Neue Fußgängerzone, Phase I: Stolperfrei über Massener- und Hertinger Straße – Baustart März 2020

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Die Visualisierung der Entwurfsplanung für die "neue" Massener Straße. (Quelle: Stadt Unna)
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Glattes Betonsteinpflaster mit engen Fugen, in der Mitte ein dunkler Streifen, seitlich hellere Steine, das Ganze flankiert von passenden Straßenbäumen, schlanken Lichtstelen, Sitzpodesten, Fahrradständern, Spielgeräten.

Unnas Bummelzone 2.0. Ab 2020. Wie es danach weitergeht, ist offen, das obliegt dem dann neuen Stadtrat.

„Eine für Kunden hochattraktive Einkaufslandschaft auf die Straße bringen“ will die Unnaer Bauverwaltung, Wirtschaftsförderer Martin Bickwill „die Leute in die Innenstadt holen“. Nicht nur (zwar auch) zum Einkaufen, sondern auch ganz schlicht zum Verweilen.

Dazu taugt die Fußgängerzone in ihrem aktuellen Zustand nur noch sehr bedingt, vor allem für Ältere ist das Stolperpflaster inzwischen nicht mehr zumutbar, nickt Baudirektor Ott, „und für Kinderwagen taugte es nie.“

Weshalb das Projekt „Unnaer Fuzo“ nunmehr – nach über drei Jahren Diskussionen und Vorplanungen – endlich ans Konkrete geht.

 

Zusammen mit dem Wirtschaftsförderer stellte Baudirektor Michael Ott am heutigen Nachmittag (24. 9.) den ersten Entwurfsplan für die Neugestaltung der Unnaer Bummelmeile vor – Phase I: Die heillos ramponierte Massener Straße und die Hertinger Straße hin zum Seniorentreff Fässchen.

Die ursprüngliche Kostenkalkulation ließ sich nicht halten. Statt mit 1,1 Millionen rechnet die Stadt jetzt mit 1,7 Millionen Euro für diesen ersten Bauabschnitt, sagte Ott heute beim Pressetermin in der Bürgerhalle.

Dort und im ZiB  hängen die Entwürfe für die nächsten 14 Tage an Stellwänden präsentiert und laden zur ausgiebigen Begutachtung ein. Hier haben wir sie in einer Fotogalerie zum Durchklicken gesammelt. 

Eine Bürgerinformation plant die Stadt für Ende Oktober, im November werden nochmal in intensiven Gesprächen die Anlieger informiert.

Diese müssen nichts zuzahlen, betonte Michael Ott auf Nachfrage: Das Projekt „Erneuerung Massener Straße und Hertinger Straße“ (inklusive Nebenstraßen – dazu zählt auch die Wasserstraße bis zum Ring) fällt nicht unter die KAG-Pflicht (Kommunales Abgabegesetz).

70 Prozent der Gesamtsumme soll über Fördertöpfe bestritten werden, 30 Prozent muss die Stadt aus Haushaltsmitteln aufbringen. Ott: „Die Priorisierung der ersten Phase im Investitionsprogramm der Stadt war deshalb im Sommer Voraussetzung dafür, dass wir jetzt Fördergelder beantragen können.“

Sofern der Stadtentwicklungsausschuss der Entwurfsplanung zustimmt, was um den Jahreswechsel herum geplant ist, kann im Frühjahr 2019 die Ausbauplanung folgen und ein Jahr später Baustart sein.

„Wir schauen bei der Ausbauplanung dann konkret hin: Welche Pflastersteine sollen es sein, welche Art von Lampen und Sitzmöbeln, welche Spielgeräte, welche Baumsorte?“, schildert Michael Ott diese dann folgende Detailplanung.

 

Die Bäume, die bisher auf der Massener Straße stehen, fallen der Säge anheim, denn weitere Jahre und Jahrzehnte soll sich niemand mehr mit dem Fallobst der Kaukasischen Felsenbirne herumärgern.

„Wir wissen im Grunde, wo Bäume, Bänke, Fahrradständer oder auch Leuchten künftig ihren Platz in der Fußgängerzone finden sollen. Allerdings gibt es über die Form der Elemente noch Abstimmungsbedarf“, fasst der Baudezernent zusammen, was der Arbeitskreis Fußgängerzone bis dato zusammen mit dem Bochumer Planungsbüro zusammen erarbeitet hat.

Der Arbeitskreis setzt sich aus Politikvertretern und Multiplikatoren zusammen: Behindertenvertretung, Unna-Marketing, Verkehrsverein, City-Werbering…

Apropos Behindertenvertretung: Die Planer haben auch an Menschen mit Sehbehinderungen gedacht. „Taktile Streifen im Pflaster leiten diese Menschen sicher durch die Fußgängerzone und geben eine gute Orientierung“, stellt Ott das Ergebnis vor.

Was passiert nach Phase I?

Phase 2 – mit der Sanierung der Bahnhofstraße – wird sich frühestens ab 2022 realisieren lassen, stellt Baudezernent Ott in Aussicht. Denn mit Rücksicht auf die Festa Italiana kann in den Festa-Jahren (2019, 2021, 2023…) kaum die Fußgängerzone in eine Großbaustelle verwandelt werden.

Die nächste Phase muss wieder neu geplant, neu mit Förderanträgen versehen werden. Sie wird schon in die Entscheidung des neuen Stadtrats fallen, der 2021 gewählt wird.

 

 

Die Bürger mitnehmen:

  • Seit Montag, 24. 9., sind die Pläne für die Erneuerung der Fußgängerzone in der Bürgerhalle im Rathaus und im ZiB am Lindenplatz ausgestellt. Dauer: 14 Tage. Hier kann sich jeder Interessierte informieren.
  • Zu dieser Ausstellung gehören Boxen, in die Bürger ihrerseits Vorschläge einwerfen können.
  • Dazu bietet die Verwaltung am Montag, 1. Oktober 2018, zwischen 14 und 16 Uhr eine Bürgersprechstunde in der Bürgerhalle an.
  • Voraussichtlich Ende Oktober soll es dann zudem eine Informationsveranstaltung im Ratssaal geben.
  • Denn zum Jahreswechsel soll der Ausschuss für Stadtentwicklung die Entwurfsplanung beschließen, damit im Frühjahr 2019 mit der Ausbauplanung begonnen werden kann. Ein möglicher Baubeginn wäre dann im März 2020.
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4 KOMMENTARE

  1. […] „Passt zur derzeitigen Ratspolitik“, „sooo hässlich!“, „Fremdschämen für Unna…“ kommentierten Dutzende Leserinnen und Leser.  Vereinzelte zeigten aber auch Verständnis für diese Maßnahme der Stadt, die vermutlich der Sicherheit dienen solle  – Stichwort Stolpersteine (so ist es) und die doch eh nur ein Provisorium sei bis zur grundlegenden Neugestaltung der Fußgängerzone, die im März 2020 just auf der Massener Straße beginnen soll. (B… […]