Pfarrer mit Schraubendreher geschlagen – Brutale überregionale „Pfarrhaus-Bande“ festgenommen

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Symbolbild / Pixabay
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Ihr bevorzugtes Ziel waren Wohnungen älterer Damen und  Pfarrhäuser. Ihr Vorgehen war äußerst brutal. So schlugen sie auf einen Dortmunder Pfarrer mit Fäusten und einem Schraubendreher ein.

Jetzt hat die Polizei die überregionale Bande festgenommen.

Das Trio – eine Frau (47) und zwei Männer (27, 43) – soll seit September 2017 in ganz NRW und Niedersachsen serienweise Einbrüche begangen haben, hauptsächlich in Pfarrhäuser, aber auch in Häuser älterer Damen.

Bei einem Einbruch in ein Pfarrhaus in Datteln notierten sich Zeugen Kennzeichen und eine Personenbeschreibung – das brachte die Ermittler auf die Spur der Bande, berichtet Polizeisprecherin Ramona Hörst vom Präsidium Recklinghausen.

Die Kommission „Phönix“ ermittelte monatelang gegen das Trio, das oft nach dem gleichen Muster vorging:

Sie kundschafteten die Häuser aus und informierten sich über die Gottesdienste, kamen dann am Wochenende zurück, besuchten kurz die Gottesdienste oder klingelten an den Pfarrhäusern, um sicher zu gehen, dass niemand da war. Dann hebelten sie Fenster auf und durchsuchten die Räume, machten sich an Tresoren und Geldkassetten zu schaffen.

Und sie schreckten auch vor Gewalt nicht zurück:

In zwei Fällen wurden sie überrascht. In Mülheim von einer 83-Jährigen, die darauf von den Tatverdächtigen in ihrer Wohnung geschlagen, mit einem Messer bedroht und eingesperrt wurde. In Dortmund trafen sie auf den Pfarrer Gemeinde in der Marienstraße. Sie schlugen ihn mit Fäusten und einem Schraubenzieher.

Am frühen Morgen des gestrigen Donnerstags (16. August) erfolgte dann der Zugriff.

Die Polizei nahm das Trio in Gelsenkirchen fest. Bei Durchsuchungen der Wohnungen, in denen die drei namentlich nicht gemeldet waren, fanden die Ermittler mögliches Diebesgut, Uhren und Schmuck mit christlichen Symbolen. Drei weitere Verdächtige, die ebenfalls in einer Wohnung angetroffen wurden, werden derzeit noch überprüft.

Wie uns die Polizeisprecherin ergänzend mitteilte, stammen die  Männer und die Frau aus Serbien und Ungarn. Sie kamen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bochum in Untersuchungshaft.

Ob bei den bevorzugten Einbrüchen in Pfarrhäuser auch religiöse Motive eine Rolle spielen, wird in den laufenden Ermittlungen noch untersucht. Polizeisprecherin Hörst sagt, derzeit deuten die Erkenntnisse eher darauf hin, dass die Bande schlicht auf den materiellen Wert der Gegenstände aus war.

Die Ermittlungen dauern an. Wahrscheinlich schlug die Bande in Datteln, Lähden, Haren/Wesuwe, Werlte, Olsberg, Witten, Greven, Surwold/Börgerwald, Voerde, Friesoythe/Kampe, Cloppenburg, Solingen, Verl, Recklinghausen, Castrop-Rauxel, Essen, Dortmund, Issum und Mülheim zu.

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1 KOMMENTAR

  1. […] #Mülheim/Ruhr: Serien-Einbrecher-Trio aus Serbien und Ungarn geschnappt: Bevorzugtes Ziel waren Wohnungen älterer Damen und Pfarrhäuser, sie gingen dabei brutal vor, schlugen die Bewohner – ob auch religiöse Motive im Spiel waren, wird noch geprüft https://www.rundblick-unna.de/2018/08/17/pfarrer-mit-schraubendreher-geschlagen-brutale-ueberregiona… […]