15 Mio-Projekt am Bahnhof geplatzt: WBU legt Pläne für Büroturm und Parkhaus auf Eis

2
1152
Wirtschaftsbetriebe-Chef und 1. Beigeordneter Karl-Gustav Mölle (re.) und der Technische Beigeordnete Ralf Kampmann bei der Vorstellung der "ambitionierten" Pläne für das Unnaer Bahnhofsgelände am 21. Juni 2017.
Facebookrss

Einigermaßen überraschend: Das ambitioniere 15-Mio-Euro-Projekt „neues Bürogebäude und Premium-Parken“ auf dem Unnaer Bahnhofsplatz ist gecancelt.

Zumindest vorerst wird es nicht realisiert. Denn: Es würde viel zu teuer.

Das gaben am heutigen Freitagvormittag die Wirtschaftsbetriebe Unna (WBU) bekannt.

Die städtische Tochter, die in den letzten Wochen vornehmlich als Eigentümerin der Eishalle in den Schlagzeilen war, wollte das Bahnhof- und Busbahnhofsgelände eigentlich mit einem neuen Bürogebäude plus „Premium-Parkhaus“ bebauen. Gesamtvolumen des ehrgeizigen Projekts: rund 15 Millionen Euro.

Einen Architektenwettbewerb dazu hatte die Jury Ende November entschieden. Das Bürogebäude sollte demnach ein Architektenbüro aus Köln realisieren, den Siegerentwurf für das Parkhaus reichte das Unnaer Architekturbüro Kimpel ein.

Nun heute, einen Tag nach dem (bis Dezember ausgesetzten) Abrissbeschluss für die Eissporthalle, teilen die WBU mit: Das Bürogebäude wird vorerst nicht gebaut – und das damit zusammenhängende Parkhaus auch nicht.

Diese Entscheidung traf am Montagabend (25. 6.) der Aufsichtsrat der städtischen GmbH.

Denn: In der Ausschreibung war festgelegt worden, dass das Bauvorhaben wirtschaftlich realisiert werden müsse. Die zur Verfügung stehende Summe war gedeckelt auf eben besagte 15 Millionen Euro – 5 für das Parkhaus, 10 für das Bürogebäude. Aber nun hat sich herausgestellt: Letzteres würde um gleich 25 Prozent teurer.

Und dass die Gesamtsumme nicht nach oben hin verhandelbar sei, stelle WBU-Chef Karl-Gustav Mölle bereits im September vorigen Jahres im Rundblick-Interview klipp und klar fest (Sie lesen es HIER).

„Die aktuell vorliegende Kostenrechnung zeigt – unter Berücksichtigung von Aufschlägen für Baupreissteigerungen und Unvorhergesehenes – für das Bürogebäude voraussichtliche Herstellungskosten auf, welche um rund ¼ über der im Wettbewerbsverfahren vorgegebenen Baukostenobergrenze von 2.100 € je m² Bruttogeschossfläche liegen“,

heißt es in der Mitteilung der WBU. Mit Blick auf die „derzeit überhitzte Marktsituation“ erwachse daraus ein unkalkulierbares Risiko, unwirtschaftliche oder auch gar keine wertbaren Angebote von Baufirmen zu erhalten“.

Zudem seien weder die Einhaltung der Kostenobergrenze noch die Terminvorgaben für Fertigstellung, Inbetriebnahme oder Übergabe verlässlich abzuschätzen.

„Vor diesem Hintergrund und wegen der deutlichen Kostenüberschreitung sieht die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Unna GmbH von der Realisierung des 2. Bauabschnitts auf der Tiefgarage Bahnhof sowie der dem Bürogebäude zugerechneten Hochgarage zum jetzigen Zeitpunkt ab.“

Im Zusatz – aufgeschoben soll nicht aufgehoben sein – heißt es: „Auf der Basis der erstellten Planentwürfe ist die Aufnahme und Weiterführung der Umsetzung des Projektes zu einem späteren Zeitpunkt jederzeit möglich.“

Facebookrss

2 KOMMENTARE