Realschule Massen in Königsborn… Flugzeuge, die auf Schulen stürzen: Absurdes rund um den Realschulneubau

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Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Freizeitbadgelände Massen. (Archivbild RBU)
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Die intensive Abneigung der kleineren Fraktionen gegen einen Realschulneubau am Standort „ehemaliges Freizeitbad Massen“ brachte in der Hauptausschusssitzung am Donnerstagabend befremdliche bis absurde Argumente hervor.

Befremdlich mutete (zumindest auf dem Hintergrund der bisherigen Planungsabsichten) der spontan in den Raum geworfene Vorschlag der FDP an, die Hellweg-Realschule Massen in Königsborn neu zu bauen: Dort, wo jetzt noch die Eishalle steht.

Dort soll sie nach dem Willen von immer mehr Bürgern auch stehenbleiben, die Liberalen haben sie gedanklich bereits von der Landkarte radiert, eine Woche, bevor der Rat das am Donnerstag (28. 6.) überhaupt beschließen soll und voraussichtlich auch wird.

„Massens Realschule nach Königsborn“ wirkte als abrupter Vorstoß auch deshalb leicht bizarr, weil sich SPD und CDU mit ihrer GroKo-Mehrheit bereits auf den Verwaltungsvorschlag „ehemaliges Freizeitbad-Areal“ geeinigt haben. Und die Beteiligten betonen, man wolle mit einem neuen Realschulgebäude – das nebst Sport- und Kleinschwimmhalle immerhin 27 Mio. Euro kosten soll – auch ein klares Bekenntnis zum Standort Massen abgeben.

Das wäre so an der Grenze zwischen Königsborn und der Innenstadt zumindest erklärungsbedürftig.

Ins Groteske wusste allerdings der partei- und fraktionslose Christoph Tetzner die Diskussion zuzuspitzen, als er sich an die Grünen-Abwehr („keine Schule dort, wo den Kindern Flugzeuge über die Köpfe dröhnen!“) andockte und flammend warnte:

Der Flughafen wolle weiter expandieren – da steige die Gefahr, dass Flugzeuge abstürzen und direkt auf der Schule landen.

Von diesem Argument distanzierten sich denn aber höchst eilig und vehement sogar die Grünen, verbunden mit der nachdrücklichen Bitte an den Bürgermeister, die Distanzierung ins Protokoll aufzunehmen. Rudolf Fröhlich (CDU) seinerseits machte feixend „huuhh“, er bekomme „gerade eine Gänsehaut bei dem Gedanken, in welcher Lebensgefahr ich mich die ganzen Jahre befunden habe, wenn ich mir im Freizeitbad die Sonne auf den Bauch schienen ließ!“ Stimmt, pflichtete ihm Bürgermeister Kolter bei, „zusammen mit 440.000 anderen.“

War noch was? Ja, ein Einwand des Massener Ratsherr Michael Tietze (SPD), der missbilligend in Richtung Standortgegner hinüberwarf: In Massen lebe man mit dem Fluglärm, mehr oder weniger überall und letztlich egal wo. Die Standortprüfung für einen Realschulneubau „in memoriam Freizeitbad“ wird jetzt also vital vorangetrieben.

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