Festnahme nach 25 Jahren: Mord an Nicole Denise Schalla (16) offenbar aufgeklärt

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Symbolbild. (Foto: Rundblick Unna)
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Der Täter war bereits in Sicherungsverwahrung.

Am 14. Oktober 1993 wurde die damals 16-jährige Nicole Denise Schalla im Dortmunder Stadtteil Kirchlinde getötet. Bisher hatten weder das Phantombild des verdächtigen Mannes aus dem Bus noch ein Beitrag bei „Aktenzeichen XY…ungelöst“ den entscheidenden Durchbruch gebracht.

Heute, am 28. Juni 2018, kündigte die Polizei Dortmund kürzestfristig eine Pressekonferenz an: Es gab eine Festnahme. Der festgenommene 52-Jährige, der zur Tatzeit in Castrop-Rauxel wohnte, ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Täter.

DNA-Treffer führte zur Festnahme

Ermittler Uwe Block, Kriminalkommissar, ist seit langen Jahren mit dem Fall vertraut, hat immer wieder Kontakt zur Familie gehalten. Block spricht in der Pressekonferenz von einem „eindeutigen DNA-Treffer.“

Der Mann ist bei der Polizei kein Unbekannter. Er ist mehrfach vorbestraft. Zwar war er bisher noch nicht wegen Sexualdelikten in Erscheinung getreten, wohl aber durch Angriffe auf Frauen. Er war sogar bereits in Sicherheitsverwahrung, allerdings erst nach der Tat.

Der Mann hat eine Lebensgefährtin, die bei der Festnahme anwesend war. Einer geregelten Arbeit geht er derzeit wohl nicht nach, er soll Sozialleistungsempfänger sein.

„Wir wissen nicht genau, ob der damalige Gast im Bus der festgenommene Mann war. Aufgrund der Tatabfolge nehmen wir dies an. Es gibt Überschneidungen aus der Aussage des Busfahrers“, so Kriminalkommissar Uwe Block. Die damalige Beschreibung des Tatverdächtigen stimme in Teilen mit der dem Aussehen des Mannes überein, wenn man sich Bilder von ihm aus der Zeit anschaut.

Der Mann habe den Tatvorwurf des Mordes bestritten, so die Polizei Dortmund auf der Pressekonferenz. Er wurde dem Haftrichter vorgeführt, dieser erließ Haftbefehl.

Der Mord an Nicole

Die damals 16-jährige Gymnasiastin war auf dem Heimweg von Herne aus. Nur wenige hundert Meter vor ihrem Elternhaus fand ihr Leben ein jähes Ende. Ihre Leiche wurde am nächsten Morgen an der Einfahrt der Jungferntal-Grundschule gefunden.

Hinweise auf einen Täter gab es nicht. Es gab Hinweise, dass dem Mädchen ein Mann aus dem Bus gefolgt war, die Polizei suchte mit einem Phantombild – erfolglos.

Bereits im Jahr 2013 hatte die Staatsanwaltschaft Dortmund Hoffnung, den „Cold Case“ doch noch zu lösen. Man hatte eine DNA-Spur auf der Kleidung und dem Rucksack des Opfers entdeckt. 100 Männer hatten damals eine Speichelprobe abgegeben.

Familie zwischen Freude und Trauer

Gestern benachrichtigte Uwe Block die Familie von Nicole. „Sie waren hin und hergerissen zwischen Freude und Trauer“, berichtet der Kriminalkommissar. Die Dortmunder, die die Pressekonferenz live bei Facebook verfolgten, sprachen vom Aufatmen eines ganzen Stadtteils. Der Mord an Nicole Denise Schalla hatte damals ganz Dortmund schockiert und bewegt.

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