Kostenexplosion auf über 600.000 Euro: Streitprojekt „Rathaustreppe“ gestoppt

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Umstrittene Erneuerung: die Treppe vom Bahnhof zum Rathausplatz. (Archivbild RBU)
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Knalleffekt heute Abend im Unnaer Ratssaal. Das hochumstrittene Projekt „Neubau Rathaustreppe“ (HIER nachzulesen) ist gestoppt. Der Grund: eine Kostenexplosion.

Statt der ohnehin schon hitzig debattierten 315.000 Euro würde die Erneuerung und optische Aufwertung der Treppe zwischen Bahnhof (Katharinenplatz) und dem Rathausplatz faktisch  sagenhafte 600.000 Euro kosten.

Diese schwindelerregende Neuigkeit verkündete Baudirektor Michael Ott am Mittwochabend völlig unvorbereitet im Stadtentwicklungsausschuss, welcher sich eigentlich nur zu einer Sondersitzung für den Planungsstart zum Realschulneubau zusammengefunden hatte. Den er just zuvor auch gegeben hatte.

Unter dem Punkt „Mitteilungen“ kam dann also nun das. Aus für die ehrgeizige Rathaustreppenerneuerung.

Es sei auf die Ausschreibung nur ein einziges Angebot eingegangen, berichtete Ott den völlig perplexen Politikern. Und dieses Angebot übersteige die kalkulierte Summe von 315.000 Euro (zu 80 Prozent wäre sie vom Land gefördert worden) um glatt das Doppelte.

Bedeutet: Alles auf Null. Monate aufwändiger Planung für die Katz.

Die Ausschreibung ist aufgehoben worden. Für die SPD nahm Bernd Dreisbusch sofort eilig Abstand von dem Projekt. Die übrigen Ausschussvertreter saßen geschockt und sprachlos herum. Das muss erst mal verarbeitet werden.

Freuen können sich indes FDP und Grüne, sie hatten sich in grün-gelber Opposition gegen den Treppenneubau  gestemmt – Bericht HIER.

Die Rathaustreppe reiht sich damit ins akute Favoritensterben ehrgeiziger Unnaer Bauprojekte ein: Am vergangenen Freitag hatten die Wirtschaftsbetriebe Unna (WBU) ähnlich überraschend bekannt gegeben, dass sie ihre ambitioniertes Bauprojekt Bürohaus/Premium-Parkhaus am Bahnhof auf Eis legen. Der Grund auch hier: eine Kostenexplosion: Der im November prämierte Siegerentwurf des Bürogebäudes würde in der Realisierung um 25 Prozent teurer, als es die WBU maximal vorgegeben hat.

 

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1 KOMMENTAR

  1. Ein weiteres Armutszeugnis des Rates und es wird nicht das letzte sein. Mich würde interessieren woher kamen die ursprünglich veranschlagten Kosten von 315T€. Eine Pi mal Daumen Kalkulation des Baudirektors Ott oder belastbare Planungsgrundlage. Irgendwer hat doch da gezeichnet und neben Planungsentwürfen auch Kosten vorgelegt. Vielleicht das gleiche Architektenbüro das auch für die Stadthalle verantwortlich zeichnet? Wundern würde mich das nicht.