Verletzte bei Streit mit Messer in Flüchtlingsunterkunft – Nachgefragt: Alkohol in Asylheimen

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Angreifer mit Messer. (Foto: Pixabay)
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Blut floss, reichlich Alkohol war im Spiel, beide Kontrahenten wurden verletzt.

In einer Flüchtlingsunterkunft im Märkischen Kreis ist am späten Montagabend (8. 10.) ein Streit zwischen zwei Bewohnern eskaliert.

Die beiden somalisch stämmigen Männer, beide 21 Jahre alt, gerieten in der Unterkunft in Meinerzhagen zuerst verbal aneinander, bis schließlich ein Messer eingesetzt wurde.

Im nachfolgenden Gerangel erlitten beide Männer Schnittverletzungen an Händen und Armen, teilt die Polizei des Märkischen Kreises mit. Das Messer wurde sichergestellt, beide Beteiligten mussten medizinisch versorgt werden. Für einen der beiden endete die Nacht indessen in der Zelle, da er erheblich alkoholisiert war und sich hochaggressiv gebärdete.

„Die Hintergründe sind noch unklar“, schließt der Polizeisprecher seine Mitteilung, „die Ermittlungen dauern an.“

Symbolbild Pixabay

NACHGEFRAGT: Das Problem Alkohol in Asylunterkünften

Immer wieder gibt es Streit, Randale und ernste handfeste Auseinandersetzungen in Flüchtlingsunterkünften – und sehr oft, fast immer, ist Alkohol im Spiel. Zuweilen sehr viel Alkohol, wie bei jüngsten von uns berichteten Vorfällen in Unterkünften im Kreis Soest.

Bericht HIER

Drei Fragen und Antworten dazu – an und von Christoph Söbbeler, Sprecher bei der Bezirksregierung Arnsberg.

Herr Söbbeler, dürfen die Bewohner dieser Einrichtungen in ihren Unterkünften überhaupt Alkohol konsumieren?

Christoph Söbbeler: Selbstverständlich gibt es in den Unterbringungseinrichtungen ein Alkoholverbot. Es ist jedoch faktisch nicht möglich, permanent alle in einer Einrichtung aus- und eingehenden Personen auf mitgeführten Alkohol zu kontrollieren.

Wie wird das denn von wem kontrolliert?

Söbbeler: Eine Leibesvisitation kann nur die Polizei und dies auch nur anlassbezogen durchführen. Es ist auch nicht zu verhindern , dass Bewohner außerhalb einer Einrichtung Alkohol konsumieren. Kurz gesagt: Alkoholkonsum und damit auch die damit immer möglichen negativen Auswirkungen kann trotz eines Verbotes nicht vollständig verhindert werden.

Wieso spielt Alkohol in diesen Unterkünften so oft eine (negative) Rolle – gerade in den Zentralen Unterkünften wie Echtrop oder Hamm?

Söbbeler: In einer Erstaufnahme wie Unna-Massen ist die Aufenthaltszeit der Bewohner geringer als in einer Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE). In einer ZUE entlädt sich möglicherweise eher eine (subjektiv empfundene) Enttäuschung über einen evtl. langwierigen oder im Ergebnis nicht erwarteten Verfahrensablauf auch in auffälligem oder sogar aggressivem Verhalten.

Dies alles heißt natürlich dennoch, dass in den Einrichtungen eine möglichst gute positiv begleitende Betreuung organisiert und praktiziert wird.

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