Vier Männer prügeln in Werl auf Passanten ein – Machete im Einsatz, Polizist gebissen

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Symbolbild (Pixabay)
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Um kurz nach 3 Uhr Sonntagfrüh stoppt im Wallfahrtstädtchen Werl ein Mercedes neben einer Personengruppe. Vier Männer springen heraus, schlagen auf Passanten ein.

Der Mercedes rollt weiter, hält an der nächsten Ecke erneut, und wiederum steigen drei Männer aus, um abermals auf Passanten einzuprügeln. Dabei kommt auch eine Machete zum Einsatz, ein 28-Jähriger aus Werl wird durch die Stichwaffe verletzt.

Krasse Szenen, die sich in der Nacht zu Sonntag (2. 9. 18) in Unnas Nachbarstädtchen abspielten. Fünf Passanten wurden von der aggressiven Tätergruppe leicht verletzt, die zunächst in ihrem Mercedes flüchtete, am Waltringer Weg jedoch kurz darauf gestoppt werden konnten.

Bei der Festnahme kam es zu Widerstand – ein  Polizeibeamter erlitt eine Verletzung, weil ein Tatverdächtiger zubiss.

„Die zwei 24-jährigen, der 26-jährige und der 36-jährige (alle aus Werl) wurden festgenommen und dem Polizeigewahrsam zugeführt. Die Ermittlungen dauern zurzeit noch an“, teilt Polizeisprecher Wolfgang Lückenkemper zu den Tatverdächtigen mit. Der 36-Jährige war in der vergangenen Woche mehrfach durch Randale und obszöne Handlungen aufgefallen.

Am Nachmittag kam eine Folgemeldung: „Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der Haupttäter, ein 24-jähriger Mann aus Werl in Untersuchungshaft geschickt. Die anderen Tatverdächtigen kamen nach Vernehmungen wieder auf freien Fuß.“

Soester Polizeisprecher verweigert Auskünfte zur Herkunft

Wie immer bei solchen Straftaten stellte unsere Redaktion – und stellten noch andere Pressevertreter – bei der zuständigen Polizeipressestelle (Kreis Soest) die Frage nach möglichen Hintergründen des Angriffs und nach der Herkunft der Tatbeteiligten/-verdächtigen. Wieso wir das grundsätzlich tun, begründeten wir in diesem „In eigener Sache: Warum wir Ross und Reiter nennen“.

Der Soester Polizeisprecher Wolfgang Lückenkemper verweigerte uns heute diese Auskunft, ohne das näher zu begründen.

Wir verwiesen unsererseits auf die behördliche Auskunftspflicht gemäß Paragraph 4 Landespressegesetz NRW, welche für die Verweigerung von Informationen an Medien folgende Begründungen zulässt:

(1) Die Behörden sind verpflichtet, den Vertretern der Presse die der Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgabe dienenden Auskünfte zu erteilen.

(2) Auskünfte können verweigert werden, soweit

1. hierdurch die sachgemäße Durchführung eines schwebenden Verfahrens vereitelt, erschwert, verzögert oder gefährdet werden könnte oder
2. Vorschriften über die Geheimhaltung entgegenstehen oder
3. ein überwiegendes öffentliches oder schutzwürdiges privates Interesse verletzt würde oder
4. ihr Umfang das zumutbare Maß überschreitet.

(3) Anordnungen, die einer Behörde Auskünfte an die Presse allgemein verbieten, sind unzulässig.

Auf unsere nochmalige Bitte an den Polizeisprecher, uns darzulegen, welche der vier Ausnahmeregelungen im vorliegenen Fall für die Auskunftsverweigerung greife, verwies Lückenkemper auf 2.1.

 

 

 

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5 KOMMENTARE

  1. […] Lokalzeitung will Herkunft der Tatverdächtigen erfahren, Polizei verweigert Auskunft: 4 Männer springen in #Werl wiederholt aus ihrem Auto, prügeln unvermittelt auf Passanten ein, verletzten einen durch Machete, bei Festnahme beißt einer einen Polizisten https://www.rundblick-unna.de/2018/09/04/vier-maenner-pruegeln-in-werl-auf-passanten-ein-machete-im-… […]