Fahranfänger rast mit Blaulicht auf Polizeikontrolle zu

0
1207
Foto des Blaulichts. (Foto: Polizei MK)
Facebookrss

Aus dem Handbuch „Lappen loswerden leichtgemacht“…

Polizeibeamte führten am vergangenen Freitagmorgen (13. Juli) Standkontrollen an der Bundesstraße 229 in Halver (Märkischer Kreis) durch, als ihnen um 09:40 Uhr ein schwarzer Mercedes G-Klasse auffiel, der sich mit hoher Geschwindigkeit näherte. Bereits von weitem konnten sie die Motorengeräusche wahrnehmen.

Da im Innenraum ein blaues LED-Licht blinkte und weitere dunkle Fahrzeuge zügig folgten, vermuteten die Polizisten zunächst eine Sonderrechtsfahrt von polizeilichen Zivilkräften. Sein jugendliches Gesicht verriet den Fahrer aber dann. Die Beamten hielten den Mercedes an und tatsächlich: Der 18-Jährige aus Schalksmühle gab an, das Blaulicht zu „Scherzzwecken“ eingeschaltet zu haben.

Ein ziemlich schlechter Scherz, der nun eine Strafanzeige wegen Amtsanmaßung zur Folge hat, und den jungen Mann, seinen erst knapp 3 Monaten alten Führerschein kosten könnte.

„Am Ende entscheidet natürlich die Fahrerlaubnisbehörde bzw. die Führerscheinstelle in Lüdenscheid. Aber wer erst seit April einen Führerschein hat und sich dann so ein Ding leistet, der wird wohl sehr wahrscheinlich den Führerschein abgeben müssen“, so Polizeisprecher Marcel Dilling.

Ist Blaulicht für Privatleute erlaubt?

Kurz und schmerzlos: Nein.

Die Straßenverkehrsordnung sagt dazu in § 38 (Absatz 2):

„Blaues Blinklicht allein darf nur von den damit ausgerüsteten Fahrzeugen und nur zur Warnung an Unfall- oder sonstigen Einsatzstellen, bei Einsatzfahrten oder bei der Begleitung von Fahrzeugen oder von geschlossenen Verbänden verwendet werden.“

Das kostet ein Bußgeld, das Blaulicht wird in der Regel eingezogen. Erweckt das Auto beispielsweise den Anschein, ein (ziviles) Polizeiauto zu sein, liegt eine Amtsanmaßung (§ 132 des Strafgesetzbuches) vor. Diese kann mit Geldstrafe oder gar einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren geahndet werden.

Facebookrss