Unnas 15 Mio.-Projekt am Bahnhof: So viel kostete die Planung – und so „kann“ noch gebaut werden

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Das Gelände am Bahnhof aus der Vogelperspektive.
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Die bisherigen Kosten für die ambitionierten Bauprojekte am Unnaer Bahnhof – neues Verwaltungsgebäude plus modernes Parkhaus – liegen noch über der Summe, die sich per Hörensagen bisher verbreitet hat (Bericht vom Wochenende HIER).

Die Stadt betont indes: Aufgeschoben muss hier nicht zwangsläufig aufgehoben sein.

Wie auf Rundblick berichtet, hatte der Aufsichtsrat der Wirtschaftsbetriebe Unna (WBU) am 18. Juni – nach rund einem Jahr intensiver Planung – beschlossen: Die ehrgeizigen Millionenprojekte am Busbahnhof, fertig durchtgeplant, werden momentan nicht realisiert.

Denn die Kostenprüfung des Siegerentwurfs für das Bürogebäude hatte ergeben, dass der Bau gut ein Viertel über den per Ausschreibung fixieren Maximalkosten liegen würde.

Da das zusätzlich geplante „Premium-Parkhaus“ an den Gleisen ohne das mit 10 Mio. Euro angesetzte Verwaltungsgebäude keinen Sinn macht, wird beides zunächst auf Eis gelegt.

Sollte es dort liegen bleiben, ist der städtischen Tochter WBU und damit dem Steuerzahler viel Geld verloren gegangen:

„Der Gesamtaufwand für das Projekt ,Neubau Verwaltungsgebäude´ beläuft sich bis heute auf insgesamt 487.504,74 Euro„, teilte uns am heutigen Montag Bürgermeisterreferent Oliver Böer auf Cent und Euro die Summe mit, die wir bei ihm am Ende der letzten Woche angefragt hatten. Zusammen mit den Planungskosten für die – wegen Kostenexplosion – frisch gecancelten neuen Rathaustreppe (voraussichtliche Kosten jetzt statt 315.000 Euro das Doppelte, an Planungsgeld verloren: 50.000 Euro).

 

Von dieser grob gerechnet halben Million für die Bahnhofs-Schlussbebauung entfallen

  • 219.003,87 Euro auf den Architektenwettbewerb
  • und 268.500,87 Euro auf Planungs-, und Prüf- und sonstigen Aufwand.
  • Auf das Parkhaus entfallen von dieser Summe exakt 67.835,05 €. Dieses Geld umfasst hauptsächlich die Preisgelder für die prämierten Wettbewerbsteilnehmer.

 

So könnte es noch was werden:      

„Die erstellten Planentwürfe ermöglichen jederzeit die Aufnahme und Weiterführung der Umsetzung des Projektes“, unterstreicht jedoch Oliver Böer im weitergegebenen Statement aus dem Rathaus. „Und zwar wenn

1.    die derzeit überhitzte Baukonjunktur abgeflaut ist und/oder

2.    sich ein Mieter finden lässt, der bereit ist, eine entsprechende Miete zu zahlen.“

Schließlich könne das fertig durchgeplante Bauvorhaben z. B. auch auf der Expo-Real über die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Unna mbH (WFG) angeboten werden, schließt Böer seine Information.

Folgeartikel: Das sagen Unnaer Ratspolitiker zu der Entwicklung.

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2 KOMMENTARE

  1. Was man wohl mit der halben Million Sinnvolles hätte machen können?
    Gibt es denn keine Möglichkeit die Verantwortlichen wegen Verschwendung von Steuergeldern zur Rechenschaft zu ziehen?

    Ich muss mich gerade richtig zurückhalten. Als Bürger kommt man sich so richtig ver…. vor. Die lächeln einem frech ins Gesicht, finden sich dabei ganz toll und pressen über die Steuer- und Abgabenschraube immer mehr aus einem heraus.

  2. Man darf nicht ernsthaft darüber nachdenken. Da wird wochenlang auf allen Ebenen darüber gestritten ob ein neuer Teich im Bornekamp mit einem Invest von 500T€ realisiert werden soll oder nicht. Gleichzeitig werden mal eben so, nach den Bildern der Projektvorstellung zu urteilen, aus Lust und Laune, 500 T€ verballert für Architektenhonorare und sonstigen Vergünstigungen für Nahestehende und für ein hirnverbranntes Objekt das den Sesselfur…n neue Büroräume und SUV Fahrern einen bequemen Parkplatz bietet. Andere Kommunen denken eher darüber nach attraktive Angebote für eine autofreie Innenstadt anzubieten. Gleichzeitig werden gute Ideen für eine attraktivere Innenstadt von Frau Strathoff, deren Umsetzung einen Eigenanteil von 10% erfordert und zu 90 bezuschusst werden, vehement abgelehnt, vermutlich aus parteipolitischem Kalkül und persönlichen Interessen. (Schloss Opherdicke lässt grüßen) Aber so ist das in einer Stadt wo alle Entscheidungen der letzten Jahre eher persönlich und Parteipolitisch entschieden wurden als im Interesse der Bürger und Steuerzahler.