Neue Realschule für 27 Mio. auf Freizeitbadgelände: Beschluss steht – Planungen starten

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Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Freizeitbadgelände Massen. (Archivbild RBU)
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Eillig noch vor den Sommerferien pochten CDU und SPD auf Planungsstart. Ihr Wunsch war der Verwaltung Befehl.

In einer Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses (ASBV) wurde das ehrgeizige 27 Mio.-Bauprojekt „Neubau der Hellweg-Realschule“ am Mittwochabend planungsfertig gemacht. Der Standort, nicht unumstritten: das Areal des früheren Freizeitbades Massen.

Entsprechend fiel das Ja nicht einstimmig aus: SPD, CDU und FLU votierten dafür, FDP und Grüne dagegen.

Umstritten war und ist der Standort zum einen wegen des Fluglärms, zum anderen wegen der Verkehrsfrage (Überlastung der Kleistraße).Die Lärmbelastung wird untersucht, den Verkehr erachtet die Stadt als „unproblematisch“.

Mit dem heutigen Beschluss stimmte die Politik also für Neubau statt Sanierung. Für den Baustart auf dem ehemaligen Freizeitbadgelände kann die Stadt jetzt die erforderlichen schul- und baurechtlichen Prozesse  einleiten.

Zugleich wurde hiermit der frühere Ratsbeschluss zum Verkauf des Grundstücks an die Wirtschaftsbetriebe Unna (WBU) aufgehoben.

Aus der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung:

  • Grundstück: 26.000 m2 zuzüglich möglicher Erweiterungsflächen (westliche Erbbaufläche). Das heute vorhandene Grundstück der Hellweg-Realschule umfasst etwa 19.000 m2. Die Neubausubstanz kann also dort komfortabel untergebracht werden.
  • Bebauungplan: Setzt eine Grünfläche mit Zweckbestimmung Sportanlage fest. Aus planungsrechtlicher Sicht muss er für eine Schule …  geändert werden.
  • Fluglärm: Das Grundstück … befindet sich überwiegend außerhalb des festgesetzten Lärmschutzbereichs „Tagschutzzone 2“ des Flughafens. Es liegt nördlich der Anfluggrundlinie und befindet sich etwas weiter vom Flughafen entfernt als die Sonnenschule, für die im Rahmen einer Sanierung Lärmschutzmaßnahmen im Jahr 2004 vorgenommen worden sind.
  • Nutzungsmöglichkeiten: Verlagerung des gesamten Schulstandortes incl. Sporthalle, Schwimmhalle ist möglich ist und ggf. sind auch Flächenreserven für weitere Nutzungen vorhanden.
  • Zu untersuchen sind: Belange des Artenschutzes, Verkehrs und Lärmbelastung.
  • Verkehr: „Die verkehrliche Anbindung … über die Straße „Am Freizeitbad“ kann als günstig bezeichnet werden“, schreibt die Stadt. „Der Standort ist gut erreichbar und kann an den ÖPNV ebenfalls gut angebunden werden. Im Rahmen des Verfahrens sollte darüber hinaus die Vernetzung des Schulstandortes mit den öffentlichen Einrichtungen (Gemeindezentrum, Kindergarten) und der Kleistraße untersucht werden.“
  • Parallel zum Bebauungsplanverfahren können bereits die Vorplanungen für die zukünftigen Schulgebäude (z. B. über einen Realisierungswettbewerb) aufgenommen werden.“
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14 KOMMENTARE

  1. Vielleicht kann es mir ja jemand erklären, ich verstehe es wirklich nicht:
    https://www.rundblick-unna.de/2018/02/17/unna-goennt-sich-zu-viel-gruene-widersprechen-einnahmen-steigern-mit-kitas-und-sportstaetten/
    Die Rechnungsprüfung vor 6 Monaten hat ergeben, dass Unna sich zu viele Sportstätten, zu viel Kultur und zu viele Schulen gönnt.
    Sportstätten werden gerade reichlich geschlossen. Die „Kultur“/Rentnerdisco (danke für den treffenden Namen, St.Gremling 🙂 ) möchte niemand anfassen, weil dann alle Rentner schreien würden.

    Warum wird eine neue Schule für 27 Millionen gebaut, nachdem amtlich bestätigt wurde, dass Unna zu viele Schulen hat ?

  2. Erneut ein undurchdachter Schnellschuss dieser Chaoten im Rat. Die Frage nach der Zukunft einer Realschule stellt sich grundsätzlich. Gibt es überhaupt deutschlandweit dieses Schulsystem noch außer in Unna? Für zukunftsträchtige, bereits jetzt funktionierende Schulsysteme ist das Gelände, wenn auch größer als das bisherige, ungeeignet da zu klein. Die Einflugschneise gibt dann noch den Rest. Zwischen den gesetzlichen Vorgaben die eventuell eingehalten werden gibt es da noch die Realen, die tatsächlich als störend empfunden werden. Und diesbezüglich kenne ich sogar Einwohner aus Fröndenberg die der Fluglärm nervt.

  3. Toll, bin manchmal selbst überrascht. Habe mal eine Suchmaschine beauftragt nach Realschule zu suchen. Fündig geworden ist sie einzig und allein in Unna. Insofern sollte sich der Rat ja mal erkundigen ob es für dem Erhalt von erhaltungswerten Relikten eine staatliche Förderung analog Museumsneubauten gibt.

    • Wenn es nicht so ernst wäre auf Grund der Haushaltssituation könnte man ja darüber lachen dass …. (editiert – keine Beleidigungen, vor allem nicht aus der anonymen Deckung, Gremling) wirklich 27 MIO in die Hand nehmen wollen für eine neue Schule und ein Schulsystem dass auf dem Abstellgleis steht und bereits heute nicht mehr in die Schullandschaft passt.

      • Als ob man den Inhalt eines Schulgebäudes nicht umwidmen könnte… das geschieht täglich im ganzen Land durch die Zusammenlegung von Real- und Haupt- zu Sekundarschulen, nur zum Beispiel. Stichpunkt Hauptschule Howi – wenige km vom neuen Realschulstandort entfernt. Mal drüber nachgedacht?

        • Der Planungsauftrag ist Realschule. Also werden die Planungen auf die Bedürfnisse und Anforderungen einer Realschule hinauslaufen einschließlich Klassenstärke und Schülerzahl. Inwieweit dann ein anderes Schulsystem problemlos integrierbar ist kann eine Frage sein, die weitere welchen Sinn soll es machen da der Stadt Unna eh schulische Überkapazitäten testiert werden. Und ob der demografische Wandel Berücksichtigung findet wage ich auch zu bezweifeln

          • Selbstverständlich lässt sich ein Schulgebäude für eine andere Schulform nutzen. Die CDU veweigerte doch sogar ursprünglich die Zustimmung, weil sie eine Gesamtschule durch die Hinterhand fürchtete.

  4. Na, hoffentlich werden auch hier nochmal gründlich die Kosten geprüft. Man hat ja sowohl bei dem geplanten neuen Büroturm sowie der Premium Parkgarage als auch bei der Rathaustreppe gesehen, das jemand dort sitzt und versucht die Kosten „schön“ zu rechnen. Wenn sich auch hier im Nachhinein die Kosten verdoppeln sollten, wäre der Stadt Unna einige Auftritte in diversen Fernsehsendungen garantiert. Nur bei dem was die Stadt/WBU loswerden will (Eishalle), setzt man die Planungskosten extra hoch, obwohl er sehr viel niedriger anzusetzen ist. In Unna wird momentan eine unfassbare „Schönrechnerei“ betrieben.

  5. Wenn denn neben der PWG eine weitere Gesamtschule als Alternative zu dem Auslaufmodell Realschule entstehen soll dann doch bitte die Fakten auf den Tisch. Dann kann entsprechend geplant werden. Die Vorbehalte der CDU zu einer Gesamtschule durch die Hintertür kenne ich nicht und kann ich auch nicht nachvollziehen, es sei denn ich denke ca. 30 Jahre zurück. Die PWG widerlegt sie täglich.