Kopfschütteln hält an – Wie konnte Unnas Eishalle so herunterkommen?

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Abbruchstimmung in der Eissporthalle. (Foto: Rundblick Unna)
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Der desolate Zustand der Unnaer Eissporthalle, über den sich die Bürgerinitiative „UNNA.braucht.EIS nach der öffentlichen Besichtigung Mitte Juli „entsetzt“ gezeigt hatte, sorgt weiterhin für Diskussionen. Wie konnte es so weit kommen?

Dazu stellten wir im Nachgang, neben allem auch von der BI dazu schon Berichteten,  noch einmal drei generelle Fragen an die Stadt Unna, die uns Stadtsprecher Oliver Böer wie folgt beantwortete:

1. Wusste die WBU als Eigentümerin vom heruntergekommenen Zustand der Halle? Gab es regelmäßig Besichtigungen? Wurden die Pächter auf ihre Verpflichtungen ausreichend hingewiesen?

  •  „Wie Sie bereits den öffentlichen Vorlagen für die Beratungen in den Ratsgremien (Vorlage 1245/18 mit Anlagen 1 und 2) entnehmen können, hat die WBU bereits 2004, zuletzt im Jahr 2014, Sanierungsbedarfe angezeigt. Hinsichtlich der Details verweise ich auf die o.g. Vorlage und insbesondere auf deren Anlagen.“

2. Falls ja: Wieso wurde kein Versuch unternommen, einen anderen Pächter zu finden, als noch die Möglichkeit bestand? Falls nein: warum nicht?

  •  „Zwischen den Vertragsparteien bestand ein Pachtvertrag vom 05.12.2005. Der Pachtvertrag hätte bis zum 31.01.2020 bestanden und hätte sich automatisch zweimal um jeweils fünf Jahre (31.01.2030) verlängert, sofern er nicht von einer Vertragspartei sechs Monate vorher gekündigt worden wäre.“

3. Wie ist auf dem Hintergrund des faktisch verwahrlosen Zustands der Halle eine Abstandssumme von 650.000 Euro zu rechtfertigen? Hat die Öffentlichkeit nicht das Anrecht darauf, das zu erfahren?

  •  „Unter Berücksichtigung der noch verbleibenden Restlaufzeit des Vertrages, der nicht mehr möglichen Vertragsverlängerung für die Pächterin, des nicht mehr darstellbaren Abschlusses eines Erbbaurechtsvertrages sowie der anstehenden Investitionen haben sich die Vertragsparteien einvernehmlich entschieden, den jetzigen Pachtvertrag vom 05.12.2005 zum 01.07.2018 aufzuheben. Darüber hinaus waren für die Festsetzung einer Abstandssumme die kurzfristig erforderlichen Investitionen, die erzielbaren Einsparungen durch die Einstellung des Eissportbetriebes, der zeitliche Vermarktungsvorteil und die Vermeidung eines Prozessrisikos ausschlaggebend.“

Grundsätzlich verweist die Stadt zu dem gesamten Sachverhalt auf die Beschlussvorlage Nr. 1245/18 mit ihren Anlagen. Abrufbar ist sie im elektronischen Ratsinformationssystem der Kreisstadt Unna.

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