Erweiterungspläne auf Viktoria bis Mitarbeiterzufriedenheit: Interview mit den Urlaubsguru-Gründern

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Bilden jetzt auch aus: Die UNIQ-Gründer Daniel Krahn (li.) und Daniel Marx. (Fotorechte: Uniq)
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Noch größer, noch vielfältiger, noch mitarbeiterfreundlicher will UNIQ/will Urlaubsguru werden. Unser Interview mit den Gründern des preisgekrönten Start-upsps aus Holzwickede, den beiden Daniels – Daniel Krahn und Daniel Marx, die vor 6 Jahren als Zwei-Mann-Unternehmen ihren „Urlaubsguru“ starteten.

Erweiterungspläne, weiterer Benefit für die Mitarbeiter und dazu News zu den UNIQ-Portalen – womit fangen wir an?

Daniel Krahn: Suchen Sie´s sich aus!

Dann beginnen wir mit Ihren Expansionsplänen, bzw. mit Ihren möglichen Umzugsplänen nach Unna. Ich betone „möglichen“ Umzugsplänen, denn über die voreilige Verkündigung der Stadt, Urlaubsguru wolle aufs Viktoriagelände ziehen, waren Sie ja nicht ganz so glücklich…?

Daniel Krahn: Nein, allerdings nicht. Dass wir über eine Pressekonferenz zum Thema Urlaubsguru weder informiert noch dazu eingeladen wurden, war für uns sehr enttäuschend. Der Standort Viktoria ist eine interessante Option für uns – eine von mehreren im Bereich Holzwickede-Dortmund-Unna.

Das Viktoria-Areal zwischen Hammer- und Viktoriastraße soll buchstäblich nach Jahrzehnten endlich neu belebt werden. (Archivfoto / RBU)

Haben Sie Zeitdruck?

Daniel Marx: Wir haben am Standort Eco Port laufende Mietverträge bis Ende 2020. Auf die Fahnen geschrieben haben wir es uns, bis Weihnachten eine Entscheidung zu treffen und diese dann zuerst intern mit unseren Mitarbeitern zu besprechen.

Wollen Sie eins zu eins neu bauen?

Daniel Krahn: Wir möchten gleichzeitig erweitern. Am Eco Port sind wir inzwischen in drei Gebäuden vertreten, am neuen Standort planen wir ein Zuhause unter einem Dach. Mit weiterem Wachstum – momentan haben wir 190 Mitarbeiter, doch in der Zukunft planen wir mit 250 bis 300 Mitarbeitern. Auch für den Store-Bereich suchen wir sukzessive neue Standorte. Voraussichtlich Ende November werden wir direkt in Münster, in bester Innenstadtlage, einen zweiten Store eröffnen .. Auch hier gilt, wie schon in Unna: Rein in die Städte. Daher läuft auch unsere Suche nach idealen Standorten in anderen Städten weiter. 

Das Uniq Gebäude im Eco Port Holzwickede.

Kommen wir zum Thema Mitarbeiter. UNIQ ist bekannt für seine sehr mitarbeiterfreundliche Unternehmensphilosophie, können Sie uns vorab noch einmal schildern, wieso Sie so viel Wert darauf legen?

Daniel Krahn: In erster Linie ist es unsere pure Überzeugung, unseren Mitarbeitern auf Augenhöhe zu begegnen. Die Motivation, und allen voran die Identifikation mit UNIQ wird gesteigert; das alles wirkt sich positiv auf die Arbeitsleistung aus. 2014 waren wir im Silicon Valley, durften uns bei Google und Facebook vor Ort informieren. Ein Resultat aus diesem Besuch war die Einstellung unseres „Feelgood Managers“ .

Daniel Marx: Der Erfolg gibt uns ja Recht. Wir können nicht über Bewerbermangel klagen.

Ist „Fachkräftemangel“ für Ihr Unternehmen gar kein Thema?

Daniel Marx: Natürlich stellen auch wir fest, dass es für bestimmte Bereiche – vor allem diejenigen, wo wir im europaweiten Wettbewerb stehen – nicht so einfach ist, gute qualifizierte Leute zu finden.

Daniel Krahn (ergänzt) Es ist definitiv auch so: Das Unternehmen bewirbt sich beim Bewerber.  Und daher muss das Unternehmen dem Bewerber auch was bieten und nicht nur umgekehrt.

Zufriedene Mitarbeiter als Qualitätsmerkmal und Erfolgsgarant.

Was bieten Sie Ihren Mitarbeitern – künftigen und den vorhandenen – zusätzlich über die schon vorhandenen Leistungen hinaus?

Daniel Marx: Unsere erste Neuerung ist das „World Office“. Eine erweiterte Form von Home Office: arbeiten von der Terrasse zu Hause aus, aber auch vom Strand aus, von der Berghütte aus, von irgendwo in der Welt… immer vorausgesetzt natürlich, man hat dort Internetverbindung. Jeder Mitarbeiter kann sich einen Tag in der Woche einen „World Office“-Tag nehmen. Wichtig sind a) Erreichbarkeit, und b) – die Arbeitsleistung darf nicht leiden. Es kann zusätzlich auch eine ganze Woche am Stück im Jahr genommen werden, der Urlaub – 30 Tage plus x – ist davon unabhängig. 30 Tage plus x übrigens, weil wir unseren Mitarbeitern zu besonderen Anlässen wie zum Beispiel dem Urlaubsguru-Geburtstag am 23. Juli sowie in der Weihnachtszeit einzelne arbeitsfreie Tage bzw. Urlaubstage schenken. Der 23. Juli, Gründungstag im Jahr 2012, ist darüber hinaus Firmenfeiertag mit gemeinsamen Freizeitaktivitäten wie einer Bootsfahrt und Grillen.

Daniel Krahn: Unsere Mitarbeiter können aber nicht nur eine Woche ins „World Office“ gehen. Wenn sie möchten, können sie darüber hinaus auch noch eine Woche pro Jahr an unserem Standort in Wien arbeiten. Dafür haben wir in unserem Wiener Büro, wo 20 Kollegen arbeiten, extra zwei Arbeitsplätze für Mitarbeiter aus Holzwickede eingerichtet. Im Gegenzug können die Wiener Kollegen selbstverständlich auch eine Woche hier bei uns in Holzwickede arbeiten.

Das heißt, wenn ich Lust auf Tapetenwechsel außerhalb des Urlaubs habe, kann ich mal einfach zwischendurch ein paar Tage in Wien arbeiten?

Daniel Krahn:… bis zu einer Woche, genau. Und die Unterkunft zahlen wir.

Hört sich irgendwie so langsam zum Neidischwerden an….

Daniel Krahn: Unser Standpunkt ist eben der: Wenn wir positive Veränderungen für die Mitarbeiter ermöglichen KÖNNEN, wieso sollten wir es dann lassen? Es gibt vieles, das möglich ist, man muss es einfach angehen und es ausprobieren. In diesem Zusammenhang richten wir im Herbst auch ein Eltern-Kind-Büro ein. Für einen Betriebskindergarten – der in Planung ist – haben wir noch nicht genügend Kinder.

Daniel Marx: Aber das kommt sicherlich auch noch.

Es gibt schließlich in Ihrem Unternehmen noch die „sozialen Urlaubstage“, können Sie mal erklären, was das ist?

Daniel Marx: Soziale Urlaubstage – einen pro Halbjahr, zwei im Jahr on top – kann jeder Mitarbeiter zusätzlich zu seinem regulären Urlaub nehmen. Sie sind dafür gedacht, ehrenamtlichen Tätigkeiten nachzugehen.

Die ganze Welt als Arbeitsplatz – UNIQ gibt seinen Mitarbeitern Freiraum bei der Wahl des Arbeitsplatzes (Foto: UNIQ/David Zabel)

Und wie kontrollieren Sie, ob das dann auch geschieht?

Daniel Krahn: Gar nicht.

Keine Angst, dass das ausgenutzt wird?

Daniel Marx: Nein.

Daniel Krahn: Wir vertrauen unseren Mitarbeitern. Wenn hierbei schon Vertrauen missbraucht wird, passt es insgesamt nicht, und das stellt sich dann auch meistens schnell heraus. Wir haben eine Liste zusammengestellt mit Möglichkeiten, sich sozial zu engagieren: Tierschutz, Stiftungen, gemeinnützige Vereine… Das ist etwas, von dem wir beide absolut überzeugt sind: Anderen Menschen zu helfen macht glücklich, zufrieden und erweitert den eigenen Horizont.

Und woher wissen Sie generell, was Ihre Mitarbeiter zufrieden macht und zufriedener machen würde, machen Sie dazu Abfragen wie in anderen Unternehmen üblich?

Daniel Marx: Ja, zum einen das. Zweimal im Jahr machen wir eine anonyme Abfrage, in der wir uns auch ganz offen als Chefs hinterfragen lassen: „Was würdest du anders/besser machen, wenn Du Geschäftsführer wärst?“ Anfang Juli hatten wir unsere Mitarbeiter zu einer Versammlung eingeladen, die wir „News and Food“ nennen. Ganz wie der Name es sagt, haben wir dort unsere Mitarbeiter über alle geplanten Neuigkeiten informiert, dazu gab es dann Pizza für alle.

Stichwort Neuigkeiten – gibt’s schließlich auch News von den UNIQ-Portalen?

Daniel Krahn: Gibt es: Aus der „Schnäppchenfee“, inzwischen 5 Jahre alt, wurde Mitte August die „FashionFee“ – wie gehabt, wird es hier weiterhin die Deals mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis geben; wir konzentrieren uns hier aber nun besonders auf Fashion und Beauty. Damit entsprach Waltraud Aßmus, die das Portal seit 2013 sehr erfolgreich führt, dem ausdrücklichen Wunsch ihrer Kundinnen. Und das Portal „Prinz Sportlich“ wird ein eigenständiges Unternehmen – Till Schiffer, der als Minijobber bei uns begann und „Prinz Sportlich“ erfand, macht sich mit inzwischen 11 Mitarbeitern selbstständig. Inhaltlich total stark und das größte derartige Portal in Deutschland.

Wow – vom Tellerwäscher zum Millionär?

Daniel Krahn und Daniel Marx (lachend): Wir drücken Till dabei auf jeden Fall die Daumen und sind gespannt, wie es weitergeht!

Das Gespräch mit den UNIQ-Gründern führte Silvia Rinke.

 

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1 KOMMENTAR

  1. […] Dies hatte das Bauamt der Stadt Unna vor anderthalb Jahren bereits übereilt auf einer Pressekonferenz als quasi beschlossen verkündet – zur erheblichen Irritation und zum Ärger der beiden UNIQ-Geschäftsführer Daniel Krahn und Daniel Marx. Diese erfuhren von dieser Pressekonferenz über ihr Unternehmen aus der Presse, waren selbst weder von der Stadt informiert noch zur Pressekonferenz eingeladen worden. (Wir bericht… […]