum Verweilen am Morgentor – Erste Entwürfe gefallen

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Platz zwischen Morgentor und Ostring, Foto: Archiv Rundblick
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Ein lauschiges Plätzchen vor historischer Kulisse am Eingangstor zur Unnaer City soll es werden.

Lob in den höchsten Tönen gibt es von der Politik im ersten Aufschlag für die Neugestaltungspläne am Bereich Morgentor. Im Stadtentwicklungsausschuss (ASBV) und im Haupt- und Finanzausschuss stellte die Verwaltung jetzt erste Vorentwürfe für eine Neugestaltung des Areals zwischen Ostring und Morgentor vor.

Das Quartier am Eingang zur Fußgängerzone, flankiert von den Gaststätten Morgentor und Oller Kotten, soll mit einigem Aufwand zu einem lauschigen Verweilplatz umgestaltet werden. Einiger Aufwand bedeutet auch finanzieller Aufwand: Auf rund 760.000 Euro beläuft sich die erste Kostenrechnung.

Im Moment (voraussichtlich bis Ende Juni)  wird der Bereich zwischen Burgstraße, Morgenstraße und Güldener Trog (Nicolaiviertel/Stadtkirche) noch von den Kortelbach-Bauarbeiten der Stadtbetriebe dominiert. Die Verwaltung schlägt nun vor, die Flächen nach dem Abzug der Kanalbaustelle nicht einfach nur wiederherzustellen – sondern:

sie „mit einem neuen Kontext zu versehen: Historische Stadt, Shared Space, gegenseitige Rücksichtnahme, Aufenthaltsqualität und Erlebnisraum“.

Das Areal gehöre zum historischen Zentrum Unnas, argumentiert der Kreisstadt Unna. Aufgrund der noch erhaltenen ursprünglichen Bebauung habe sich „ein spezieller Nutzungsmix … im Spektrum zwischen Kunst, Kultur und Kneipen“ entwickelt. „Zwei eindrucksvolle historische Gasthäuser beherrschen den Ortseingang im Bereich des ehemaligen Morgentores an der Stadtmauer.“

Das historische Gesicht des Quartiers sei jedoch weitgehend verloren gegangen, heißt es bedauernd weiter. „Verkehrsanlagen stehen heute im Vordergrund, die an diesem Punkt zusammenstoßen: Fußgänger, Radfahrer, Parksuchverkehr drängen sich auf den unklaren und verschieden strukturierten Verkehrsflächen. Gegenüber dem Kfz-Verkehr erscheinen andere Nutzergruppen eher benachteiligt.“

Somit habe die Attraktivität dieses Bereichs in den letzten Jahren nicht mehr ausgereicht, die genannten Gasthäuser mit Leben zu füllen. „Erst in den jüngsten Monaten ist eine Wiederbelebung gelungen. Die Stabilisierung einer gastronomischen Szene über das Angebot von Außengastronomie hat nicht nur unmittelbare Bedeutung für das Quartier, sondern darüber hinaus auch für die Attraktivität der Innenstadt insgesamt.“

  • Dazu erreichte uns am Samstag (23. 6.) eine Rückmeldung der Betreiberfamilie des Tapas und la Bodega: Sie weist darauf hin, dass die Erweiterung der Außengastronomie auch das la Bodega betreffen soll. Die Darstellung der Verwaltung, dass in diesem Bereich Gastronomiebetriebe nicht genügend Zulauf hätten, sei nicht pauschal zutreffend, schreibt die Familie Valero: „Wir sind seit über 15 Jahren dort ansässig und können uns nicht beklagen.“

Die Ideen für das neue Konzept:

  • Zwischen ehemaligem Landratsamt, „Ollem Kotten“ und  „Morgentor“ keine Verkehrsfunktionen mehr – sondern eine neue, einheitliche Fläche.
  • Die Fläche liegt auf dem Niveau der einmündenden Gehwege, d. h. die Fahrbahn muss über eine kleine Rampe auf Platzniveau geführt werden.
  • Auf diesem „Shared Space“ bewegen sich „alle Teilnehmer mit gegenseitiger Rücksichtnahme und angemessener Geschwindigkeit. Die neue Verkehrsführung über den neu gestalteten Parkplatz trägt zusätzlich zu einer Verkehrsentlastung bei.“

 

  • Während der „Olle Kotten“ seinen Biergarten unverändert behält, wird der Biergarten des „Morgentors“ im Bereich des Grünzuges neu angelegt.
  • Die hier auf einer Länge von rund 100 m unterbrochene Stadtmauer wird in einer Höhe von 1,30 m bis 1,70 m rekonstruiert ‚“und bildet damit eine atmosphärische Platzkante gegen den Verkehrsring aus“. Wo erforderlich, wird sie durch Zugänge oder Durchfahrten unterbrochen.
  • Der Parkplatz am Ring wird durch die Neugestaltung halbiert – 10 von 20 Stellplätzen fallen weg. – Ein etwas heikler Punkt, da der Parkplatz im Schnitt zu 80 % ausgelastet ist. „Bis zur Tiefgarage Bahnhof sind es rd. 300 m. Hier ist eine Abwägung … zu treffen.“

Die Kosten:

Für 2019 ist im Investitionsplan die Erneuerung der Burgstraße vorgesehen. Kosten: rd. 490.000 Euro. Den Eigenanteil der Anlieger – 310.000 Euro – hat die Verwaltung bereits nach dem Entwurf der neuen KAG-Satzung (mit drastischen Erhöhungen der Anliegerbeiträge) kalkuliert (einschließlich Museum) – diese Erhöhung ist aber längst nicht beschlossen, die Politik reklamiert erhöhten Beratungsbedarf.

Inklusive Platzgestaltung erhöhen sich die Gesamtkosten auf rund 762.000 Euro – es ergibt sich die Unterteilung der Maßnahme in einen KAG-pflichtigen Straßenbauabschnitt und einen nicht KAG-pflichtigen Platzabschnitt.

Benötigt werden unterm Strich zusätzlich rd. 260.000 Euro Fördergeld und 50.000 Euro an freiwilligen Beiträgen Dritter (Anlieger, Stadtbetriebe usw.). „In Gesprächen mit den maßgeblichen Eigentümern im Bereich Morgenstraße, Burgstraße und Voßkuhle wurde die Planung positiv aufgenommen und ein freiwilliger Finanzierungsbeitrag zugesagt, um die Umsetzung zu ermöglichen“, kann die Verwaltung bereits mitteilen.

Die Verwaltung geht insofern davon aus, dass die freiwilligen Beiträge die o. g. Größenordnung erreichen werden. Ein Vorantrag für die Fördergelder wurde schon im vorigen Jahr gestellt, entschieden wird darüber im Herbst.

 

Zeitplan:

  • Bis Ende Juni werden die Stadtbetriebe Unna sich aus der Kanalbaustelle an der Morgenstraße zurückgezogen haben.
  • Da der Platz erst bei gesicherter Finanzierung 2019 neugestaltet werden kann, werden die Flächen zunächst provisorisch wiederhergestellt. „Zugleich soll die Fläche für den zukünftigen Außengastronomiebereich der Gaststätte Morgentor vorbereitet werden. Hierfür wird die Fläche des Biergartens im Bereich zwischen den Gehweg am Verkehrsring, dem Einmündungsbereich Morgenstraße und der Voßkuhle durch die Stadtbetriebe mit einer Schotterschicht höhengerecht aufgefüllt.“ Der  üdliche Gehwegbereich wird asphaltiert.
  • Die Abstellfläche für Müllbehälter wird einschl. Gabionen wieder hergerichtet, soll aber entlang der Voßkuhle zukünftig durch eine Replika der Stadtmauer ersetzt werden. Evtl. kann bereits im Herbst des Jahres die Nutzung des zukünftigen Biergartens provisorisch erfolgen.
  • Dies gilt auch für den Betrieb des „Kaffeegartens“ auf dem bisherigen Standort (kleine Terrasse). „Allerdings haben sich während des Kanalbaus Absackungen gebildet, die auf unterirdische Hohlräume hinweisen. Dieser Sachverhalt wird zurzeit durch die Verwaltung geklärt, bis dahin muss die Nutzung aus Sicherheitsgründen unterbleiben.“

Der endgültige Ausbau des Platzes am Morgentor soll im neuen Haushaltsplan 2019/2020 veranschlagt und im Kontext der Erneuerung der Burgstraße im Jahr 2019/20 durchgeführt werden. Die Pläne für die Erneuerung der Burgstraße und Platzgestaltung sollen im Herbst des Jahres in einer Anliegerversammlung erörtert werden und im Anschluss zum Jahreswechsel 2018/19 der Politik zur abschließenden Beschlussfassung vorgelegt werden.

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4 KOMMENTARE

  1. Das Stichwort….für sowas ist Geld da….für die Kinder hingegen….ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen!
    Aber das kann nicht für alle Entscheidungen in der Stadt heran geführt werden. Wir haben mit dem Marktplatz ein echtes Aushängeschild der Stadt. Das Nikolaiviertel…ein Augenschmaus! Die Altstadt hinter dem ehemaligen Hotel Kraka ein Hingucker. Und dieser geplante Platz ist sicherlich eine Aufwertung der Stadt. Ich wohne gerne in Unna und führe auch gerne Besucher „von Auswärts“ durch die schöne Innenstadt. Genau so ist es mir aber auch wichtig, dass der Jugend etwas geboten wird! Z.B. der Erhalt der Eissporthalle! Gerne denke ich an die Zeiten meiner Jugend dort zurück. Und schwärme auch meinen Kindern von diesen Zeiten etwas vor. Für die Jugend hat Unna immer viel getan. Die Zeit der Jugendzentren war etwas besonderes für Unna. Freizeitbad! Anlaufstelle! Erlebniswelt! wie auch immer! Es war immer schön in Unna zu leben. Mir drängt sich das Gefühl auf, dass unsere Politiker, die dies alles altersmäßig kennen müssten, dies alles vergessen oder verdrängt haben! Das macht mich traurig.