Offener Streit um Eishalle bricht aus: UNNA.braucht.EIS wirft WBU „skandalöse Verschleppung“ vor

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Eissporthalle Unna (Foto: Rundblick)
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Der Streit zwischen der Bürgerinitiative „UNNA.braucht.EIS und den Wirtschaftsbetrieben Unna (WBU) als Besitzerin der Eishalle bricht nach der Stellungnahme des Aufsichtsratsvorsitzenden Frank-Holger Weber (HIER) offen aus.

Am Dienstagabend (21. 8.) erreichte uns eine Stellungnahme der BI, die wie hier (geringfügig gekürzt, Kürzungen sind markiert) im Wortlaut wiedergeben.

Statement der BI „UNNA.braucht.EIS“

„Eigentlich wollte die WBU die Diskussion mit der Bürgerinitiative nach eigenem Bekunden gerne sachlich und abseits der Medien führen. Leider hat man diesen guten Vorsatz scheinbar sofort wieder über Bord geworfen.

Über den Rundblick Unna und den Hellweger Anzeiger meldete sich am 20.08.2018 (…) der Aufsichtsratsvorsitzende der WBU, Herr Frank-Holger Weber, zu Wort.

Im Rahmen einer versuchten Generalabrechnung (…) kann sich Herr Weber auch einen Seitenhieb in Richtung der Bürgerinitiative UNNA.braucht.EIS nicht verkneifen:

„Bereits am 14.08.2018 wurden die angeforderten Unterlagen an den Verein per Post als Einschreiben mit Rückschein versandt. Der Rückschein ist bis zum heutigen Tage bei der WBU nicht eingegangen und Aufgrund einer Internetrecherche konnte sogar festgestellt werden, dass die Sendung bisher nicht abgeholt wurde.“

So bemerkte er süffisant (in seiner Pressemitteilung an die Unnaer Medien, d. Red.). Gemeint sind die Unterlagen, die seitens des Vereins unter Berufung das Umweltinformationsgesetz bzw. Informationsfreiheitsgesetz beantragt worden sind.

Das ist natürlich ein Skandal!

Da werden Dokumente zur Hauptferienzeit (und entgegen der ausdrücklichen Bitte der Bürgerinitiative um elektronische Übermittlung) als Einschreiben versendet und schon bleiben diese Unterlagen vier lange Werktage (Zustellung am Mittwoch, den 15.08. und Abholung am Montag, den 20.08.) liegen, bevor sie endlich abgeholt werden.

Vielleicht sollte in diesem Zusammenhang lieber verschwiegen werden, dass die ersten Anträge der Bürgerinitiative vom 15.06.2018 und 20.06.2018 datieren. Hier hat sich die WBU also eine mehr als großzügige Bearbeitungszeit von zwei Monaten gegönnt.

Begründet wurde diese Bearbeitungsdauer im Übrigen damit, dass man bei der WBU die Gefahr sehe, dass in den maßgeblichen Dokumenten personenbezogene Daten der Pächterin der Eishalle (also der Ice & Fun GbmH) enthalten sei könnten. Nach insgesamt acht Wochen übersendet die WBU nun Unterlagen, in denen insgesamt sage und schreibe 11 (!) Worte bzw. Zahlen geschwärzt sind.

Dass es auch anders geht, zeigt übrigens ein bei der Kreisverwaltung Unna gestellter Antrag auf Grundlage des Umweltinformationsgesetzes, der exakt einen Tag nach Antragstellung beschieden worden ist.

Und das Beste kommt zu Schluss:

Wenn Herr Weber sagt, dass die WBU dem Auskunftsersuchen der Bürgerinitiative nachgekommen sei, dann verschweigt er geflissentlich, dass insbesondere das im Artikel eigens erwähnte technische Gutachten aus dem Jahr 2014, das den Zustand der Eishalle dokumentiert, nicht übersandt worden ist. Das kommt für UNNA.braucht.EIS allerdings wenig überraschend.

Immerhin hatte Karl-Gustav Mölle, Geschäftsführer der WBU, in einem persönlichen Gespräch mit der Bürgerinitiative bereits sehr deutlich gemacht, dass er das Gutachten aus 2014 nicht herausgeben wolle.“

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5 KOMMENTARE

  1. Ein umfangreicher Leserbrief erreichte uns aus Unna-Hemmerde – von Ernst-Otto Derwald, der in der Ratssitzung zur Entscheidung über die Eishalle alternative Betriebsmöglichkeiten vorstellte. Er war für die BI als Schatzmeister vorgesehen gewesen.

    https://www.rundblick-unna.de/2018/08/22/harte-vorwuerfe-von-ernst-otto-derwald-buergerinitiative-hat-sich-gewaltig-vorfuehren-lassen-weitere-begehung-sonst-ist-eishalle-geschichte/