„Äußerst gravierende Pflegemängel“: Kreis Soest schließt Pflegezentrum – „Personalmangel keine Entschuldigung“

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Symbolbild (Pixabay)
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Medikamente seien nicht sachgemäß verabreicht worden, Fachkräfte für die soziale Betreuung fehlten gänzlich. Die Kreisverwaltung Soest hat wegen „erheblicher und äußerst gravierender Pflegemängel“ den geschlossenen Wohnbereich des Pflegezentrums Rüthen geschlossen.

„Das war dringend notwendig und angemessen“, unterstreicht die Kreisverwaltung in einem Statement auf ihrer Homepage. Die abrupte Schließung hatte für Aufsehen und auch heftige Kritik gesorgt.

Den Vorwürfen tritt der Kreis energisch entgegen. „Das psychische und physische Wohl der Bewohner war entweder bereits beeinträchtigt oder in Gefahr, Schaden zu nehmen“, betont die Heimaufsicht. So seien Medikamente nicht wie vom Arzt verordnet verabreicht worden; ein „verantwortungsbewusster Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen“ (Gurtfixierungen) sei nicht ausreichend gegeben gewesen.

„Fachkräfte im Bereich der sozialen Betreuung fehlten gänzlich. Deshalb mussten wir kurzfristig handeln.“

Es sei nichts gegen den Willen der Betreuer / Angehörigen unternommen worden. lebten. Da es sich um eine  geschlossene Einrichtung mit entsprechenden  Erkrankungen (Demenz, Psychose u. a.) handele, könnten nicht nur die Betroffenen selbst in die Entscheidung einbezogen werden.

Der Träger hätte vier Wochen Zeit gehabt, sich selbst um eine andere Versorgung der Bewohner zu kümmern. Passiert sei nichts. „So handelt niemand, der sich verantwortlich um seine Einrichtung kümmert“, unterstreicht die Heimaufsicht. Und stellt grundsätzlich klar:

„Wenn Pflegekräfte fehlen, muss man die Einrichtung verkleinern. Aber man darf keinesfalls die Gesundheit der Bewohner aufs Spiel setzen. Wenn ein Träger in dieser Hinsicht seiner Verantwortung nicht nachkommt, muss eine Heimaufsicht aktiv werden.“

 

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