„Generationen verwoben“ – Annäherung an Demenz: Kreativprojekt mit Wollfäden Open Air in Fröndenberg

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„Generationen miteinander verwoben“ – mit Fäden aus Wolle, meterlangen Fäden, Wolle ohne Ende…

„Seid kreativ! Der Faden findet gemeinsam mit euch den Weg!“ So lautet die freundliche Aufforderung zu dieser Open Air-Aktionskunst, die momentan unterhalb des Schmallenbachhauses in Fröndenberg entsteht. Täglich ein bisschen weiter wächst und sich bunter ineinander verstrickt.

Diane Pickull ist Kunsttherapeutin in Haus 2 des Schmallenbachhauses, in dem Menschen wohnen, die an Demenz erkrankt sind.

„Viele Demenzkranke haben einen hohen Bewegungsdrang“, weiß Diane Pickull. „Zugleich haben sie Probleme, sich mit anderen zu verständigen, überhaupt in Kontakt zu treten.“

Das Projekt „Generationen miteinander verwoben“ soll dabei helfen, die an Demenz leidenden Menschen wieder in Kontakt mit ihrer Außenwelt zu bringen; und zugleich soll es dieser „Außenwelt“, vor allem Kindern, die Scheu und auch Angst vor dieser heimtückischen Krankheit nehmen.

 

Und das geschieht schlicht dadurch, dass Gesunde und Erkrankte gemeinsam Wollfäden ziehen. Fäden zu einem spontanen Kunstwerk verknüpfen; zusammen.

Vorige Woche besuchte der Kindergarten St. Marien das Kunstprojekt. 7 Kinder und 11 Patienten halfen und unterstützen sich gegenseitig mit den Wollfäden, kamen in Bewegung und in Kontakt und hatten jede Menge Spaß miteinander – so großen, dass die kleinen Besucher am Donnerstag gleich noch einmal wiederkamen.

„So helfen wir unseren Patienten auch etwas aus ihrer Isolation heraus“, freut sich Diana Pickull, dass das generationsverbindende Kreativprojekt so gut ankommt. „Sie kommen raus, bekommen Kontakt und Bewegung und ,vergessen´ so ihren Weglaufdrang.“

Für Jung wie Alt hat dieses Projekt also nur Gutes: Frische Luft, Bewegung, Begegnung, Kommunikation und die Scheu vor dem Kontakt mit Demenzerkrankten verlieren. Eigentlich sollte das Projekt an diesem Freitag beendet sein; doch da es so toll ankommt, will das Schmallenbachhaus es bis voraussichtlich zum 23.08. verlängern. Also fast die gesamten Sommerferien hindurch.

 

Wer zu Hause Wolle übrig hat und nicht weiß, wohin damit, kann sich gerne an diesem Projekt beteiligen: Das Gelände am Hirschberg 5 ist frei zugänglich in der Zeit von 10 bis 17 Uhr. Die künstlerisch gezogenen Fäden werden übrigens nach Abschluss des Projekts nicht schmählich vernichtet:

Zu gegebener Zeit werden all diese Kilometer wollene Fäden zu einem riesigen Knäuel aufgewickelt – und zu einer bleibenden Statue kreiert.

Also, Restwolle schnappen und hin, die Bewohner freuen sich!

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